Pressemitteilung vom 23. April 2026

Demokratie unter Druck – Was Unternehmen jetzt tun können

Fachtag zur Demokratieförderung in Betrieben und in der Ausbildung

Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Zunehmende Polarisierung, Desinformation und extremistische Tendenzen setzen den gesellschaftlichen Zusammenhalt spürbar unter Druck – mit direkten Auswirkungen auf Betriebe, Belegschaften und Ausbildungsstätten. Vor diesem Hintergrund veranstalten die IHK Region Stuttgart, der Arbeitgeberverband Südwestmetall und die Landeszentrale für politische Bildung am 24. April 2026 im IHK-Haus den Fachtag „Demokratieförderung in Betrieben – Gemeinsam vom Wissen ins Handeln kommen“.

Weil es ohne nicht geht!

„In den Unternehmen kommen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sichtweisen zusammen. Betriebe sind daher Orte, um Menschen außerhalb ihrer sozialen Netze zu erreichen und die Bedeutung von Werten wie Respekt, Toleranz und Meinungsvielfalt zu vermitteln“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Susanne Herre. Viele Unternehmen übernehmen hier bereits Verantwortung. Ziel der Kooperationspartner ist es, Demokratieförderung langfristig gemeinsam mit der Wirtschaft zu verankern und sichtbar zu machen. „Ohne unsere freiheitliche Demokratie ist erfolgreiches Wirtschaften nicht möglich. Wir müssen aktiv etwas gegen Desinformation, soziale Polarisierung und Extremismus tun. Mit unserer Social-Media-Kampagne ‚Weil es ohne nicht geht‘ haben wir gemeinsam mit allen IHKs in Baden-Württemberg Betrieben die Möglichkeit gegeben, sich klar zu positionieren und ein Zeichen für eine weltoffene und demokratische Wirtschaft zu setzen. Der Fachtag zur Demokratiebildung ist ein weiterer wichtiger Baustein hierfür“, so Herre weiter.
„Betriebe sind der Spiegel unserer Gesellschaft. Für die politische Bildung besteht hier großes Potenzial, um eine Brücke zu Menschen zu bauen, die mitten im Leben stehen und sie mit Angeboten zu erreichen, die auf niedrigschwellige Art und Weise Demokratie erfahrbar machen. Denn Demokratie wird erst dann verinnerlicht, wenn man sie erlebt und selbst daran beteiligt ist“, sagt Prof. Dr. Reinhold Weber, stellvertretender Direktor der Landeszentrale für politische Bildung.
Stefan Küpper, Geschäftsführer Politik, Bildung und Arbeitsmarkt beim Arbeitgeberverband Südwestmetall, erklärt: „Verschwörungsmythen und Radikalisierung bedrohen den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und gefährden die Demokratie. Diskriminierende Gesten und Sprüche beeinträchtigen den betrieblichen Frieden und stören eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Arbeitsalltag. Inspiriert durch den ersten Fachtag bieten Südwestmetall und IG Metall in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Extremismusprävention (FEX) die Workshopreihe ‚Kompetent gegen Diskriminierung‘ an. Personal- und Ausbildungsverantwortliche sowie Betriebsräte erhalten darin Handlungshilfen gegen Diskriminierung im Betrieb. Mit dem zweiten Fachtag geben wir weitere Impulse zum Handeln und setzen ein deutliches Zeichen für Toleranz und demokratische Kultur in Wirtschaft und Gesellschaft.“

Fokus 2026: Umsetzung und konkrete Anwendung im Unternehmensalltag

Nach der Erstausgabe in 2025 braucht es jetzt konkrete Antworten auf die Frage, wie Demokratieförderung im Unternehmensalltag praktisch umgesetzt werden kann. Deshalb steht der Fachtag 2026 ganz im Zeichen der Anwendung: In praxisnahen Workshops mit Initiativen aus der Region erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkrete Werkzeuge und Handlungsansätze, die direkt im Betrieb angewendet werden können. Der Fokus liegt bewusst auf umsetzbaren Lösungen für den Berufsalltag.

Weitere Informationen

Der Fachtag zur Demokratieförderung wird von der Landeszentrale für politische Bildung, der IHK Region Stuttgart und Südwestmetall organisiert und richtet sich an alle Interessierten aus den Bereichen Berufsausbildung, Personalentwicklung und politische Bildung, Personalverantwortliche und alle, die sich für eine demokratische Kultur in der Arbeitswelt einsetzen und aktiv für demokratische Werte einstehen wollen. Der Fachtag soll dazu beitragen, dass die Werte der Demokratie nicht nur in politischen Diskussionen, sondern auch in den alltäglichen Arbeitswelten junger Menschen verankert werden und sich Zivilcourage im Zweifel durchsetzt.