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Daten und Fakten

Daten zum Industriestandort Berlin

Berliner Industriepolitik
Die Berliner Industrie hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt - mit steigender Exportquote und wachsender Bruttowertschöpfung. Allerdings weist Berlin immer noch ein industrielles Defizit mit zu wenig Industriearbeitsplätzen auf. Dies gilt es abzubauen, denn Industrie schafft Wachstum und Beschäftigung, bringt Innovationen hervor und gibt Impulse für Wissenschaft und Forschung. Der Steuerungskreis Industriepolitik sowie der Masterplan Industrie sollen die Entwicklung der Industrie am Standort fördern.
Industrie- und Innovationsstandorte
Die IHK Berlin hat einzelne Industrie- und Innovationsstandorte untersucht, für die im Ergebnis Perspektiven und erste Handlungsempfehlungen zur weiteren Entwicklung erarbeitet wurden. Dabei wurde vor allem deutlich, dass Standorte, die eine spezielle Nachbarschaft zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, technologieorientierten und produzierenden Unternehmen aufweisen, noch gezielter als bisher unterstützt werden müssen.
Berliner Industrie in Zahlen
Nach den strukturellen Veränderungen hat sich die Berliner Industrie in den vergangenen zehn Jahren mehr als nur stabilisiert. Die IHK Berlin begründet in „Berliner Industrie in Zahlen“ (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 1347 KB), warum das Verarbeitende Gewerbe eine der Vorzeigebranchen der Stadt ist. Für die erstmalig für die Jahre 2014/2015 erschienene Publikation hat die IHK eigene Zahlen für die Industrie ausgewertet sowie aktuelle Daten aus verschiedenen Quellen aufbereitet.
Wozu braucht Berlin Industrie?– Antworten auf 15 häufige Fragen

FAQs zur Berliner Industrie

Die Industrie ist eines der wesentlichen Standbeine der Wirtschaft in Berlin: Die Industrie bietet 105.000 Menschen Arbeit, jeder 10. Euro der Bruttowertschöpfung wird direkt in der Berliner Industrie erwirtschaftet. Doch über das wirtschaftliche Netzwerk ist die Bedeutung des Verarbeitenden Gewerbes sogar deutlich höher, weil die Industrie viele Leistungen zukauft, beispielsweise IT, Marketing oder Logistik. Die Faustregel lautet, dass ein zusätzlicher industrieller Arbeitsplatz zwei bis vier weitere Arbeitsplätze in anderen Branchen nach sich zieht. Um diese Effekte des industriellen Netzwerkes optimal zu nutzen und die Stadt nachhaltig zu entwickeln, muss Berlin also die Anzahl an industriellen Arbeitsplätzen deutlich steigern. Dies zeigt auch der Vergleich.

Die moderne Berliner Industrie passt hervorragend in die Hauptstadt.  Dennoch sieht die breite Öffentlichkeit Berlin bis heute nicht als Industriestadt, weil wirtschaftliche Zusammenhänge unklar und viele Fragen offen bleiben. Die IHK Berlin beantwortet in ihren FAQs einige der am häufigsten gestellten Fragen.

FAQs von A wie Ausbildung bis Z wie Zukunft
A wie Ausbildungsberuf: Welche Ausbildungsberufe gibt es in der Industrie?
Knapp 2.500 junge Menschen werden derzeit in der Berliner Industrie ausgebildet. Am stärksten sind kaufmännische Berufe sowie Fachinformatiker, Mechatroniker, Industriemechaniker, Elektroniker und Industriekaufmann im gewerblich-technischen Bereich vertreten. Insgesamt gibt es 345 spannende Ausbildungsberufe in Berlin, viele davon können auch in Industriebetrieben erlernt werden.
Die Ausbildung wird den Erfordernissen kontinuierlich angepasst. So entstehen immer wieder neue Ausbildungsberufe wie z. B. technische Produktdesigner, Medientechnologen oder ab 2014 der Kaufmann für Büromanagement.

