Wissenschaft trifft Wirtschaft 2026
Zum dritten Mal brachte die Fachkonferenz „Wissenschaft trifft Wirtschaft“ am 24. Februar 2026 Akteure aus Forschung und unternehmerischer Praxis im InnovationPort Wismar zusammen. Ziel des Formats ist es, Innovationsideen schneller in marktfähige Anwendungen zu überführen – durch direkten Dialog, kurze Pitches und gezielte Vernetzung.
Schon die Eröffnung durch Prof. Dr. Daniela Schwerdt, Prorektorin der Hochschule Wismar, setzte den Ton für den Tag: Wissenschaft und Wirtschaft müssen enger zusammenrücken, um Innovationen schneller voranzutreiben. Die Hochschule bietet mit ihrem breiten Forschungsspektrum und Projekten wie dem Innovations- und Wissenschaftspark der Metropolregion Hamburg zahlreiche Anknüpfungspunkte für Kooperationen.
Ralf Svoboda, Referatsleiter Technologie im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, eröffnete den Blick auf die Innovationspolitik des Landes. Er ging in seinem Grußwort auf die Regionale Innovationsstrategie, Entbürokratisierung im Förderwesen sowie vorhandene Fördermittel ein.
Die Welt wartet nicht
Ronny Freitag, Vizepräsident der IHK zu Schwerin, brachte die Perspektive der Unternehmen ein: Fachkräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands und die klare Erwartung, dass Kooperationen mit Hochschulen praxisnah und umsetzungsorientiert gestaltet werden.
Denn der Bedarf ist klar: Viele kleine und mittlere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern verfügen über keine eigenen Forschungsabteilungen. Gleichzeitig finden zahlreiche wissenschaftliche Entwicklungen nur schwer den Weg in den Markt. „Genau hier setzt dieses Format an“, betonte Ronny Freitag, Vizepräsident der IHK zu Schwerin. Innovation entstehe im Austausch zwischen Menschen und setze Vertrauen voraus.
Praxis trifft Forschung
In kompakten Beiträgen stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Unternehmen aktuelle Projekte vor – von innovativer Abwasserbehandlung über die Nutzung regionaler Reststoffe als marktfähige Energieträger bis hin sensorgestützten Assistenzsystemen in der Pflege. Auch nachhaltige Materialien als Ersatz für PVC-beschichtete Zelte bei Festivals standen auf der Agenda (s. Programm untenstehend).
Durch das Programm führten Doreen Heydenbluth-Peters, Standortleiterin des InnovationPorts, Dr. Dorothee Wetzig von der IHK zu Schwerin sowie Mario Rodwald, Netzwerkmanager des Open Factory Campus. Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Institutionen machten dabei immer wieder deutlich, dass Forschung dann erfolgreich ist, wenn sie in skalierbare Geschäftsmodelle überführt werden kann.
Netzwerk mit Wirkung
Dass das Konzept trägt, zeigen Projekte aus den Vorjahren – vom autonomen Rufbussystem über 3D-Druck-Prozessketten bis zur Qualitätssicherung mittels Schall. Sie erhielten durch die Konferenz entscheidende Impulse. Auch 2026 standen Dialog und konkrete Anknüpfungspunkte im Mittelpunkt: Wer forscht woran? Wo gibt es Schnittmengen? Und wie lassen sich Förderinstrumente effizient nutzen?
Mit Blick auf die geplante Innovationsagentur der Metropolregion Hamburg wurde deutlich: Strukturierte Vernetzung gewinnt weiter an Bedeutung. Die Region verfügt über beachtliche Innovationskraft – nun gilt es, sie strategisch zu bündeln.
Programmüberblick
| 12:30 Uhr | Ankommen und Mittagsimbiss |
| 13:30 Uhr |
Eröffnung
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| 14:00 Uhr | Pitch-Block I: Mensch - Gesundheit - Alltagstechnologien |
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1. Digitalisierung und Automatisierung der Pflege im ländlichen Raum
Prof. Dr. Volker Grienitz
Inhalt:
Im PflegeLab werden digitale Pflegekonzepte, Sensorik, KI sowie Assistenzsysteme in realen und virtuellen Umgebungen erprobt und weiterentwickelt. Ziel ist die Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in praxistaugliche und skalierbare Lösungen.
