Vom Bürokratieabbau bis zur Fachkräftegewinnung

Nationale Tourismusstrategie

Am 28. Januar 2026 hat das Bundeskabinett die Nationale Tourismusstrategie beschlossen. Ziel ist es laut Bundesregierung, die Rahmenbedingungen für die Tourismuswirtschaft zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu stärken. Dabei werden insbesondere Bürokratieabbau, Mobilität, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Fachkräftegewinnung als zentrale Handlungsfelder benannt.
Die Bundesregierung hebt hervor, dass der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist und überwiegend aus kleinen und mittleren Unternehmen besteht – etwa in der Hotellerie, Gastronomie, Reisewirtschaft sowie bei Freizeit- und Kulturanbietern.

Zentrale Handlungsfelder – segmentbezogene Einordnung

Hotellerie und Gastronomie

Für Hotels, Pensionen, Beherbergungsbetriebe und gastronomische Unternehmen hebt die Strategie insbesondere den Abbau bürokratischer Belastungen hervor. Dokumentationspflichten, Genehmigungsprozesse und regulatorische Vorgaben sollen künftig stärker auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden. Ziel ist es, unternehmerische Ressourcen wieder stärker auf Servicequalität, Angebot und Beschäftigung zu lenken.

Reiseveranstalter, Reisebüros und touristische Dienstleister

Für Reiseveranstalter und Vermittler betont die Strategie die Bedeutung der Digitalisierung entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette. Offene Datenstrukturen, digitale Plattformen und neue Technologien sollen dazu beitragen, Angebote besser sichtbar zu machen, Prozesse zu vereinfachen und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen – insbesondere auch für kleinere Anbieter.

Freizeit-, Kultur- und Erlebnisanbieter

Freizeit-, Kultur- und Erlebnisbetriebe profitieren laut Strategie von Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität und der touristischen Infrastruktur. Die Erreichbarkeit von Angeboten – auch im ländlichen Raum – wird als zentraler Erfolgsfaktor für Besucherzahlen, regionale Wertschöpfung und gleichwertige Lebensverhältnisse benannt.

Destinationen, Tourismusorganisationen und regionale Netzwerke

Für Destinationen und Tourismusorganisationen stellt die Strategie die Verknüpfung von Nachhaltigkeit, Digitalisierung und regionaler Entwicklung in den Vordergrund. Destinationen sollen ihre Angebote stärker an Klimaveränderungen anpassen, nachhaltige Mobilitäts- und Besucherlenkungskonzepte entwickeln und digitale Instrumente zur Steuerung und Vermarktung nutzen.

Fachkräftegewinnung als Querschnittsthema

Die Nationale Tourismusstrategie bezeichnet den Fach- und Arbeitskräftemangel als eines der zentralen strukturellen Risiken für die Branche. Vorgesehen ist eine stärkere Unterstützung bei Ausbildung, Qualifizierung, Weiterbildung und Fachkräftegewinnung, einschließlich besserer Rahmenbedingungen für Beschäftigung und der Nutzung bestehender Instrumente zur Arbeitskräftezuwanderung.

Fazit

Die Nationale Tourismusstrategie gibt eine klare Richtung für die Weiterentwicklung des Tourismus in Deutschland vor. Für kleine und mittlere Betriebe, die den Großteil der Branche ausmachen, kommt es vor allem darauf an, dass die strategischen Ziele in konkrete und gut umsetzbare Maßnahmen übersetzt werden. Ein transparenter Umsetzungsprozess mit verständlichen Zeitplänen kann helfen, Orientierung zu geben und unternehmerische Entscheidungen zu erleichtern. Ebenso wichtig ist, dass die vorgesehenen Maßnahmen auch finanziell hinterlegt werden – etwa über passende Förderprogramme. Dann kann die Strategie für kleinere Betriebe zu einer echten Unterstützung im Betriebsalltag werden und ihre Wirkung tatsächlich entfalten.