Service und Beratung

Innovationsfinanzierung

Die Entwicklung von innovativen, technologieorientierten Produkten oder Verfahren ist oft mit hohem Aufwand, Risiko und Kosten verbunden: von der Forschung und Produktentwicklung, über Patentanmeldungen bis hin zu Beratungsleistungen. Öffentliche Förderprogramme unterstützen Gründer und Unternehmen dabei, ihre innovativen Ideen umzusetzen.

Hinweis: Die Förderprogramme sind immer projektbezogen und decken in der Regel lediglich einen Teil der Gesamtkosten ab.  Der Antrag auf Fördermittel muss außerdem stets  vor Beginn des zu geförderten Projektes gestellt werden. Oft ist eine Kombination der Programme möglich, sofern keine „Doppelförderung“, d.h. Beantragung von Fördermitteln für ein und denselben Zweck, vorliegt. Dies muss jedoch zuvor geprüft werden.
Im Folgenden wird eine Übersicht der gängigsten Förderarten und –programme nach Art des Vorhabens dargestellt. 

Aufbau des Unternehmens


Unternehmen, die maximal zwölf Monate alt sind, können über den GründungsBONUS einen Zuschuss von 50 Prozent der Gründungskosten (bis maximal 50.000 Euro) erhalten. Voraussetzung ist, dass es sich um ein technologisches, digitales, kreatives oder nachhaltiges Geschäftsmodell handelt. Der Zuschuss kann zur Finanzierung sämtlicher Startkosten genutzt werden.

Technologieorientierte Unternehmen, die maximal zwölf Monate alt sind können bis zu 500.000 Euro  für Personal-, Investitions- und Betriebsausgaben erhalten. Die Förderung erfolgt je nach Unternehmensphase mit Zuschüssen und zinsverbilligten Darlehen.

Das Programm richtet sich an innovative, technologieorientierte Gründungsvorhaben von Studierenden und Absolventen. Ziel ist es, den Gründern zu ermöglichen, sich voll und ganz der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsidee zu widmen und diese für die nächsten Schritte bzw. eine Anschlussfinanzierung vorzubereiten (z.B. durch Erstellung eines Prototyps). Im Förderzeitraum (zwölf Monate) wird jedem Teammitglied ein Zuschuss in Höhe von 1.000 - 3.000 Euro zur Deckung der Lebenshaltungskosten gezahlt. Es können ebenfalls Sachkosten und Coachingleistungen bezuschusst werden. Die Beantragung erfolgt über die Hochschulen.

Durch das Programm werden innovative Startups im Rahmen von „Gründerwerkstätten“ und ähnlichen Formaten unterstützt. Die genaue Ausgestaltung und Ausrichtung (z.B. auf kreative, high-tech oder IoT-Gründungen) des Förderprogramms hängt vom jeweiligen Projektträger ab. Die Teammitglieder werden durch Stipendien in Höhe von 1.000 – 2.000 Euro für ca. sechs Monate unterstützt. In der Regel werden auch Arbeitsplätze, Coaching und Netzwerk zur Verfügung gestellt.

Produkt-/Verfahrensentwicklung (allgemein)


ProFIT – Projektfinanzierung
Gefördert werden kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die allein oder im Verbund mit anderen Unternehmen oder wissenschaftlichen Einrichtungen Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchführen möchten. Je nach Entwicklungsphase – von der Forschung bis zum Markteintritt - wird mit Zuschüssen (bis zu 400.000 Euro) und/oder zinsverbilligten Darlehen (bis zu 1 Mio. Euro) gefördert. Zu den förderfähigen Ausgaben zählen z.B. projektbezogene Personalausgaben, Fremdleistungen, Materialausgaben, Schutzrechtsanmeldungen sowie indirekte Projektausgaben.

Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)
Das Programm richtet sich ebenfalls an KMU. Bei Einzelprojekten wird ein Zuschuss von bis zu 45 Prozent (maximal 420.000 Euro) gewährt. Zu den zuwendungsfähigen Kosten gehören Personalkosten, Kosten für Aufträge an Dritte und übrige Kosten. Bei Kooperationsprojekten mit Unternehmen und/oder Forschungseinrichtungen aus dem In- oder Ausland kann ein höherer Fördersatz gelten (bis zu 50 bzw. 55 Prozent).
Tipp: Bei der Suche nach Kooperationspartnern aus dem EU-Ausland unterstützt das Enterprise Europe Network.

Ab Anfang März veranstaltet die BSFZ gemeinsam mit dem BMF eine virtuelle Roadshow. Ziel ist es, Unternehmen alles Wichtige rund um die Steuerliche Forschungsförderung zu präsentieren und Fragen der Teilnehmer*innen zu beantworten. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie auf der Website des BSFZ.
Durch das am 1.1.2020 in Kraft getretenen Forschungszulagengesetz können Unternehmen unabhängig von ihrer Größe eine Forschungszulage beantragen. Diese beträgt 25%  einer maximalen Bemessungsgrundlage von 2 Mio. Euro und wird auf die nächste Steuerfestsetzung angerechnet. Förderfähig sind Arbeitslohnkosten (für Forschungstätigkeiten) sowie Auftragsforschung. Mehr Informationen gibt es auf der Website der Forschungszulage.

