Leitlinien für eine zukunftsfähige Mobilität in der Wirtschaftsregion Wiesbaden
- Warum Mobilität entscheidend ist
- Leitlinie 1: Verkehrsplanung erfolgt langfristig, sachorientiert und faktenbasiert.
- Leitlinie 2: Mobilität in der Region wird nachhaltig, ressourcenschonend und zukunftsorientiert gestaltet.
- Leitlinie 3: Die verkehrliche Infrastruktur ist leistungsfähig, resilient und zukunftsfähig.
- Leitlinie 4: Die Wirtschaftsregion Wiesbaden ist überregional hervorragend angebunden.
- Leitlinie 5: Der ÖPNV in der Wirtschaftsregion wird bedarfsgerecht, attraktiv und zuverlässig.
- Leitlinie 6: Rad- und Fußverkehr bilden einen sicheren, durchgängigen und leistungsfähigen Teil des Mobilitätsmixes.
- Leitlinie 7: Wirtschaftsverkehre laufen effizient und reibungslos.
- Leitlinie 8: Innenstädte und Zentren sind gut erreichbar, belebt und lebenswert.
- Leitlinie 9: Mobilität ist digital, intelligent gesteuert und datenbasiert.
Warum Mobilität entscheidend ist
Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Lebensqualität in Wiesbaden und der gesamten Region. Sie bestimmt, wie gut Unternehmen, Arbeitsplätze, Innenstädte und Gewerbegebiete erreichbar sind und wie effizient Waren-, Dienstleistungs- und Besucherströme organisiert werden können.
Die Wirtschaftsregion Wiesbaden steht dabei vor spürbaren Herausforderungen: Verkehrsbeeinträchtigungen durch Baustellen und Engpässe sowie eine vielfach sanierungsbedürftige Infrastruktur mindern die Verlässlichkeit. Im ÖPNV bestehen Defizite bei Zuverlässigkeit, Angebotsqualität und Bezahlbarkeit – insbesondere im Stadt‑Umland‑Verkehr sowie außerhalb der Hauptverkehrszeiten. Auch regionale und überregionale Schienenverbindungen sind häufig umsteigeabhängig und störanfällig, während zentrale Infrastrukturprojekte nur langsam vorankommen.
Gleichzeitig nehmen Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum zu, etwa zwischen Wirtschaftsverkehren, Individualverkehr, Umweltverbund[1] und Aufenthaltsfunktionen. Die damit verbundenen Zielkonflikte – etwa zwischen Erreichbarkeit, Flächenverteilung, Klimaschutz und Aufenthaltsqualität – müssen transparent gemacht und ausgewogen gelöst werden.
Zugleich ist Mobilität ein entscheidender Standortfaktor im Wettbewerb um Unternehmen, Fachkräfte, Investitionen und Kaufkraft. Gute Erreichbarkeit stärkt Innenstädte und Zentren, sichert Wertschöpfung vor Ort und erhöht die Attraktivität der Region als Wirtschafts- und Lebensraum. Mobilität beeinflusst somit wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Lebensqualität, Umwelt und soziale Teilhabe gleichermaßen.
Ziel muss daher eine leistungsfähige, verlässliche, nachhaltige, bezahlbare und wirtschaftsfreundliche Mobilität für Wiesbaden und die Region sein – auf Grundlage von Daten und Fakten und ohne einzelne Verkehrsträger gegeneinander auszuspielen.
Vor diesem Hintergrund formuliert die IHK Wiesbaden die folgenden Leitlinien und Handlungsbedarfe als konstruktiven Beitrag zur Mobilitätsdebatte sowie als Grundlage für den Dialog mit Politik, Verwaltung und weiteren Akteuren.
Leitlinie 1: Verkehrsplanung erfolgt langfristig, sachorientiert und faktenbasiert.
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Monitoring etablieren und Datenbasis stärken: Zentrale Kennzahlen (z. B. Modal Split, Verkehrsaufkommen, Stau, Erreichbarkeit) kontinuierlich erfassen, transparent bereitstellen und als verbindliche Grundlage der Verkehrsplanung nutzen.
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Sachlichkeit sichern: Verkehrsdebatten versachlichen und Entscheidungen konsequent auf wissenschaftlicher Grundlage und faktenbasiert treffen. Dabei ist die Bedeutung einzelner Verkehrswege für Wirtschaft, Pendlerinnen und Pendler sowie Freizeit- und Tourismusverkehre angemessen zu berücksichtigen.
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Mobilitätskonzept entwickeln: Ein integriertes, faktenbasiertes Mobilitäts-Gesamtkonzept für Wiesbaden und das Umland erarbeiten, um Prioritäten nachvollziehbar festzulegen.