Einen Überblick über alle Ausbildungsberufe finden Sie hier.
B wie Branchen: Welche Industriebranchen sind besonders stark?
Zwar wird die Industrie selbst häufig als Branche bezeichnet, sie besteht aber selbst aus vielen Branchen. Die fünf stärksten Branchen in Deutschland sind der Kraftfahrzeugbau, der Maschinenbau, die chemisch-pharmazeutische Industrie, die Ernährungsindustrie sowie die Elektrotechnik. 
D wie Defintion: Was ist eigentlich die Industrie?
Unter dem Begriff "Industrie" versteht man in einem engeren Sinne das Verarbeitende Gewerbe. Zu diesem Wirtschaftsbereich gehören alle Unternehmen, die Rohstoffe und Zwischenprodukte weiterverarbeiten und dabei weitere Zwischenprodukte oder auch Endprodukte herstellen. In einem weiteren Sinne ist mit dem Begriff „Industrie“ das Produzierende Gewerbe gemeint, das neben dem Verarbeitenden Gewerbe auch die Energie- und Wasserversorgung, den Bergbau, das Baugewerbe sowie die Betriebe des produzierenden Handwerks umfasst.
Externer Link: Definition der Industrie unter
E wie Energiewende: Was hat die Energiewende mit der Industrie zu tun?
Ohne die Industrie ist eine Energiewende nicht möglich: Für die Energiewende müssen in Deutschland beispielsweise smarte Speichersysteme und Netze erforscht und entwickelt werden. Leistungsfähige Leitungen, Rotoren und Motoren für die Windkraftanlagen, intelligente Mess- und Regeltechnik, effiziente Kraftwerke und vieles mehr muss produziert werden. All dies leistet die Industrie.

F wie Forschung & Entwicklung
Die Menschheit wächst, der Bedarf an industriellen Produkten auch. Für die Herausforderungen von heute und morgen, beispielsweise die Energiewende oder den Demographiewandel erforscht und entwickelt die Industrie die Lösungen. In Berlin investierten die Industrieunternehmen im Jahr 2011 rund 965 Mio. € (Quelle: Stifterverband für die Wissenschaft) in Forschung und Entwicklung. Der Anteil der neuen oder verbesserten Produkte macht knapp die Hälfte aller Produkte aus.
G wie Gehälter: Was kann ich in der Industrie verdienen?
Industriegehälter liegen deutlich über denen in der Dienstleistungsbranche. Im Produzierenden Gewerbe (Verarbeitendes Gewerbe, Bau, Bergbau und Energieversorgung verdient ein in Vollzeit beschäftigter Mitarbeiter durchschnittlich 4.154 €, in der Dienstleistungsbranche 3.783 €.
H wie Handelspartner: Welches sind die wichtigsten Handelspartner Berlins?
Die Berliner Industrie erwirtschaftete im Jahr 2015 rund 56 % ihres Umsatzes von knapp 25 Mrd. € im Ausland. Die wichtigsten Handelspartner Berlins sind die EU-Länder, USA, Saudi-Arabien, China und die Schweiz.
I wie Industrie 4.0: Was ist eine intelligente Produktion?
Die Digitalisierung hat längst auch in die Industrie Einzug gehalten. Heute gewinnt die zunehmende Vernetzung von IT und Industrie aber eine neue Qualität: Teile der Produktion kommunizieren selbständig untereinander, Regler können über Handy ausgelesen werden, der Mensch übernimmt immer mehr die Funktion eines Controllers der Produktion. In der Zukunftsvision „Industrie 4.0“ geht dies so weit, dass das Werkstück der Fertigungsstraße signalisiert, wie es bearbeitet werden möchte. Die Produktion wird so sehr flexibel, ohne die Vorteile einer Großserienfertigung aufgeben zu müssen.
K wie Karriere mit Lehre: Wie kann ich in der Industrie Karriere machen?
Viele Wege führen zum Erfolg. Dies gilt auch für die Industrie: Mit Studium oder Ausbildung bildet die Industrie viele Entwicklungsmöglichkeiten. Für die Ausbildung wollen wir dies einmal aufzeigen:

