Nr. 70466
Pressemitteilung 12. Juni 2024

BWIHK-Vize Claus Paal: Bürokratie und Rechtsunsicherheit bedrohen Praktikumslandschaft

Zumeldung zur Debatte im Landtag über eine europäische Praktikumsrichtlinie

„Keine drei Tage nach der Europawahl beschäftigt sich der Landtag von Baden-Württemberg mit dem nächsten Regelwerk aus Brüssel. Es kommt Vorhaben nach Vorhaben, als hätte es nie Kritik an der mittlerweile maßlosen Regulierungsdichte und der Bürokratiebelastung gegeben“, sagt Claus Paal, Vizepräsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) und Präsident der für rechtliche Fragen im BWIHK federführenden IHK Region Stuttgart. Aus Paals Sicht könnte die geplante Richtlinie zu einem massiven Rückgang von Praktikumsplätzen führen. „Das hätte nicht nur negative Auswirkungen auf die Unternehmen, denen potenzielle Fachkräfte entgehen, sondern auch auf junge Menschen, die auf Praktika angewiesen sind, um wichtige Berufserfahrungen zu sammeln.“
Für Paal ist die Richtlinie, die derzeit vom Europäischen Rat und Parlament verhandelt wird, ein weiteres Beispiel dafür, dass vieles an der EU-Gesetzgebung gut gemeint ist, in der Umsetzung aber zu massiven Mehrbelastungen für Unternehmen führt. „Das ist bei der Fülle an Vorhaben und Gesetzen für die Betriebe mittlerweile nicht mehr zu schultern“, so der BWIHK-Vizepräsident. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verhinderung von Diskriminierung bei der Bezahlung von Praktikantinnen und Praktikanten und die umfangreichen Informationspflichten in Stellenausschreibungen und gegenüber den Behörden wegen eventueller Scheinpraktika würden zu weiteren finanziellen Belastungen und hohem bürokratischem Aufwand führen.
Darüber hinaus sei die Richtlinie in vielen Punkten zu unkonkret. So benötige etwa der Begriff des Praktikums und der Praktikantinnen und Praktikanten dringend einer eindeutigen Definition, um Rechtsunsicherheit zu vermeiden. Auch die vorgesehenen Haftungsregelungen würden Risiken für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bergen. Die Einführung eines Rechts auf Wiedergutmachung und Entschädigung für Praktikantinnen und Praktikanten sowie eine Beweislastumkehr bei Kündigung oder gleichwertigen Maßnahmen könnten Unternehmen einem erhöhten Haftungsrisiko aussetzen.
„Wir appellieren an die EU, die Bedenken der Wirtschaft ernst zu nehmen und die geplante Richtlinie sorgfältig zu überprüfen“, fordert Paal. „Und wir hoffen, dass die Landesregierung ihren Einfluss hier geltend macht. Denn wenn überhaupt, dann brauchen wir eine ausgewogene Regelung, die sowohl den Bedürfnissen der Unternehmen als auch der jungen Generation gerecht wird. Sonst bring das beste Vorhaben nichts.“

Hintergrundinformation

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist eine Vereinigung der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). In Baden-Württemberg vertreten die zwölf IHKs die Interessen von weit mehr als 650.000 Mitgliedsunternehmen. Zweck des BWIHK ist es, in allen die baden-württembergische Wirtschaft und die Mitgliedskammern insgesamt betreffenden Belangen gemeinsame Auffassungen zu erzielen und diese gegenüber der Landes-, Bundes- und Europapolitik sowie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und anderen Institutionen zu vertreten

Pressemitteilung 6. Juni 2024

Chance für Statistische Ämter und Betriebe: Könnten KI Datenmeldungen von Unternehmen die Statistikproduktion optimieren?

