FAQ Beitragsanpassung

Für die Finanzierung der Aufgaben der IHK stehen ihr die Beiträge der Mitgliedsunternehmen zur Verfügung, von denen über zwei Drittel alleine in die Bildung fließen. Viele Jahre hat die IHK den hierfür erhobenen Grundbeitrag stabil gehalten und tut dies für die Umlage auch weiterhin.
Die Vollversammlung der IHK hat am 2. Dezember 2021 nach intensiver Diskussion mit breiter Mehrheit die Anpassung der allgemeinen Grundbeiträge beschlossen.

Wann hat die IHK ihre Beiträge zum letzten Mal angepasst?

Die IHK hat seit 1997 ihre Beiträge nicht mehr angepasst. Seit diesem Zeitpunkt wurden die Beiträge schrittweise auf einen seit 2001 unveränderten Grundbeitrag und seit 2005 unveränderten stabilen Umlagesatz reduziert. 2014, 2018 und 2019 konnten die Beiträge sogar jeweils jahresbezogen nochmals gesenkt werden. Die Stabilität für den Umlagesatz dauert an.

Warum passt die IHK ihre Beitragssätze an?

Die IHK passt ihre Grundbeitragssätze aufgrund zweier wesentlicher Faktoren an:
  • Zum einen aufgrund des Einbruchs der Gewerbeerträge in der Region seit 2019 um über 25 Prozent. Diese ist wesentlich durch den Transformationsprozess in der Automobilindustrie und die Auswirkungen der Pandemie begründet.
  • Zum anderen sind dies Folgen der Rechtsprechung. Die IHK hatte in der Vergangenheit für (Krisen-) Situationen eine Ausgleichsrücklage als Risikovorsorge gebildet. Diese hätte nun Beitragsanpassungen verhindert. Die Rechtsprechung hat die IHK hierbei jedoch massiv eingeschränkt. Vorsorge in guten Jahren für schlechte Jahre ist nur noch in ganz engem Rahmen für maximal ein Jahr möglich.
Daher folgt nun neben dick geschnürten Sparpaketen im Personal- wie Sachkostenbereich der Ausgleich durch die Beitragsanpassung – die erste seit 1997.

Was sind die Gründe für die Beitragseinbrüche bei der IHK?

Bemessungsgrundlage für den IHK-Beitrag ist der gewerbesteuerliche Gewerbeertrag der Mitgliedsbetriebe. Geht der zurück, gehen auch die Beiträge zurück. Dieser Gewerbeertrag ist seit 2019 kontinuierlich zurückgegangen. Die wesentlichen Gründe dafür liegen
  • im Transformationsprozess in der Automobilbranche, der sich bereits im Lauf des Jahres 2019 bemerkbar machte.
  • in den wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, die 2020 und 2021 zu deutlichen Anpassungen der Bemessungsgrundlagen führte.
  • in den Auswirkungen der Beitragssenkungen 2018 und 2019 von damals 24 Prozent. Über das damalige jahresbezogene Ausfallvolumen von rund 8,5 Mio. Euro macht sich das auch noch jetzt (durch die Steuerfestsetzungen und nun endgültigen Jahresabrechnungen) mit nochmals rund 1,5 Mio. Euro pro Jahr bemerkbar.

Hat die IHK für solch eine Situation keine Vorsorge getroffen?

Die IHK hatte in der Vergangenheit hierfür über eine Ausgleichsrücklage Vorsorge getroffen. Diese hatte den Sinn genau solche Situationen ohne Beitragsanpassungen zu überstehen nach dem Motto „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“. Die Rechtsprechung hat dies jedoch massiv eingeschränkt. Diese Ausgleichsrücklage wurde 2021 komplett eingesetzt, um die Beitragsausfälle zu kompensieren. Für 2022 ist die Höhe aufgrund der rechtlichen Grenzen nicht mehr ausreichend.

Um wie viel und wie genau passt die IHK ihre Beiträge jetzt an?

Die IHK passt die Beiträge in einem Gesamtvolumen von rund acht Millionen Euro an. Dies entspricht in etwa der Größenordnung des Volumens der Beitragssenkungen der Jahre 2018 und 2019 von damals je 8,5 Millionen Euro.
So sieht die Anpassung der Grundbeiträge aus:
  • Unternehmen mit geringen Gewinnen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, bezahlen auch weiterhin keinen IHK-Beitrag.
  • Ein Kleinunternehmen (ohne Handelsregistereintragung), das über die Gewinnfreigrenze kommt, bezahlt nun 45 Euro im Jahr statt 25 Euro.
  • Für sehr große Unternehmen wird ein neuer Grundbeitrag von 10.000 Euro eingeführt.
Die Umlage wird nicht verändert und bleibt stabil bei einem Umlagesatz von 0,21 % des Gewerbeertrags.

Warum führt die IHK für Großbetriebe einen neuen Grundbeitrag ein?

Weil diese Unternehmen die IHK-Leistungen allein zahlenmäßig in besonderem Maß in Anspruch nehmen können. Außerdem trägt es dazu bei, die Belastung auf Groß und Klein besser zu verteilen.

Warum ändert die IHK nicht die Umlage?

Die Umlage ist ertragsabhängig. Dies bedeutet, dass die Preissteigerungen der letzten Jahre sich bereits in der Umlage abbilden. Für die Grundbeiträge ist dies nicht der Fall.

Wer zahlt wie viel?

Entsprechend des Solidaritätsprinzips finanzieren die ertragsstarken Unternehmen, welche rund zwei Prozent der Mitglieder ausmachen, den größten Anteil der Beitragslast. Das sind rund 70 Prozent.
Rund 40 Prozent all unserer Mitgliedsunternehmen bezahlen keinen IHK-Beitrag, da sie als Kleingewerbetreibende (bzw. nicht im Handelsregister eingetragene Unternehmen) unter die gesetzliche Gewinngrenze von 5.200 Euro fallen.
Für alle anderen ist der Grundbeitrag und auch die Umlage (bei natürlichen Personen und Personengesellschaften über einem Freibetrag von 15.340 Euro) zu bezahlen. Die Umlagen machen den größten Teil des Beitragsvolumens aus.