N wie Netzwerk: Wer bildet das Netzwerk der Industrie?
Unter dem Netzwerk Industrie versteht man die enge Zusammenarbeit zwischen Industrieunternehmen, den Zulieferern und Dienstleistern, die Voraussetzung für eine erfolgreiche Wirtschaft sind. Ein Beispiel: Hervorragende Produkte können nur entstehen, wenn alle Einzelteile zusammenpassen. Da der Hersteller des Produktes viele dieser Teile zukauft, muss er unternehmensübergreifend mit den Zulieferern zusammenarbeiten. Gleiches gilt für alle anderen Leistungen, die ein Industrieunternehmen zukauft.
P wie Produktivität: Was bedeutet Produktivität?
Die Berliner Industrie ist höchst produktiv – was heißt das eigentlich? Produktivität bezeichnet das Verhältnis zwischen Input und Output in der Industrie. Hier gibt es unterschiedliche Messgrößen. Im deutschlandweiten Vergleich wird beispielsweise gemessen, wie viel ein Beschäftigter in der Industrie erwirtschaftet. In Berlin erwirtschaftet jeder Industriemitarbeiter im Durchschnitt 84.300 € und liegt damit auf einem guten Platz 6 im Vergleich der Bundesländer.
R wie Ressourceneffizienz: Was heißt Ressourceneffizienz?
Ressourceneffizienz bezieht sich auf die Menge an Rohstoffen, die ich benötige, um ein Produkt herzustellen. Je geringer diese Menge ist, desto höher ist die Ressourceneffizienz. In Berlin hat sich die Ressourceneffizienz von 1994 bis 2008 verdoppelt, d. h. für die gleiche Menge an Erzeugnissen wurde nur noch die Hälfte der Rohstoffe benötigt.
S wie Stadtentwicklung: Wie stellt die Stadt eine gute Nachbarschaft von Industrie, Handel, Dienstleistungen und Wohnen sicher?
Berlin hat einen Stadtentwicklungsplan Industrie und Gewerbe (StEP) entwickelt. Dort ist genau definiert, wo Produktion angesiedelt werden kann und welche Flächen in den kommenden Jahren benötigt werden. Dies stellt sicher, dass Wohnen, Handel, Dienstleistungen und produzierendes Gewerbe stadtverträglich entwickelt werden. Die Ideen der IHK Berlin zur strategischen Entwicklung der wichtigsten Wirtschafts- und Wissensstandorte in der Stadt finden Sie hier (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 2987 KB)
U wie Unternehmen: Welche großen Arbeitgeber gibt es in Berlin?
Einige namhafte Unternehmen produzieren in Berlin und gehören zu den größten Arbeitgebern in der Stadt. Insgesamt ist die Unternehmenslandschaft jedoch von vielen kleinen und mittelständischen Firmen geprägt. In der IHK-Daten „Firmen in Berlin“ können Sie Unternehmen nach Namen, Wirtschaftszweigen oder Größe recherchieren.
W wie Wachstumsmotor - Wie treibt die Industrie die wirtschaftliche Entwicklung Berlins?
In Deutschland gilt die Industrie als Herzstück der Wirtschaft - nicht  ohne Grund: Denn neben den eigenen Mitarbeitern beschäftigt die Industrie durch ihre Aufträge auch viele Menschen in den Dienstleistungsbereichen. Nach einer Studie des DIW kommen pro drei Beschäftigten in der Industrie noch einmal zwei in den Dienstleistungen hinzu. Wenn man den privaten Konsum der Industriemitarbeiter hinzurechnet, so kommen indirekt noch viele weitere Jobs hinzu. Dies gilt auch für Berlin.

Z wie Zukunftslösungen - Welche Produkte kommen aus Berlin?
Industrie bestimmt unseren Alltag: Von A wie Aufzügen über M wie Motorrad und P wie Porzellan oder S wie Schokolade – all dies sind Produkte der Berliner Industrie.
Doch neben diesen sichtbaren Erzeugnissen gibt es auch unter den Produkten viele Hidden Champions: Meß- und Regeltechnik, Elektromotoren, Kunstherzen oder Diagnose-Geräte fallen vielleicht nicht direkt ins Auge, sind aber aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Deshalb gilt: Nur gemeinsam mit der Industrie können wir smarte Lösungen gestalten.

 
Standortpolitik

Industriepolitik

Nur mit einer starken industriellen Basis kann Berlin langfristig erfolgreich bleiben. Mit hochwertigen Arbeitsplätzen und innovativer Produktion stärkt die Industrie Kaufkraft und technologischen Fortschritt am Wirtschaftsstandort Berlin. Mit aktiver Industriepolitik und gesellschaftlicher Akzeptanz muss dieser Rolle Rechnung getragen werden.