1. Stuttgarter VGR-Kolloquium am 6. und 7. Juni zu Gast bei der IHK Region Stuttgart

Gute Unternehmensentscheidungen und eine angemessene Wirtschaftspolitik benötigen verlässliche Informationen. Wie Wirtschaft und Statistik voneinander profitieren und wie sich dieses Zusammenspiel weiter verbessern lässt, ist Thema bei der heutigen Abendveranstaltung „Statistik trifft Wirtschaft“. Die Veranstaltung wird von der IHK Region Stuttgart und dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg gemeinsam ausgerichtet. Dabei soll es vor allem um Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz und experimentellen Konjunkturdaten gehen. Der Austausch erfolgt im Rahmen des 1. Stuttgarter Kolloquiums der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) am 6. und 7. Juni, zu dem das Statistische Bundesamt und der Arbeitskreis „VGR der Länder“, dessen Vorsitz das Statistische Landesamt Baden-Württemberg seit langem innehat, gemeinsam einladen.
Für IHK-Hauptgeschäftsführerin Susanne Herre wäre die Datenerfassung für Unternehmen mithilfe von Künstlicher Intelligenz eine klassische Win-win-Situation: „Wenn es mithilfe von KI gelingt, die Datenerfassung in den Betrieben zu vereinfachen und zu beschleunigen, entlastet dies unsere Unternehmen.“ Das wäre nicht nur eine Zeiteinsparung für die Betriebe, auch die erhobenen Daten wären deutlich aktueller.
Bislang ist die Datenerhebung zu Statistikzwecken für viele Unternehmen mit erheblichem Mehraufwand verbunden, gerade wenn sie gleichzeitig in Stichproben verschiedener Statistiken fallen. „Wir spüren in der Wirtschaft eine zunehmende Frustration, was Bürokratie angeht“, so Herre. „Es gibt zu viele langwierige Verwaltungsprozesse und Genehmigungsverfahren, die zu viel Zeit rauben, die dann fürs eigentliche Kerngeschäft fehlt. “ Diese Frustration strahlt dann auf die statistischen Meldungen ab, die allerdings für sich genommen nur ein Prozent der Bürokratiekosten ausmachen und in vielen Fällen schon stark vereinfacht und digitalisiert wurden.
„Wir bedanken uns als amtliche Statistik bei allen Unternehmen, die Daten an uns melden. Die Aufgabe mag manchmal aufwändig sein – die Informationen, die Sie uns liefern, führen aber dazu, dass sowohl Wirtschaft als auch Politik Entscheidungen treffen können, die auf Fakten basieren“, so Dr. Anke Rigbers, Präsidentin des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.      
An der Notwendigkeit von Zahlenmaterial lässt auch Herre keinen Zweifel. „Politische Entscheidungen dürfen nicht nur nach Bauchgefühl und subjektiver Wahrnehmung getroffen werden, sie brauchen als Grundlage objektive Zahlen und Statistiken.“ Auch für Unternehmen in Entscheidungssituationen sind die gemeldeten Daten zu Konjunktur und andere Informationen elementar.
Gerade in turbulenten wirtschaftlichen Zeiten sei es wichtig, schnell aktuelle, verlässliche und belastbare Informationen zu bekommen, welche die amtliche Statistik anbietet.
Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sehen sich durch das zentrale Qualitätsversprechen der amtlichen Statistik einem besonders sorgfältigen Umgang mit Daten verpflichtet – auch beim Einsatz von KI. Gleichzeitig liefern KI-gestützte Verfahren neue Methoden für den statistischen Werkzeugkasten, die eine effizientere Datenaufbereitung, teilautomatisiert Analysemöglichkeiten und Qualitätsgewinne in der Statistikproduktion ermöglichen.
Beispielsweise werden derzeit Möglichkeiten untersucht, die Plausibilisierung von Meldedaten von Unternehmen mit Technologien des maschinellen Lernens zu automatisieren und so die Aufwände sowohl für Unternehmen als auch für Statistische Ämter zu reduzieren. An anderer Stelle werden KI-gestützte Einsatzmöglichkeiten zur Erzeugung textbasierter Inhalte geprüft. Dies könnte die manuellen Aufwände der Ämter in der textbasierten Erläuterung von Tabellen reduzieren und zur beschleunigten Bereitstellung von verlässlichen amtlichen Daten beitragen.

