Maßnahmen für mehr Pünktlichkeit

Marschbahngipfel auf Sylt

Beim Marschbahndialog in Westerland haben Ministerpräsident Daniel Günther und DB-Chefin Evelyn Palla kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit vereinbart. Die IHK Schleswig-Holstein begrüßt das Signal und die beschlossenen Sofortmaßnahmen – und sieht ihre Kernforderungen nach zweigleisigem Ausbau und Elektrifizierung durch die eigene Unternehmensumfrage klar untermauert.
Pünktlichkeitswerte von zeitweise nur 50 bis 60 Prozent, überfüllte Waggons und strukturelle Engpässe auf einer eingleisigen Strecke: Die Lage auf der Marschbahn ist seit Jahren nicht länger hinnehmbar. Am 21. April 2026 kamen deshalb rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bahn und Wirtschaft zum Marschbahndialog in Westerland zusammen – darunter Ministerpräsident Daniel Günther, Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und DB-Chefin Evelyn Palla. Das Ergebnis: ein abgestimmter Fünf-Punkte-Plan mit Maßnahmen auf drei Zeithorizonten.

Was konkret beschlossen wurde

Im Mittelpunkt stehen drei Hebel, die in den kommenden Jahren greifen sollen:
  • Trassentausch mit 15-Minuten-Puffer: Künftig wird vor Niebüll ein Zeitpuffer eingeplant, der Verspätungen aus Hamburg abfängt, bevor sie auf die eingleisige Strecke treffen. Damit sind bis zu 25 Prozent mehr Pünktlichkeit möglich.
  • Neues Elektronisches Stellwerk Niebüll (ESTW): Bis Frühjahr 2028 ersetzt das neue ESTW neun mechanische Stellwerke.
  • Zweigleisiger Ausbau als Fernziel: Der Bund soll die planerischen Voraussetzungen schaffen, damit der Ausbau Anfang der 2030er Jahre beginnen kann. Elektrifizierung bleibt ebenfalls Teil der Modernisierungsstrategie.

Was unsere Umfrage zeigt

Dass der Druck auf die Unternehmen real und messbar ist, belegt die Umfrage der IHK zu Flensburg unter rund 150 Sylter Betrieben: 72 Prozent bewerten die Beeinträchtigungen durch die Marschbahn als hoch bis sehr hoch. Noch deutlicher ist das Bild beim Thema Personal – 88 Prozent der Betriebe geben an, dass die unzuverlässige Anbindung die Gewinnung und Bindung von Fachkräften erheblich erschwert. Diese Umfrage haben wir auf dem Gipfel vorgestellt.

Einschätzung der IHK

DB-Chefin Palla brachte es auf den Punkt: Es soll nicht um weitere Gipfel gehen, sondern um Umsetzung. Die IHK Schleswig-Holstein teilt diese Haltung und begrüßt den eingeschlagenen Kurs. Der Maßnahmenplan enthält richtige Ansätze – entscheidend ist jetzt die konsequente Realisierung. Die IHK wird den Prozess eng begleiten und Landesregierung wie Deutsche Bahn an den gemachten Zusagen messen. Denn die Marschbahn ist keine Regionalstrecke unter vielen: Sie ist die wirtschaftliche Lebensader der Insel – und muss als solche endlich zuverlässig funktionieren.