Konjunktur im Frühjahr 2026
Deutschland: Doppelkrise belastet die deutsche Wirtschaft
Der Krieg im Nahen Osten erstickt die zu Jahresbeginn aufgekeimte Hoffnung auf konjunkturelle Erholung. Die globalen Auswirkungen der Krise treffen zusammen mit den seit Jahren ungelösten strukturellen Problemen am Wirtschaftsstandort Deutschland die heimischen Unternehmen mit voller Wucht. Das zeigt die DIHK-Konjunkturumfrage im Frühsommer 2026, welche die Stimmungslage von rund 23.000 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen abbildet.
Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Doppelkrise: Zu den Strukturproblemen in Deutschland kommen die wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Nahen Osten hinzu. Geschwächt durch drei Jahre Rezession und Stagnation fühlen sich viele Unternehmen an ihrer Belastungsgrenze. Die zuletzt massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sind für viele Betriebe der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Anders als in früheren Krisen haben viele Betriebe kaum noch Reserven, um den Belastungen etwas entgegenzusetzen.
Der Ausblick der deutschen Wirtschaft ist negativ
Die Stimmung ist so schlecht wie seit der Pandemie nicht mehr. Das drückt auch auf die Investitionen. Wenn Betriebe investieren, dann tun sie dies hauptsächlich, um Maschinen, Anlagen oder Ausrüstung zu ersetzen. Investitionen in die Ausweitung von Kapazitäten hingegen liegen auf einem Tief, das zuletzt während der Finanzkrise 2008/2009 gemessen wurde. Auch Produktinnovationen spielen bei den Investitionen nur noch eine untergeordnete Rolle. Die deutsche Wirtschaft lebt von ihrer Substanz.
Längst schlägt sich die schlechte Wirtschaftslage auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Knapp ein Viertel der befragten Betriebe plant Personal abzubauen, während nur jedes zehnte Unternehmen mehr Beschäftigte einstellen möchte.