Hintergrundinformationen

Ansprechpartnerinnen für die Medien

Mara Mantinger
Pressestelle Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
0711 641 2451
pressestelle@stala.bwl.de
Franziska Stavenhagen
IHK Region Stuttgart
Presse und Magazin Wirtschaft
0711 2005-1317
Franziska.stavenhagen@stuttgart.ihk.de

Pressemitteilung 5. Juni 2024

Konjunktur-Umfrage: Kleiner Lichtblick in der Bauwirtschaft

IHK diskutiert auf dem Immobilientag über schnelleres, einfacheres und besseres Bauen

Die Bauwirtschaft ächzt unter dem zu großen Bürokratieaufwand. Unzählige Gesetze und Verordnungen verlangsamen die Prozesse und treiben die Kosten in die Höhe. „Auch wenn die konjunkturelle Talfahrt in der Region Stuttgart vorerst gestoppt ist, bleibt die Baubranche wirtschaftlich stark angeschlagen. Jede bürokratische Erleichterung hilft“, sagt Julian Pflugfelder, Präsident der IHK-Bezirkskammer Ludwigsburg. Er eröffnet am 6. Juni den 12. Immobilientag der IHK Region Stuttgart, auf dem die Baubranche darüber diskutiert, wie „schneller, einfacher und besser gebaut“ werden kann.
Laut der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage für die Region Stuttgart gibt es mittlerweile wieder einen leichten Auftrieb in der Bauwirtschaft. 27 Prozent der Unternehmen berichten von einer guten wirtschaftlichen Lage, das ist eine Steigerung um acht Prozentpunkte im Vergleich zum Januar. Allerdings stieg auch die Anzahl der Unternehmen, die sich in einer schlechten Wirtschaftslage befinden, um vier Prozentpunkte auf 23 Prozent an. Der leichte Auftrieb ist jedoch hauptsächlich auf positive Impulse aus dem gewerblichen Hochbau sowie Straßen- und Tiefbau zurückzuführen. Im Wohnbau ist zwar auch eine Verbesserung spürbar, aber die Nachfrage bleibt wegen hoher Baukosten und erschwerten Finanzierungsbedingungen auf einem geringen Niveau.

Fachkräftemangel als Top-Risiko

Für die Bauunternehmen bleibt der Fachkräftemangel das Risiko Nummer eins. 70 Prozent der Unternehmen blicken dadurch getrübt auf die Geschäftserwartungen in den kommenden Monaten. „Für die Baubranche ist es wichtig, dass die Fachkräftezuwanderung deutlich vereinfacht und beschleunigt wird“, so Pflugfelder. „Ohne die geeigneten Fachkräfte ist der Weg aus der Krise nicht zu schaffen.“
Aber auch das vorhandene Regulierungs-Dickicht macht das Bauen nicht einfacher, zum Beispiel bei Baugenehmigungsverfahren. Zum einen verlangsamt es die Verfahren, zum anderen braucht es vermehrte Unterstützung durch die Baubehörden. Personalengpässe bei den überforderten Baubehörden lassen das aber kaum zu. „Die Prozesse müssen schlanker und Auflagen auf das Notwendige reduziert werden, um die Situation zu verbessern“, fordert Pflugfelder.

