IHK Schwaben

Prozesswärme: Wirtschaft im Dialog

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie startete am 17. September 2026 einen Stakeholderdialog zur Modernisierung der industriellen Prozesswärme. Rund ein Jahr sollen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gemeinsame Empfehlungen erarbeiten.

Was ist Prozesswärme?

Unter Prozesswärme wird Wärme verstanden, die für die industrielle Herstellung, Weiterverarbeitung oder Veredelung von Produkten und Materialien genutzt wird. Beispiele hierfür sind unter anderem:
  • Schmelzen von Metall
  • Pasteurisieren von Milch
  • Brennen von Ziegeln
  • Sterilisieren von Konserven
Die nötige Wärme unterscheidet sich dabei entsprechend stark zwischen Branchen und Anwendungen.
Die industrielle Prozesswärme macht rund zwei Drittel des industriellen Endenergieverbrauchs aus, wobei diese Stand heute überwiegend aus fossilen Quellen erzeugt wird.

Ziel des Dialogs

Der Dialog zielt darauf ab, Handlungsempfehlungen zur Modernisierung der industriellen Prozesswärme abzuleiten. Dabei stehen Praxiserfahrungen der Industrie und technische Entwicklungen im Mittelpunkt. Hintergrund ist die Erwartung, dass durch die zunehmende Nutzung moderner Technologien so beispielsweise Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Energiekosten gesenkt werden können. Zugleich soll dadurch die Resilienz gegenüber geopolitischer Krisen sowie die Nachfrage an Technologielösungen aus Deutschland erhöht und Innovation gefördert werden.

Wer ist am Dialog beteiligt?

Beteiligte Aufgabe
Bundeswirtschaftsministerium startet und begleitet den Dialog
DIHK, BDI, DENEFF und VDMA vertreten die Wirtschaft im Dialog
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung wissenschaftliche Begleitung
Deutsche Energie-Agentur unterstützt den Dialog

Äußerung der DIHK zum Dialog

Bereits bei der Auftaktveranstaltung unterstrich Dr. Sebastian Bolay -Bereichsleiter für Energie, Umwelt und Industrie bei der DIHK- die Bedeutung des Themas für die Industrie:
„Die Dekarbonisierung der Prozesswärme ist eine Operation am offenen Herzen der deutschen Wirtschaft. Ohne Prozesswärme kann quasi kein Produkt hergestellt werden. Entscheidend sind wirtschaftlich tragfähige Lösungen, bedarfsgerechte Infrastrukturen und eine breite Palette an technologischen Optionen, um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Wir unterstützen deshalb, dass die Modernisierung der Prozesswärme nun in einem breit angelegten Stakeholder-Prozess diskutiert wird.“
Die ganze Pressemitteilung des BMWE finden sie hier.