Pressemitteilung 30. Oktober 2026
Digital-Gipfel: Berlin diskutiert, Stuttgart macht KI erlebbar
IHK Region Stuttgart fordert mehr Tempo bei der Umsetzung und zeigt mit neuem Exponat, wie KI im Maschinenbau eingesetzt werden kann
In Berlin wird beim Digital-Gipfel am 2. und 3. November über Künstliche Intelligenz diskutiert – die IHK Region Stuttgart richtet den Blick auf die Praxis. Doch der Gipfel ist nur die Spitze des Eisbergs. Ob KI tatsächlich zum Wettbewerbsvorteil wird, entscheidet sich in den Werkhallen, Büros und Entwicklungsabteilungen der Betriebe.
„Über die Chancen von KI ist viel gesprochen worden. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass unsere Unternehmen sie auch nutzen können“, sagt Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart. „Gerade für den Mittelstand sind Zeit und Ressourcen knapp. Der Digital-Gipfel muss deshalb konkrete Verbesserungen anstoßen: weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und einen leichteren Zugang zu neuen Technologien.“
Wie groß die Herausforderung ist, zeigt die DIHK-Digitalisierungsumfrage: 61 Prozent der befragten Unternehmen in Baden-Württemberg nennen fehlende Zeit als größtes Digitalisierungshindernis. Für aufwendige Experimente fehlen im betrieblichen Alltag oft die Kapazitäten.
KI trifft Produktion: Vom Prompt zum digitalen Modell
Dass KI weit mehr kann als Texte schreiben und Fragen beantworten, zeigt die IHK Region Stuttgart jetzt mit einem neuen Exponat in ihrer KI-Lounge. Im Mittelpunkt steht ein Industrie-Trainingsmodell einer Qualitätsprüfstation: Eine Kamera erfasst Werkstücke, ein KI-Modell erkennt Fehler und sortiert aus – so, wie es in der Fertigung zunehmend Standard wird. Ergänzt wird die Station durch ein 3D-Modell, das verschiedene Anwendungsfälle der Anlage veranschaulicht. Das Besondere: Das Team der IHK hat dieses Modell vollständig per „Vibe Coding“ erstellt. Statt Zeile für Zeile zu programmieren, wurde der KI in natürlicher Sprache beschrieben, was entstehen soll.
„Beim Thema KI denken viele zuerst an Chatbots. Wir zeigen, dass die Technologie auch dort spannend wird, wo unsere Region besonders stark ist: in der industriellen Produktion“, erklärt Thorsten Eller, Leiter Digital Solutions der IHK Region Stuttgart. „Unser Exponat zeigt KI gleich doppelt: als Prüfer in der Anlage und als Werkzeug, mit dem wir ihr digitales Abbild gebaut haben. Damit machen wir greifbar, wie KI Entwicklungsprozesse beschleunigen kann – und wo weiterhin technisches Know-how, Tests und menschliche Kontrolle gefragt sind.“
Weniger Hype, mehr Ausprobieren
Für die IHK ist das Exponat Teil eines größeren Ziels: Unternehmen sollen möglichst unkompliziert herausfinden können, wo KI ihnen tatsächlich etwas bringt – ob in der Produktion, bei der Qualitätsprüfung, in der Verwaltung oder beim Umgang mit betrieblichem Wissen. „Der Mittelstand hat keine Zeit, jedem KI-Trend hinterherzulaufen. Er braucht Anwendungen, die funktionieren, Beschäftigte entlasten und einen echten Mehrwert schaffen“, betont Herre. „Mit unserer KI-Lounge machen wir den Einstieg leichter. Unternehmen können hier selbst erleben, was die Technologie heute schon kann – und wo sich ihr Einsatz lohnt.“
Mit ihrer KI-Lounge, dem KI-Check, Workshops und Informationsangeboten unterstützt die IHK Region Stuttgart Unternehmen beim Einstieg und bei der konkreten Umsetzung. Auch zu rechtlichen Fragen rund um den KI-Einsatz bietet sie Orientierung und Erstberatung.
Weitere Informationen: KI-Angebote der IHK Region Stuttgart
Hintergrund: Digital-Gipfel 2026
Unter dem Motto „Shaping AI: safe, sovereign, competitive“ diskutieren Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft am 2. und 3. November 2026 in Berlin über die Zukunft der Künstlichen Intelligenz. Im Mittelpunkt stehen der KI-Einsatz in Unternehmen, digitale Souveränität und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas.