Sicherheit in der Wirtschaft
Krisenvorsorge und Resilienz
Cyber‑Angriffe, Insider‑Bedrohungen und gezielte Spionage sind keine Einzelfälle mehr, sondern strukturierte Risiken, die branchenübergreifend auftreten. Resilienz bedeutet nicht nur Prävention, sondern die Fähigkeit, Vorfälle zu verkraften, Schäden zu begrenzen und den Betrieb schnell wiederherzustellen. Technologie allein reicht nicht: Führung, Prozesse und psychologische Kompetenzen sind ebenso entscheidend, um Sicherheitsvorfälle zu bewältigen.
Starten Sie mit einer kurzen Bestandsaufnahme: Identifizieren Sie kritische Prozesse, bewerten Sie Bedrohungen und legen Sie drei prioritäre Maßnahmen fest (zum Beispiel: Zugangskontrollen, Backup‑Strategie, Awareness‑Training). Auf dieser Plattform finden Sie dafür die passenden Checklisten und Leitfäden.
Wichtig: Resilienz ist ein fortlaufender Prozess, kein einmaliges Projekt. Beginnen Sie jetzt, bauen Sie schrittweise Kompetenzen auf und prüfen Sie Ihre Maßnahmen regelmäßig.
Nutzen Sie die Inhalte, um Vorsorge zu treffen, Verantwortlichkeiten zu klären und handfeste Maßnahmen zu ergreifen.
Risiken, Grenzen und Fallstricke
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Überschätzung technischer Lösungen: IT‑Sicherheit ist wichtig, aber ohne organisatorische Prozesse bleibt die Wirkung begrenzt.
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Unterschätzte Insider‑Gefahren: Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Zulieferer können unbeabsichtigt oder absichtlich Risiken erzeugen.
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Fehlende Übung: Nie erprobte Pläne versagen im Ernstfall – regelmäßige Szenario‑Übungen sind unerlässlich.
Konkrete Hilfen und Unterstützungsangebote
Krisenvorsorgeplan
Der IHK-Krisenvorsorgeplan hilft vor allem kleinen und mittleren Unternehmen dabei,
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Risiken im Unternehmen systematisch zu identifizieren,
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kritische Abläufe abzusichern,
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Verantwortlichkeiten klar zu regeln,
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Notfallkommunikation vorzubereiten und
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Störungen oder Ausfälle deutlich schneller zu überstehen.
Resilienz‑Check
Wie resilient ist Ihr Unternehmen bereits aufgestellt? Testen Sie es selbst, indem Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen und anonym die Fragen zum Resilienzcheck beantworten.
Handreichung für Unternehmen bei Drohnensichtungen
Die Initiative Wirtschaftsschutz hat eine Handreichung für Unternehmen bei Drohnensichtungen veröffentlicht. Damit steht Unternehmen erstmals eine mit den zuständigen Sicherheitsbehörden abgestimmte Orientierungshilfe zur Verfügung.
SicherheitsPartnerschaft Schleswig-Holstein
In Kooperation mit dem Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein, der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland e.V. (ASWN) und dem Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein e. V. (DiWiSH) bietet die IHK Schleswig-Holstein mit der SicherheitsPartnerschaft Schleswig-Holstein Unternehmen Beratung in den Bereichen Cyber- und Wirtschaftskriminalität sowie Prävention von Sabotage und Spionage.
Sicherstellungsgesetze: Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Spannungs- und Verteidigungsfall wissen müssen
Sicherstellungsgesetze ermöglichen dem Staat im Spannungsfall oder Verteidigungsfall tiefgreifende Maßnahmen, um die Versorgungssicherheit, kritische Infrastruktur und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu gewährleisten. Für Unternehmen und Beschäftigte können daraus Kündigungsbeschränkungen, Verpflichtungen zu Arbeitsleistungen, Meldepflichten oder Änderungen von Arbeitszeiten und -orten entstehen. Zu den Sicherstellungsgesetzen
Netzwerk Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft
Haben Sie Interesse an einer Mitarbeit in einem IHK-Netzwerk Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft in Schleswig-Holstein? Bitte melden Sie sich über unser Kontaktformular an.
Zum Kontaktformular
Förderprogramme und weitere Informationen
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Der Europäische Verteidigungsfonds (EVF) fördert kooperative Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Verteidigungsbereich.
- Die ASW Nord – Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland e.V. unterstützt Unternehmen bei der Prävention und Abwehr von Wirtschafts- und Cyberkriminalität und fördert den Austausch zwischen Wirtschaft, Sicherheitsbehörden und Experten im norddeutschen Raum.
- Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stärkt die nationale Krisen- und Resilienzfähigkeit, entwickelt Schutzkonzepte und stellt Instrumente zur Vorbereitung, Warnung und Notfallbewältigung bereit.
Neuigkeiten
Strategische Rahmenbedingungen
Marktzugang zur Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft
Der Zugang zur Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft unterscheidet sich grundlegend vom zivilen Markt. Vergabeentscheidungen orientieren sich häufig an sicherheitspolitischen Notwendigkeiten, strategischen Partnerschaften sowie EU- oder NATO-Programmen. Ein zentraler Bestandteil für Unternehmen ist daher das Verständnis des politischen und organisatorischen Rahmens.
Plattformen und Netzwerke
Matchmaking-Plattform SVI Connect
Die SVI-Connect-Plattform ist als Bedarfsplattform aus Sicht der Bedarfsträger aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) angelegt. Zulieferer stellen ihre Fähigkeiten und Angebote ein. Die Plattform vernetzt sie gezielt mit Industriepartnern und leistet zugleich einen Beitrag für resiliente und diversifizierte Lieferketten.
Die Plattform haben der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) gemeinsam konzipiert.
Transfer Wirtschaft und Wissenschaft
Der TechHub Nord SVI (Sicherheits- und Verteidigungsindustrie) vernetzt innovative kleine und mittlere Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen mit sicherheitsrelevanten Bedarfsträgern und Großunternehmen. Der TechHub bietet Zugang zu Förderprojekten, Kooperationsformaten und Matching-Angeboten.
Strategische Zielsetzung: Der Operationsplan Deutschland
Ein zentrales strategisches Dokument der Bundesregierung ist der Operationsplan Deutschland, herausgegeben vom Bundesministerium der Verteidigung. Er beschreibt, wie Deutschland seine nationale Verteidigungsfähigkeit stärkt – auch in Kooperation mit Wirtschaft und Industrie. Daraus lassen sich Prioritäten und Bedarfsfelder ableiten, zum Beispiel in den Bereichen Logistik, Cyberabwehr oder dual-use-Technologien.
Vergabestrukturen und Ausschreibungen
Die Bundeswehr sowie nachgeordnete Organisationen schreiben regelmäßig Projekte aus. Unternehmen sollten sich mit den Ausschreibungsprozessen vertraut machen und relevante Anlaufstellen kennen. Im folgenden listen wir das Amt und die jeweiligen Hauptaufgaben beziehungsweise das Beschaffungsportfolio auf.
- Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw)
Ausrüstung und Gerät, Dienstleistungen, komplexe Dienstleistungen (Systeminstandhaltung) - Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw)
Bau (In/Ausland), Umwelt-/Arbeitsschutz, allgemeine Dienstleistungsaufgaben - Bundeswehr-Dienstleistungszentren (BwDLZ) und Verpflegungsamt (VpflABw)
Unterbehörden des BAIUDBw, allgemeine Dienstleistungsaufgaben - Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL GmbH)
Instandsetzungsleistungen, Ersatzteile, IT-Leistungen, Beratung - BWI GmbH (IT-Systemhaus der Bundeswehr)
IT-Geräte, Hardware, Software-Lizenzen, Projekte, IT-Services - BwFuhrparkService GmbH
Teilmilitarisierte Fahrzeuge, Flottenmanagement, Rechts-/Beratung, Instandhaltung - Bundeswehr-Bekleidungsmanagement GmbH (BwBM)
Kampfanzüge, Uniformen, Sportbekleidung, Beratung - BWConsulting GmbH
Coaching, Ausbildung, Beratung, Inhouse-Consulting
Nützliche Ressourcen
- Vergabe-Roadmap der BWI (2024–2029)
Diese Roadmap liefert eine detaillierte Übersicht geplanter IT-Vergaben der kommenden Jahre, inklusive Zeitachsen, Projektgrößen und Ausschreibungsart.
Download der BWI-Vergabe-Roadmapp (PDF) - Broschüre “Auftraggeber Bundeswehr”
Die Publikation erläutert die Organisationsstruktur der Bundeswehr als öffentlicher Auftraggeber, die einschlägigen Beschaffungs- und Vergabeverfahren sowie die Gestaltung von Verträgen und bietet praktische Hinweise für den Einstieg in das Geschäft mit der Bundeswehr.
Download der Auftraggeber Bundeswehr Broschüre (PDF)
Öffentliche Vergaben
Die Auftragsberatungsstelle Schleswig-Holstein e.V. – ABST-SH unterstützt Sie kostenfrei bei vergaberechtlichen Fragestellungen im öffentlichen Auftragswesen im Liefer- und Dienstleistungsbereich.