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Prioritäten wirkungsorientiert setzen: Mobilitätsmaßnahmen nach transparenten Kriterien priorisieren und öffentliche Mittel gezielt dort einsetzen, wo sie den größten Beitrag zu Erreichbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz, Nachhaltigkeit und langfristigem Nutzen für den Standort leisten.
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Transparenz und Verständlichkeit sichern: Maßnahmen, Entscheidungen und ihre Auswirkungen frühzeitig, verständlich und nachvollziehbar kommunizieren, um Akzeptanz zu erhöhen.
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Planungssicherheit schaffen: Verlässliche Finanzierungsgrundlagen und klar definierte Zielbilder mit realistischen Zeitperspektiven schaffen.
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Ausgewogenheit wahren: Alle Verkehrsträger im Planungsprozess gleichermaßen berücksichtigen und ein Gegeneinander-Ausspielen vermeiden.
Leitlinie 2: Mobilität in der Region wird nachhaltig, ressourcenschonend und zukunftsorientiert gestaltet.
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Nachhaltigkeit verankern: Nachhaltige Mobilität systematisch in allen verkehrspolitischen Entscheidungen berücksichtigen und als zentralen Faktor für Standortattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit verstehen.
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Klimaanpassung stärken: Verkehrsinfrastruktur gezielt widerstandsfähiger gegenüber Klimafolgen wie Hitze, Starkregen oder Hochwasser machen, um Ausfälle und volkswirtschaftliche Schäden zu reduzieren.
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Umweltverbund1 ausbauen: Den Umweltverbund bedarfsgerecht stärken, insbesondere durch ein verbessertes ÖPNV-Angebot im Stadt-Umland-Verkehr sowie in Rand- und Nachtzeiten.
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E-Mobilität fördern: Elektromobilität durch einen flächendeckenden, bedarfsgerechten Ausbau der Ladeinfrastruktur voranbringen, mit besonderem Fokus auf gewerblichen Bedarfen.
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Wirtschaftlichkeit sicherstellen: Mobilitätsmaßnahmen konsequent anhand ihres verkehrlichen Nutzens, ihrer langfristigen Finanzierbarkeit sowie ihrer ökologischen Wirkung bewerten und priorisieren.
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Umweltspuren gezielt einsetzen: Umweltspuren dort einrichten, wo sie nachweislich zur Verbesserung des Verkehrsflusses und zur Erreichung verkehrlicher Ziele beitragen.
Leitlinie 3: Die verkehrliche Infrastruktur ist leistungsfähig, resilient und zukunftsfähig.
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Infrastruktur bedarfsgerecht entwickeln: Erhalt, Modernisierung und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur konsequent am tatsächlichen Bedarf ausrichten, bestehende Sanierungsrückstände abbauen und dabei insbesondere Pendlerströme sowie Anforderungen von Wirtschafts-, Handels- und Tourismusverkehren berücksichtigen.
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Resilienz stärken: Leistungsfähige Ausweichrouten für Wirtschafts- und Lieferverkehre sichern, um die Funktionsfähigkeit bei Störungen oder Ausfällen zentraler Verkehrsachsen zu gewährleisten.
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Bauprozesse effizient gestalten: Baustellen besser koordinieren und Bauabläufe verbindlich aufeinander abstimmen. Hierfür sollten zentrale, ämterübergreifende Baustellenmanagement-Strukturen auf Stadt- und Kreisebene etabliert sowie Beschleunigungspotenziale (z. B. Mehrschichtbetrieb, Nacht- und Wochenendarbeiten oder Anreize für vorzeitige Fertigstellung) konsequent genutzt werden. Zugleich müssen Planungs- und Umsetzungszeiten bei Infrastrukturmaßnahmen insgesamt spürbar verkürzt werden.
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Transparenz sicherstellen: Baustellen, Sperrungen und Umleitungen frühzeitig, verständlich und nutzerfreundlich kommunizieren, insbesondere über digitale Informationsangebote.
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Verkehrsfluss optimieren: Verkehrssteuernde Maßnahmen wie Ampelschaltungen, Abbiegeverbote, Pförtnerungen oder Temporegelungen regelmäßig evaluieren und bei Bedarf anpassen. Ziel muss ein möglichst störungsarmer und effizienter Verkehrsablauf sein; künstlich erzeugte Engstellen sind dabei grundsätzlich zu vermeiden.
Leitlinie 4: Die Wirtschaftsregion Wiesbaden ist überregional hervorragend angebunden.
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Schienenprojekte voranbringen: Wichtige Infrastrukturvorhaben wie die Reaktivierung der Aartalbahn und der Bau der Wallauer Spange zügig realisieren, um den Untertaunus, Wiesbaden und den Rheingau besser an den regionalen und überregionalen Schienenverkehr anzubinden.