2. Zukunft Medizintechnik: Intelligente Sensorsysteme im Alltag
Prof. Dr. Olaf Simanski
Inhalt:
Der Vortrag zeigt den Einsatz moderner Kamerasysteme zur kontaktlosen Erfassung von Vitalparametern, Sturzerkennung und Ganganalyse – sowohl im häuslichen Umfeld als auch im stationären Betrieb.
3. Innovation und Problemlösung in Stunden statt Wochen – Design Thinking – KI-gestützte Prozessautomatisierung für den Mittelstand
Herwig Förster
Inhalt:
Design Thinking wird vollständig digitalisiert und durch einen KI-Coach unterstützt. Innerhalb eines Tages entstehen testbare Prototypen und BPMN-Modelle als Grundlage für Automatisierung und rechtssicheren KI-Einsatz.
4. CraftCoach & CraftLab: Bildung neu denken – praxisnah, flexibel, digital
Sylvio Brauns
Inhalt:
Das CraftCoach-Konzept verbindet praxisnahe Ausbildung, digitale Lernbegleitung und einen offenen Innovationsraum. Ergänzt wird dies durch Weiterbildungsangebote für Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Lehrkräfte. |
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| 15:00 Uhr | Pause |
| 15:15 Uhr | Pitch-Block II: Nachhaltigkeit · Ressourcen · Bau · Kreisläufe |
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5. Zukunft Planen und Bauen: nachhaltig. zirkulär. digital.
Prof. Martin Wollensak
Inhalt:
Vorgestellt werden Forschungs- und Netzwerkprojekte zu nachhaltigem, zirkulärem und digitalem Bauen, darunter regionale und internationale Kooperationsansätze.
6. Die Domestizierung des temporären Wohnens – Gestaltung zirkulärer Zeltsysteme
Mathis Schreier
Inhalt:
Entwicklung eines modularen, zirkulären Zeltsystems als nachhaltige Alternative zu Einweg-Festivalzelten.
7. Reststoffe als Ressource: Forschungsansätze für eine zirkuläre Umwelttechnik
Prof. Dr. rer. nat. Ramona Hülsmann
Inhalt:
Der Beitrag stellt konzeptionelle Forschungsansätze zur Umwandlung schwer handhabbarer Reststoffe in nutzbare Materialien vor.
8. OrgWaste2Fuel: Biomethan & Biomethanol aus organischen Reststoffen
Dr. rer. nat. Stefan Klebingat
Inhalt:
Das Projekt entwickelt grenzüberschreitende Lösungen zur Nutzung organischer Reststoffe für klimafreundliche Kraftstoffe. |
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| 16:10 Uhr | Pitch-Block III: Resilienz · Netzwerke · Umsetzung |
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9. Cyberresilienz im Mittelstand: Incident Management als Brücke zwischen Forschung, Regulierung und Praxis
Svenja Mischur
Inhalt:
Der Vortrag zeigt praxisnahe Modelle für Incident Management und Cyberresilienz, die regulatorische Anforderungen mit organisationalen und technologischen Ansätzen verbinden.
10. Aktiv Innovationen gestalten – Netzwerke, Analysen, Forschungsprojekte
Prof. Dr. Tassilo-Maria Schimmelpfennig
Inhalt:
Vorstellung regionaler und internationaler Netzwerke sowie Analyse- und Kooperationsinstrumente zur Entwicklung zukunftsweisender F&E-Projekte. |
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| 16:30 Uhr | Von der Idee zum geförderten Projekt – der Lebenszyklus |
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Andreas Schmidt
Inhalt:
Überblick über Projektentwicklung, Förderlogiken und typische Herausforderungen im Innovationsprozess. |
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| 16:45 Uhr | Gelegenheit zum Netzwerken |
