Pressemitteilung
IHK-Digitalisierungsumfrage: Berliner Wirtschaft Vorreiter bei KI-Nutzung, aber Rechtsunsicherheiten und fehlende digitale Souveränität bremsen
Die KI-Nutzung der Berliner Wirtschaft liegt mit 40 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (plus 5 Prozent). Doch Rechtsunsicherheiten bremsen Unternehmen bei der Digitalisierung aus. Das geht aus der aktuellen IHK-Umfrage zum Grad der Digitalisierung der Unternehmen hervor. An der repräsentativen Umfrage nahmen Ende letzten Jahres 252 Berliner Unternehmen teil. Aus ihrer Sicht besteht Handlungsbedarf für die digitale Souveränität: Die Mehrheit der Berliner Unternehmen ist nach eigener Einschätzung weitgehend oder vollkommen abhängig von Soft- und Hardware aus Nicht-EU-Ländern. Neben verlässlichen rechtlichen Regelungen erwarten die Unternehmen von der Politik Förderungen von Open-Source-Lösungen und Schlüsseltechnologien.
Die Betriebe bringen die Digitalisierung in erster Linie voran, um Arbeitsmodelle zu flexibilisieren (74 Prozent), die Qualität ihrer Produkte zu verbessern (62 Prozent) oder um Kosten einzusparen (60 Prozent). Über die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) nutzt KI bei der Produktentwicklung oder -optimierung – ein deutlicher Anstieg zu den 37 Prozent aus dem Vorjahr. Die technischen Hürden in den Unternehmen sind gesunken und das Knowhow gestiegen. KI wird zunehmend auch für die Qualitätssicherung und Prozessüberwachung (41 Prozent) genutzt und ist neben Marketing und Kundensupport eines der wesentlichen KI-Einsatzgebiete.
Während die Unternehmen ihrem eigenen Digitalisierungsgrad die Note 2,6 geben, bewerten sie den der öffentlichen Verwaltung als „ausreichend“ (Note 4,2). Wesentliche Digitalisierungshürden sind rechtliche Unsicherheiten und Sicherheitsrisiken (jeweils 34 Prozent). Problematisch scheint die große Abhängigkeit im Soft- und Hardwarebereich aus Nicht-EU-Ländern. Besonders deutlich wird dies bei Hardware wie Chips oder Endgeräten sowie bei Betriebssystemen (67 Prozent). Ähnlich besorgniserregend schätzen die Berliner Unternehmen die Abhängigkeitsverhältnisse bei KI-Anwendungen, Office-Software oder Online-Plattformen ein (63 Prozent). Einzig bei Maschinen- und Anlagesoftware fällt das Urteil weniger drastisch aus. Die Unternehmen fordern eine umfassende Förderung von Open Source-Lösungen (54 Prozent) sowie von Schlüsseltechnologien (43 Prozent).
IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner: „Trotz angespannter Wirtschaftslage bleibt die Digitalisierung wichtiger Innovationstreiber für die Berliner Wirtschaft. Damit wir die Potenziale insbesondere der Künstlichen Intelligenz noch besser heben können, kommt es auf praxisnahe und verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen an. Bei allem technologischen Fortschritt ist die digitale Resilienz ausschlaggebend für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts. Angesichts der zunehmenden geo- und handelspolitischen Herausforderungen braucht es eine ambitionierte wie strategische Förderung der technologischen und digitalen Souveränität."
Die detaillierten Umfrage-Ergebnisse finden Sie anbei und hier.
Terminhinweis:
Digitale Souveränität, KI-Use-Cases aus der unternehmerischen Praxis und Open Source-Lösungen für Wirtschaft und Verwaltung stehen auch im Mittelpunkt der DIGITAL+ Konferenz der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) und der IHK Berlin, die am Dienstag, 10. Februar in der IHK Berlin stattfindet. Bislang gibt es mehr als 600 Anmeldungen, darunter zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer.
Medien sind herzlich eingeladen, um Anmeldung unter presse@berlin.ihk.de wird gebeten.