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Fernverkehrsanbindung stärken: Wiesbaden als Landeshauptstadt besser in den überregionalen Schienenfernverkehr integrieren und zuverlässige, direkte Verbindungen in die Metropolregionen mit attraktiven Zeiten (insbesondere morgens und abends) sicherstellen.
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Straßeninfrastruktur leistungsfähig ausbauen: Bestehende Engpässe im Autobahnnetz gezielt beseitigen. Dazu zählen insbesondere der sechsstreifige Ausbau der A66 zwischen Schiersteiner und Wiesbadener Kreuz, der sechsstreifige Ausbau der A643 auf beiden Rheinseiten sowie der Ausbau des Schiersteiner und Wiesbadener Kreuzes.
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Umstieg erleichtern: Park+Ride-Angebote bedarfsgerecht ausbauen, insbesondere an Bahnhöfen und in Randlagen, und besser mit dem ÖPNV sowie digitalen Informationssystemen verknüpfen.
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Güterverkehr stärken: Anforderungen eines leistungsfähigen Güter- und Logistikverkehrs bei Planung und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur systematisch einbeziehen und die regionale sowie überregionale Anbindung weiter stärken.
Leitlinie 5: Der ÖPNV in der Wirtschaftsregion wird bedarfsgerecht, attraktiv und zuverlässig.
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Verlässlichkeit sicherstellen: Ein dauerhaft stabiles und verlässliches ÖPNV-Angebot gewährleisten – auch in Rand- und Nachtzeiten sowie insbesondere im ländlichen Raum. Eine gute Erreichbarkeit mit dem ÖPNV ist dabei auch ein entscheidender Faktor für die Gewinnung und Bindung von Fachkräften.
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Region besser vernetzen: Stadt‑Umland-Verbindungen gezielt stärken und ausbauen. Dabei sollten die Anbindung von Gewerbegebieten, großen Arbeitgebern sowie touristischen Zielen besondere Berücksichtigung finden.
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Flexible Angebote ergänzen: On-Demand-Verkehre und andere flexible Mobilitätsangebote bedarfsgerecht weiterentwickeln, insbesondere dort, wo klassische ÖPNV-Angebote wirtschaftlich oder strukturell an ihre Grenzen stoßen.
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Zukunftsfähige Systeme prüfen: Im Rahmen eines integrierten, faktenbasierten Mobilitätskonzepts leistungsfähige und innovative ÖPNV-Systeme (z. B. schienengebundene Lösungen oder automatisierte, spurgebundene Konzepte wie ART[2]) ergebnisoffen prüfen – mit klarem Fokus auf Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Akzeptanz.
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Tarifangebote verbessern: Tarifstrukturen weiterentwickeln und bezahlbare sowie einfach nutzbare Angebote stärken, insbesondere Jobtickets und Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen.
Leitlinie 6: Rad- und Fußverkehr bilden einen sicheren, durchgängigen und leistungsfähigen Teil des Mobilitätsmixes.
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Infrastruktur bedarfsgerecht ausbauen: Rad- und Fußverkehr sicher, durchgängig und alltagstauglich gestalten, insbesondere durch den Lückenschluss im Netz sowie klar geführte und ausreichend dimensionierte Wege. Dabei ist auch die Erreichbarkeit von Betrieben, Arbeitsplätzen und Gewerbestandorten angemessen zu berücksichtigen.
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Zentrale Projekte umsetzen: Wichtige Vorhaben wie die Radschnellverbindungen Mainz–Wiesbaden und Frankfurt–Wiesbaden zügig realisieren und bestehende Netzlücken systematisch schließen.
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Barrierefreiheit gewährleisten: Verkehrsflächen konsequent so gestalten, dass sie für alle Alters- und Nutzergruppen sicher und komfortabel nutzbar sind.
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Verknüpfung stärken: Intermodale Angebote durch ausreichend Abstellanlagen, Fahrradparkhäuser und Sharing-Systeme gezielt ausbauen und besser mit dem ÖPNV verknüpfen.
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Leistungsfähigkeit sichern: Auch bei einem weiteren Ausbau des Radverkehrs muss die Funktionsfähigkeit zentraler Verkehrsachsen für Wirtschafts- und Pendlerverkehre gewährleistet bleiben.
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Nutzungskonflikte reduzieren: Klare Regelungen für Abstellflächen von Fahrrädern und E‑Tretrollern schaffen und deren Einhaltung konsequent durchsetzen; Behinderungen auf Gehwegen und in stark frequentierten Lagen sind zu vermeiden.
Leitlinie 7: Wirtschaftsverkehre laufen effizient und reibungslos.
