PM 36 | 26.05.2026

IHK fordert praxistauglichere Arbeitszeit- & Kostenregelungen

Start der Kampagne „Arbeit ermöglichen – aber wie?“

Mit der Kampagne „Arbeit ermöglichen – aber wie?“ rückt die IHK Chemnitz die Auswirkungen von Arbeitskosten und starren Arbeitszeitregelungen auf Unternehmen in Südwestsachsen in den Fokus. Ziel ist es, konkrete Herausforderungen sichtbar zu machen, politische Handlungsbedarfe aufzuzeigen und Impulse für eine modernere Arbeitswelt zu setzen.
Viele Unternehmen stehen aktuell unter erheblichem Druck: steigende Lohnnebenkosten, umfangreiche Dokumentationspflichten und starre gesetzliche Vorgaben schränken ihre Flexibilität zunehmend ein – gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Gleichzeitig verändern sich Arbeitsrealitäten in nahezu allen Branchen.
„Wir erleben täglich, dass Regeln nicht mehr zu den Abläufen in den Betrieben passen. Unsere Unternehmen brauchen mehr Spielräume, um auf Nachfrage, Fachkräftemangel und neue Arbeitsmodelle reagieren zu können. Es geht nicht um Mehrarbeit, sondern um eine effizientere und flexiblere Gestaltung von Arbeit.“
erklärt Martin Witschaß, Geschäftsführer im Bereich Standortpolitik der IHK Chemnitz.

Praxisbeispiele zeigen konkrete Auswirkungen

Die Kampagne macht anhand realer Beispiele deutlich, wo es aktuell hakt:
  • In der Gastronomie verhindern starre Arbeitszeitgrenzen, dass Betriebe flexibel auf Abendgeschäft reagieren können.
  • In der Industrie stehen Produktionsanlagen still, obwohl Aufträge vorliegen, weil gesetzliche Höchstgrenzen erreicht sind.
  • In der Logistik erschweren feste Vorgaben die Anpassung an unplanbare Abläufe wie Staus oder Wartezeiten.
  • Im Einzelhandel setzen hohe Arbeitskosten die Beschäftigung unter Druck und gefährden die Personalbindung.
Diese Beispiele stehen stellvertretend für viele Unternehmen in der Region, die täglich mit diesen Rahmenbedingungen umgehen müssen.

Zentrale Plattform bündelt Informationen und Stimmen aus der Wirtschaft

Kern der Kampagne ist eine neue Themenseite, auf der die IHK Chemnitz:
  • Daten und Fakten zu Arbeitskosten und Arbeitszeitregelungen bereitstellt
  • Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Branchen präsentiert
  • Umfrageergebnisse vorstellt
  • politische Forderungen transparent macht
Damit entsteht eine zentrale Plattform, die betriebliche Realität und wirtschaftspolitischen Diskurs miteinander verknüpft.

Dialog mit Unternehmen und Politik

Die Kampagne wird durch eine Reihe von Kommunikationsmaßnahmen begleitet, darunter Social-Media-Beiträge, Newsletter, Unternehmerstimmen und Pressearbeit. Ziel ist es, die Erfahrungen der Unternehmen aktiv in die politische Diskussion einzubringen und konkrete Verbesserungen anzustoßen.
„Wir wollen zeigen, wo gesetzliche Regelungen heute bremsen, statt helfen – und gleichzeitig konstruktive Lösungen anbieten. Nur wenn Rahmenbedingungen zur Realität passen, können Unternehmen investieren, wachsen und Beschäftigung sichern.“,
so Witschaß weiter.