Förderkredite 
Auch über Förderkredite können Unternehmen Innovationsprojekte finanzieren. Die Beantragung erfolgt in der Regel über die Hausbank. Die Förderkredite bieten günstige Zinskonditionen und die Möglichkeit der Haftungsfreistellungen – d.h. Übernahme von z.B. 70 Prozent des Kreditausfallrisikos durch die Förderbanken. Für innovative Unternehmen bzw. Innovationsprojekte kommen z.B. der IBB Förderkredit Berlin Innovativ (bis zu 2 Mio. Euro) oder der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW (bis zu 25 Mio. Euro) infrage. 

Tipp: Auch über das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation, Horizont 2020, können Forschungsaktivitäten von KMU gefördert werden. Unternehmen in Berlin und Brandenburg können sich für weitere Informationen dazu an das Enterprise Europe Network wenden.

Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen


Für die Produkt-/ Verfahrensentwicklung können Unternehmen auch auf die Unterstützung von wissenschaftlichen Einrichtungen zurückgreifen. Die Beauftragung kann gefördert werden.

Transfer BONUS
Das Programm fördert die Zusammenarbeit zwischen Berliner Unternehmen und Wissenschafts- bzw. Forschungseinrichtungen mit einem Kostenzuschuss von bis zu 70 Prozent (bis zu 45.000 Euro). Die Förderung kann zur Neuentwicklung als auch zur Verbesserung bestehender Produkte und Verfahren beantragt werden.

Transfer BONUS Design
Gefördert werden KMU, die für die (Weiter-)Entwicklung ihrer innovativen Produkte oder Dienstleistungen, auf das Design-Know-how von Unternehmen der Designbranche oder Hochschulen der Region Berlin-Brandenburg zurückgreifen. Dazu gehört auch Interface- und Interaction-Design sowie Service-Design. Über das Programm kann ein Zuschuss von 70 Prozent der förderfähigen Ausgaben (bis zu 15.000 Euro) beantragt werden.

Digitalisierung
Für Digitalisierungsvorhaben werden Beratungsleistungen sowie Investitionen und Betriebskosten gefördert. 
Hier geht es zur Übersicht der Förderprogramme für Digitalisierung.

Anmeldung von Schutzrechten (z.B. Patente)


WIPANO - Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen
KMU, die erstmalig – oder nach mehr als fünf Jahren- ein Patent oder Gebrauchsmuster anmelden möchten, können über das Programm einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent erhalten. Dieser kann für alle Phasen der Schutzrechtsanmeldung von der Prüfung der Erfindung bis zur Verwertung verwendet werden. Die maximale Zuwendungssumme beträgt 16.000 Euro.
Ein weiterer Schwerpunkt des Programms ist Normung und Standardisierung. Hier sollen Kooperationsprojekte von Forschungseinrichtungen und Unternehmen gefördert werden, durch die neueste Erkenntnisse aus der Forschung in Normen und Standards überführt werden.

Tipp: Informieren Sie sich vorab in einem halbstündigen Gespräch mit einem Patentanwalt im Rahmen der monatlich stattfindenden Sprechstunde „Gewerbliche Schutzrechte“ in der IHK Berlin. Hier geht es zur Anmeldung.

Mitarbeiter

Bei Förderprogrammen zu Produkt- und Verfahrensentwicklung sind teilweise auch Personalkosten förderfähig (Details siehe oben).

Innovationsassistent
Wollen KMU für Innovationsprojekte einen Hochschulabsolventen einstellen, besteht die Möglichkeit, für die ersten zwölf Monate des Beschäftigungsverhältnisses einen Zuschuss zum Bruttogehalt von 50 Prozent (bis zu 20.000 Euro) zu erhalten. Der letzte Studienabschluss darf zu Beginn des Beschäftigungsverhältnisses maximal 24 Monate zurück liegen.

Durch das am 1.1.2020 in Kraft getretenen Forschungszulagengesetz können Unternehmen unabhängig von ihrer Größe eine Forschungszulage beantragen. Diese beträgt 25%  einer maximalen Bemessungsgrundlage von 2 Mio. Euro und wird auf die nächste Steuerfestsetzung angerechnet. Förderfähig sind Arbeitslohnkosten (für Forschungstätigkeiten) sowie Auftragsforschung.

Beratung


Coaching Bonus
Innovative, technologieorientierte Unternehmen können das Coaching Bonus Programm für externe Beratungsleistungen im betriebswirtschaftlichen Bereich (z.B. auch die Antragstellung für europäische Förderprogramme) nutzen. Die ersten beiden Beratertage werden zu 100 Prozent bezuschusst. Jeder weitere Tag wird zu 80 Prozent für Unternehmen bis fünf Jahre bzw. 50 Prozent für alle anderen Unternehmen bezuschusst.

Förderung unternehmerischen Know-hows
Über dieses Förderprogramm können Unternehmen Beratungskostenzuschüsse in Höhe von 50 Prozent beantragen (bis max. 2.000 Euro). Mehr Informationen dazu gibt es auf der Website zum Förderprogramm.

go-INNO
Das Förderprogramm richtet sich an KMU, die externe Beratungsleistungen für die Vorbereitung und Durchführung von Innovationsprojekten in Anspruch nehmen möchten. Das Programm bezuschusst diese Ausgaben mit 50 Prozent. Die Beratungsleistungen können in den Leistungsstufen Potenzialanalyse, Realisierungskonzept und Projektmanagement erfolgen. Der maximale Fördersatz richtet sich nach der jeweiligen Leistungsstufe.

Weiterführende Informationen und Beratungsangebote