Transport und Verkehr, Herbst 2026
Mehr Fracht, teure Fahrt
Das Verkehrsgewerbe in Baden-Württemberg erlebt eine merkliche Belebung. Der Lageindikator steigt von 7 auf 15 Punkte, der Umsatzindikator springt von minus 7 auf plus 15 Punkte. Die Branche profitiert von der anziehenden Industriekonjunktur und der daraus resultierenden Belebung des Güterverkehrs.
Die Geschäftserwartungen verbessern sich stark, bleiben aber mit minus 6 Punkten leicht negativ. Die Energiepreise belasten weiterhin vier von fünf Unternehmen, und der Fachkräftemangel gewinnt deutlich an Gewicht und überholt die Arbeitskosten als Risiko. Zudem führte Niedrigwasser auf wichtigen Binnenwasserstraßen im Sommer zu Verlagerungen von Transportmengen auf Schiene und Straße.
Knapp 29 Prozent der Verkehrsunternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut, nur 14 Prozent als schlecht. Der Lageindikator verbessert sich damit um 7 Punkte auf 15 Punkte. Die Geschäftserwartungen steigen stark von minus 23 auf minus 6 Punkte. Der Auftragseingang zieht von minus 4 auf plus 8 Punkte an, im grenzüberschreitenden Verkehr sogar von minus 15 auf plus 5 Punkte. Die Verbesserung schlägt auch auf die Erträge durch: Der Ertragsindikator dreht von minus 11 auf plus 5 Punkte ins Positive. Unternehmen der Binnenschifffahrt wurden diesen Sommer jedoch durch Niedrigwasser belastet; was nicht per Schiff transportiert werden konnte, ging auf Straße und Schiene.
Die Kostenseite bleibt trotz der Verbesserung angespannt. Die Energiepreise stehen mit 81 Prozent der Nennungen unverändert an der Spitze der Risiken; das Transportgewerbe ist von steigenden Kraftstoffpreisen überproportional betroffen. Auf Rang zwei rückt der Fachkräftemangel vor, den 60 Prozent der Unternehmen nennen, 9 Prozentpunkte mehr als im Frühsommer. Denkbar ist, dass das höhere Transportvolumen den Bedarf an Fahrpersonal erhöht. Gleichzeitig bleibt der Fahrermangel als strukturelles Problem im Transportgewerbe bestehen. Die Arbeitskosten (54 Prozent, minus 9 Prozentpunkte) und die Inlandsnachfrage (42 Prozent, minus 8 Prozentpunkte) verlieren dagegen merklich an Bedeutung. Die Rohstoffpreise werden mit 38 Prozent häufiger als zuletzt genannt.
Besonders im grenzüberschreitenden Verkehr hellen sich die Umsatzerwartungen auf. Die Investitionspläne verbessern sich spürbar auf 13 Punkte, ein Drittel der Unternehmen will mehr investieren. Die Beschäftigungspläne bleiben mit minus 9 Punkten zwar negativ, verbessern sich aber moderat um 6 Punkte.