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Infrastruktur sichern: Eine leistungsfähige und belastbare Verkehrsinfrastruktur für Wirtschafts-, Liefer- und Schwerlastverkehre dauerhaft sicherstellen und bei Ausbau- und Umbaumaßnahmen konsequent mitdenken.
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Bedarfe berücksichtigen: Anforderungen von Logistik-, Liefer- und Güterverkehren frühzeitig in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbeziehen, um praktikable und wirtschaftsverträgliche Lösungen zu gewährleisten.
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Intermodale Lösungen stärken: Die Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsträger gezielt ausbauen, um Effizienzpotenziale zu heben und gleichzeitig ökologische Ziele zu unterstützen. Dabei sollten auch digitale Logistiklösungen stärker berücksichtigt und gefördert werden.
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Lieferverkehre ermöglichen: Ausreichende und funktionale Lade- und Lieferzonen bereitstellen und deren Verfügbarkeit im Alltag sicherstellen, insbesondere in innerstädtischen Bereichen.
Leitlinie 8: Innenstädte und Zentren sind gut erreichbar, belebt und lebenswert.
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Erreichbarkeit gewährleisten: Innenstädte und Zentren für alle Verkehrsträger zuverlässig zugänglich halten, insbesondere für Kunden, Beschäftigte und Wirtschaftsverkehre.
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ÖPNV-Anbindung stärken: Innenstädte und Ortszentren müssen schnell und zuverlässig mit dem ÖPNV erreichbar sein. Gleichzeitig sollten tangentiale Verbindungen ausgebaut werden, um unnötige Durchgangsverkehre durch die Innenstädte zu reduzieren.
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Parkangebote bedarfsgerecht gestalten: Parkmöglichkeiten wirtschafts- und kundenorientiert weiterentwickeln. Dazu zählen ausreichende Kapazitäten, eine angemessene Preisgestaltung sowie – wo sinnvoll – mehr Parkraumkapazitäten in kommunaler Hand. Zeitlich befristete Maßnahmen, etwa bei Festen, Märkten oder verkaufsoffenen Sonntagen, können durch vergünstigtes oder kostenfreies Parken zusätzliche Impulse für die Innenstädte setzen.
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Aufenthaltsqualität verbessern: Öffentliche Räume aufwerten und die Fußläufigkeit stärken, ohne die funktionale Erreichbarkeit für Handel, Gastronomie und Dienstleistungen zu beeinträchtigen.
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Verkehr sinnvoll steuern: Maßnahmen zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs – etwa die Ausweitung von Fußgängerzonen oder eine stärkere Nutzung von Parkhäusern – gezielt prüfen und umsetzen, sofern die Erreichbarkeit für Kunden und Wirtschaftsverkehre gewährleistet bleibt.
Leitlinie 9: Mobilität ist digital, intelligent gesteuert und datenbasiert.
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Verkehr intelligent steuern: Verkehrsflüsse insbesondere im urbanen Raum durch digitale Steuerungssysteme gezielt verbessern. Ziel ist ein möglichst störungsarmer und effizienter Verkehrsablauf, um Zeitverluste für Pendlerinnen und Pendler und Wirtschaftsverkehre zu reduzieren sowie Emissionen und Lärmbelastungen zu senken.
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Daten strategisch nutzen: Datenbasiertes Mobilitätsmanagement konsequent einsetzen, um Verkehrsströme besser zu verstehen, Maßnahmen zielgerichtet zu planen und Wirkungen messbar zu machen.
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Angebote digital vernetzen: Unterschiedliche Mobilitätsangebote nutzerfreundlich miteinander verknüpfen und digitale Plattformen stärken, um intermodale Wegeketten zu erleichtern.
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Informationen in Echtzeit bereitstellen: Verlässliche, barrierefreie und aktuelle Fahrgast- und Verkehrsinformationen bereitstellen, um Planungssicherheit zu erhöhen und spontane Mobilitätsentscheidungen zu erleichtern.
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Betriebliches Mobilitätsmanagement fördern: Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung betrieblicher Mobilitätskonzepte stärker unterstützen, um Verkehrsaufkommen effizient zu steuern und nachhaltigere Mobilitätsformen zu stärken. Bestehende Angebote wie kommunale Unterstützungsmaßnahmen sowie das IHK‑Prädikat „Vorbildlich mobil“ sollten gezielt genutzt und weiter gestärkt werden.
[1] Umweltverbund bezeichnet nach Definition des Umweltbundesamtes die Gruppe der umweltverträglichen Verkehre und umfasst Fuß-, Rad-, Schienen- und öffentlichen Straßenpersonenverkehr.
[2] ART steht für Autonomous Rapid Transit, ein innovatives ÖPNV-System, das Merkmale von Bus und Straßenbahn miteinander verbindet.