Durchgehende Digitalisierung der Baubehörden

Die langen Vorlaufzeiten von teilweise mehreren Jahren machen es für alle Beteiligten mühsam. Schnelles Bauen ist kaum möglich, ganz zu schweigen von kostengünstig. Außerdem mangelt es an der Digitalisierung in den Behörden. „Eine durchgängige Digitalisierung der Baubehörden würde Bearbeitungs- und Genehmigungszeiten deutlich verkürzen“, sagt Pflugfelder. „Außerdem sollten Pragmatismus und Kundenorientierung im Vordergrund stehen.“

Weitere Informationen

Die IHK Region Stuttgart bietet den „Bürokratie-Check“, bei dem Unternehmen Fälle in Zusammenhang mit überbordender Bürokratie einreichen können, an. Dazu pilotiert die IHK aktuell ein eigens geschaffenes Tool, das KI zur schnelleren Auswertung der Fälle nutzt. Anhand der Ergebnisse entwickeln dann Expertinnen und Experten der IHK systematische Lösungsvorschläge.

Pressemitteilung 3. Juni 2024

Für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts

IHK vermittelt erstmalig Bildungspartnerschaft zwischen Realschule und Rotary Club

Zum Wohle der Gesellschaft – das hat sich der Rotary Club Stuttgart Solitude auf die Fahne geschrieben. Und geht aus diesem Grund eine Bildungspartnerschaft mit der Schloss-Realschule Stuttgart ein. Maßgeblich forciert und unterstützt hat diese gemeinsame Verbindung die IHK Region Stuttgart. Die feierliche Urkundenübergabe über die abgeschlossene Bildungspartnerschaft findet am 3. Juni 2024 deshalb im IHK-Haus in Stuttgart statt.
„Der Rotary Club bringt Menschen unterschiedlicher Berufe und Generationen zusammen, um nachhaltige Veränderungen in der Welt und ihren Gemeinden zu bewirken. Also beste Voraussetzungen, um den Schülerinnen und Schülern der Schloss-Realschule direkte Unterstützung und praktische Erfahrungen zu bieten, um sie bei der Weichenstellung für ihre berufliche Zukunft zu unterstützen und ihre persönliche Entwicklung zu fördern“, sagt Andrea Bosch, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin und Leiterin der Abteilung Berufliche Bildung und Fachkräfte.

Vorteile der Bildungspartnerschaft

Die Jugendlichen erfahren mehr über Berufe und Ausbildungen, können klären, was zu ihnen passt und sich fundierter für eine Ausbildung entscheiden. Diese verbesserte Berufsorientierung führt zu passenderen Bewerbungen, besseren Azubis und weniger Abbrüchen. „Dies trägt dazu bei, den zukünftigen Fachkräftebedarf der regionalen Wirtschaft zu decken und die Innovationskraft zu stärken,“ sagt Andrea Bosch.

Ziele der Bildungspartnerschaft

  • Verbesserung der Ausbildungsreife der Jugendlichen,
  • Unterstützung beim Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf,
  • Stärkung regionaler Wirtschaft und Unternehmen sowie nachhaltige Förderung der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen,
  • Einblicke in den Bewerbungsprozess und die Anforderungen des Arbeitslebens geben,
  • Praktische Expertise der Mitglieder des Rotary Club Stuttgart Solitude soll in den Fächern WBS (Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung) und AES (Alltagskultur, Ernährung und Soziales) eingebracht werden.

Hintergrundinformationen

Bildungspartnerschaften sind Kooperationen zwischen Schule und Unternehmen, die über den bereits gegebenen Standard hinausgehen. Unternehmen, die sich in einer Bildungspartnerschaft einbringen, handeln vorausschauend und nachhaltig. Sie setzen sich schon heute mit den Arbeitnehmern von morgen auseinander und können so nicht nur ihren Bedarf besser planen, sondern auch hilfreiche Impulse setzen und so zu einer Verbesserung der Ausbildungsreife beitragen.

