Pressemitteilung 8. Oktober 2026
Zehn Milliarden Entlastung auf dem Papier – und was kommt bei den Betrieben an?
IHK Region Stuttgart fordert: Schluss mit Ankündigungen, jetzt müssen Betriebe endlich entlastet werden
Mehr als zehn Milliarden Euro Entlastung auf dem Papier, aber kaum weniger Bürokratie im Unternehmensalltag: Der heute vorgestellte Jahresbericht des Nationalen Normenkontrollrats (NKR) zeigt aus Sicht der IHK Region Stuttgart vor allem eines: Zwischen politischen Ankündigungen und tatsächlichen Erleichterungen für die Betriebe klafft eine große Lücke.
„Wir wissen doch längst, wo es klemmt. Unsere Unternehmen sagen es uns jeden Tag. Die Probleme liegen auf dem Tisch, viele Lösungen auch. Was fehlt, ist die Umsetzung“, sagt IHK-Präsident Claus Paal.
Die Zahlen des NKR verdeutlichen die Diskrepanz: Von den mehr als zehn Milliarden Euro rechnerischer Entlastung entfallen allein 7,7 Milliarden Euro auf vermiedene künftige Kosten im Gebäuderecht. Bei den eigentlichen Bürokratiekosten durch Informations- und Berichtspflichten wurden dagegen bislang lediglich rund 232 Millionen Euro eingespart – gerade einmal 1,5 Prozent des angestrebten Abbaus von 16 Milliarden Euro.
IHK hat konkrete Vorschläge längst geliefert
Dass es an Lösungen nicht mangelt, zeigt die IHK Region Stuttgart selbst: Mit eigenen KI-Werkzeugen hat sie allein im baden-württembergischen Wirtschaftsrecht 6.256 Normen analysiert und dabei 526 Berichts-, 692 Dokumentationspflichten und 390 Schriftformerfordernisse identifiziert. Konkrete Vorschläge für Vereinfachungen und Streichungen hat sie bereits an die Politik übermittelt.
„Wir können noch zehn Berichte schreiben und hundert Arbeitsgruppen gründen. Davon hat ein Betrieb noch keine Minute gewonnen“, so Paal. „Wir haben konkrete Vorschläge geliefert und stellen unser Know-how auch der Bundesregierung gerne zur Verfügung. Jetzt muss Schluss sein mit dem Sammeln und Sortieren. Es muss endlich umgesetzt werden.“
Die IHK fordert deshalb, schnell wirksame Maßnahmen vorzuziehen: unnötige Nachweise streichen, doppelte Meldepflichten abschaffen und Verfahren vereinfachen. Statt weiterer Maßnahmenkataloge brauche es klare Prioritäten, Verantwortlichkeiten und Fristen. „Ich setze große Hoffnung in das vom Land Baden-Württemberg geplante Effizienzgesetz, das ein wichtiger und mutiger Schritt nach vorne ist. Wir unterstützen das mit ganzer Kraft“, so Paal.