Pressemitteilung 16. September 2026

Europa muss beim Bürokratieabbau dranbleiben

Zumeldung zur Rede der EU-Kommissionspräsidentin zur Lage der Europäischen Union

Wettbewerbsfähigkeit, weniger Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen gehören zu den zentralen Aufgaben der Europäischen Union. Nach der Rede zur Lage der Europäischen Union von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert die IHK Region Stuttgart, den angekündigten Kurs zur Entlastung der Wirtschaft konsequent weiterzugehen und wie von der Kommissionspräsidentin in ihrer Rede angesprochen, schnell einen Pakt gegen Gold Plating auf den Weg zu bringen. Zudem müsse Europa noch einen weiteren Schritt machen: Bürokratie nicht nur nachträglich abbauen, sondern neue Belastungen von vornherein vermeiden.
„Europa diskutiert seit Jahren über Bürokratieabbau. Wir müssen aber früher ansetzen: bei der Entstehung neuer Regeln“, sagt Edith Strassacker, Vizepräsidentin der IHK Region Stuttgart. „Jede neue Vorgabe muss sich daran messen lassen, ob sie notwendig, verständlich und für einen mittelständischen Betrieb mit vertretbarem Aufwand umsetzbar ist. Wir müssen Bürokratie abbauen und natürlich wollen wir nichts Neues und damit noch mehr Bürokratie.“ Denn gerade kleine und mittlere Unternehmen bräuchten ihre Ressourcen für Investitionen, Innovationen und Wachstum – und nicht für immer neue Nachweis-, Dokumentations- und Berichtspflichten. Bereits bei der Konzeption neuer Vorschriften muss geprüft werden, welcher Aufwand in den Unternehmen tatsächlich entsteht. Das gilt ebenso für delegierte Rechtsakte und Durchführungsbestimmungen.
Zudem entstehe in Deutschland nochmals zusätzliche Bürokratie. Eine KI-Analyse der IHK Region Stuttgart vom Sommer zeigt: Rund 60 Prozent der untersuchten Vorgänge zu Umsetzung von EU-Richtlinien seit 2009 weisen Hinweise auf sogenanntes Gold Plating auf – also auf nationale Regelungen, die über europäische Vorgaben hinausgehen. „Die Ankündigungen aus Brüssel gehen in die richtige Richtung. Entscheidend wird nun sein, dass Deutschland europäische Vorgaben nicht durch zusätzliche nationale Auflagen verschärft. Unsere Analyse zeigt, wo solches Gold Plating entsteht und wie es vermieden werden kann“, so Strassacker.