IHK Azubi Guide

Die IHK Region Stuttgart informiert dich auf Instagram

Du bist auf der Suche nach einer Ausbildung oder hast deinen Ausbildungsvertrag schon in der Tasche? Auf was musst du jetzt als Azubi alles achten? Wann stehen Prüfungstermine an? Wie kann ich während der Ausbildung ins Ausland? Was ist beim Schreiben des Berichtshefts zu beachten? Was machen andere Azubis eigentlich so und wie kann ich mich nach der Ausbildung weiterentwickeln? Es gibt viele Fragen, die dich vor und während deiner Ausbildungszeit beschäftigen. Mit dem „Azubi Guide“ auf Instagram bleibst du rund um das Thema Ausbildung immer auf dem neusten Stand und bekommst Antworten auf deine Fragen.
Andere Azubis liefern hier aus erster Hand Infos über ihre unterschiedlichen Ausbildungsberufe. Vor den Prüfungen bekommst du in kurzen Video-Clips Tipps von IHK-Prüfern und Ausbildungsberatern, nach der Prüfung erfährst du, wo du deine Prüfungsergebnisse einsehen kannst. Von Fotos der Preisträgerfeiern bis hin zu Videos über außergewöhnliche Ausbildungsberufe oder spannende Karrierewege ist alles dabei. Und sollte mal etwas fehlen, was dich brennend interessiert, kannst du uns jederzeit kontaktieren.
Die Community wächst und wächst und mit ihr unsere Kanäle. Seit September 2018 sind wir für euch auf Instagram unterwegs und versorgen derzeit rund 3.850 Abonnenten mit spannenden Azubi-Themen im Feed und in den Stories. Wer alle unsere geposteten Videos auf einen Blick sehen will, findet auf unserem Youtube-Channel eine Übersicht.
Überzeug dich selbst und klick dich rein!
Wir freuen uns auf dich, dein Azubi-Guide-Team.
Pressemitteilung 29. Mai 2024

Fachkräfteeinwanderung: Chancenkarte

BWIHK – Dr. Susanne Herre: Die Chancenkarte darf nicht noch mehr Bürokratie nach sich ziehen

Am 1. Juni tritt mit der Chancenkarte eine weitere Vereinfachung zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. „Die Fachkräfteproblematik ist nach wie vor Top-Thema unserer Betriebe, wie auch die aktuelle BWIHK-Konjunkturumfrage bestätigt“, sagt Dr. Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart, die im Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) für das Thema Fachkräfte federführend ist. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen nennen den Fachkräftemangel (57 Prozent) als Geschäftsrisiko. „Als einen Baustein setzten daher viele Unternehmen aus allen Branchen auf die Zuwanderung und Beschäftigung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland. Vereinfachungen an dieser Stelle sind daher richtig und wichtig – wir befürworten die mit der Chancenkarte verbundenen Erleichterungen. Es ist gut, dass Menschen bereits ohne feste Jobzusage zur Arbeitssuche ins Land kommen können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Somit stehen die Arbeitskräfte dann auch umso schneller dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.“
Bedenken bereitet den IHKs jedoch das komplizierte Verfahren. „Die Prüfschritte für die Behörden bei der Chancenkarte sind enorm“, sagt Herre. „Wir haben daher große Sorge, dass die ohnehin überlasteten Ausländerbehörden noch mehr Bürokratie obendrauf bekommen. Hierbei wäre es wichtig, Verfahren weiter zu entschlacken, die Anzahl zu reduzieren und die Prüfschritte bei den Behörden auf das Nötigste zu beschränken.“ Auch der versprochene zügige Aufbau der zentralen Landesagentur für Zuwanderung von Fachkräften (LZF) könnte hier unterstützen.
Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist eine Vereinigung der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). In Baden-Württemberg vertreten die zwölf IHKs die Interessen von weit mehr als 650.000 Mitgliedsunternehmen. Zweck des BWIHK ist es, in allen die baden-württembergische Wirtschaft und die Mitgliedskammern insgesamt betreffenden Belangen gemeinsame Auffassungen zu erzielen und diese gegenüber der Landes-, Bundes- und Europapolitik sowie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und anderen Institutionen zu vertreten.