Pressemitteilung 14. April 2026
Aus Verantwortung fürs Land: IHK-Präsident bewertet klare wirtschaftspolitische Signale aus Sondierungen positiv
Die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart sieht das erfolgreiche Ergebnis der Sondierungsgespräche nach der Landtagswahl als wichtigen Schritt.
Das vorliegende Sondierungspapier von Grünen und CDU setzt aus Sicht der IHK wichtige Impulse für die wirtschaftliche Zukunft des Landes und enthält zentrale Ansätze, um Baden-Württemberg in herausfordernden Zeiten wettbewerbsfähig zu halten.
„Gerade in einer Phase tiefgreifender Transformation – geprägt von geopolitischen Spannungen, steigendem internationalen Wettbewerbsdruck und technologischen Umbrüchen – ist es ein starkes Signal, dass die künftigen Regierungspartner Verantwortung übernehmen und klare wirtschaftspolitische Prioritäten setzen“, erklärt IHK-Präsident Claus Paal.
Besonders hervorzuheben sind aus Sicht der Industrie- und Handelskammer folgende Punkte:
Willkommenskultur für Investitionen
„Die klare Priorisierung von Arbeitsplätzen und Wachstum bei Planungs- und Genehmigungsverfahren ist ein längst überfälliger Schritt“, erklärt Paal. „Unternehmen brauchen verlässliche und zügige Verfahren, um Investitionen realisieren zu können. Eine investitionsfreundliche Verwaltung ist ein entscheidender Standortfaktor.“
Fachkräftesicherung durch gezielte Zuwanderung
Die Stärkung der Landesagentur für Fachkräfteeinwanderung und der Abbau bürokratischer Hürden seien zentrale Maßnahmen, um dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen. „Entscheidend wird sein, dass Verfahren weiter spürbar beschleunigt werden.“
Bürokratieabbau und effizientere Verwaltung
Die geplanten Maßnahmen zur Digitalisierung, Vereinfachung und Beschleunigung von Verwaltungsverfahren sind wichtige Schritte, betont Paal. „Insbesondere das angekündigte Effizienzgesetz sowie der Abbau von Doppelstrukturen und die Reduzierung von Stellen bieten die Chance auf einen echten Modernisierungsschub. Für die Wirtschaft ist ein handlungsfähiger, schlanker Staat von zentraler Bedeutung.“
Reform der Förderlandschaft
Die Reduzierung und Standardisierung von Förderprogrammen ist aus Sicht des IHK-Präsidenten ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz und Zugänglichkeit. „Unternehmen benötigen klare, verständliche und digital zugängliche Förderinstrumente statt eines unübersichtlichen Förderdschungels.“
Wissenschafts- und Exzellenzoffensive mit starkem Transfer in die Wirtschaft
Eine gezielte Stärkung des Wissenschafts- und Innovationsstandorts Baden-Württemberg ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft, ergänzt IHK-Hauptgeschäftsführerin Susanne Herre, die auch Vorsitzende des Universitätsrats der Universität Hohenheim ist. „Gerade in der aktuellen Transformation braucht es neue Impulse für die Entwicklung zukunftsfähiger Geschäftsfelder.“ Neben der Förderung von Exzellenz in Forschung und Lehre sei daher ein deutlich verbesserter Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in marktfähige Anwendungen unerlässlich. „Enge Kooperationen zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen sowie schnellere Wege von der Idee zur Innovation sind zentrale Erfolgsfaktoren, um die technologische Spitzenstellung des Landes zu sichern und neue Wachstumschancen zu erschließen.“
„Diese Punkte zeigen, dass die richtigen Herausforderungen erkannt wurden: schnellere Verfahren, weniger Bürokratie, mehr Fachkräfte und bessere Investitionsbedingungen. Jetzt kommt es darauf an, diese Vorhaben konsequent und zügig umzusetzen“, so der IHK-Präsident. „Wir werden als IHK den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und uns einbringen. Ziel bleibt es, Baden-Württemberg als starken Wirtschaftsstandort zu sichern und weiterzuentwickeln – als Motor für Wachstum, Innovation und Beschäftigung in Deutschland und Europa.“