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Nr. 6984140
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Mölln: Teehaus Papotee

Ein französisches Teehaus für Mölln

Von Toulouse nach Mölln: Fabienne Lahary hat in ihrem Leben bereits als Flugbegleiterin und Dolmetscherin gearbeitet. Heute führt die Französin das Teehaus PapoTee und serviert im Herzen Möllns besondere Tee- und Gebäckspezialitäten.
Fabienne Lahary gießt einen Grüntee auf und schneidet eine selbstgemachte Zitronen-Tarte an. Es duftet blumig, leicht herb und nach Früchten. Ein Pärchen hat sich es auf einem dunkelgrünen Vintage-Sofa gemütlich gemacht, schmökert in einem der vielen Bücher, die in dem Teehaus in den Regalen stehen. Die Inhaberin von PapoTee kommt mit dem Paar schnell ins Gespräch, während sie Tee-Spezialitäten und französisches Gebäck serviert. Viele Gäste nehmen den Tee anschließend direkt mit nach Hause, kaufen bei ihr gleich mehrere Sorten auf einmal. Denn die Auswahl ist groß: Mehr als 100 Teesorten finden sich in bunten Teedosen in dem Ladengeschäft. „Ich beziehe den Tee von einem Familienunternehmen aus Paris. Eine Manufaktur mit hoher Qualität“, sagt die Französin.
Fabienne Lahary hat in Mölln ihre Passion gefunden. 2024 hat sie direkt gegenüber vom historischen Rathaus und der St. Nicolai-Kirche ihr Teegeschäft eröffnet. Hier möchte sie Gästen einen Platz geben, um dem Alltag zu entfliehen – und um ins Gespräch zu kommen. „Der Name PapoTee leitet sich vom französischen Wort papoter ab, was Plaudern heißt. Meine Gäste sollen hier eine gemütliche Zeit verbringen und sich austauschen, wenn sie mögen. Ganz analog und auch mal ohne Blick aufs Handy.“
Der Weg zum eigenen Teehaus führte die Französin über verschiedene berufliche Stationen in Europa und Asien nach Mölln. Nach einem Anglistikstudium arbeitete sie viele Jahre in London als Dolmetscherin und Flugbegleiterin für eine große Airline. Später auch in Dubai und Amsterdam. Zuletzt arbeitete Lahary in Toulouse als Assistenz der Geschäftsführung eines mittelständischen Unternehmens. „Das war ein stressiger Job, ich saß den ganzen Tag am PC und war nicht glücklich. Ich habe gemerkt: Ich möchte etwas anderes machen, am liebsten Menschen eine Freude bereiten.“ Kurz darauf entschloss sie sich für eine Ausbildung zur Konditorin. Ein wichtiger Schritt zum eigenen Teehaus, in dem sie heute süße wie herzhafte Tartes anbietet.
Nachdem ihre Tochter zum Studieren nach Schottland zog, verkaufe sie ihr Haus in Toulouse und zog in den Kreis Herzogtum-Lauenburg. „Meine Mutter kam aus Deutschland, mein Opa war Zahnarzt in Breitenfelde. Ich habe meine Großeltern als Kind und Jugendliche oft besucht“, sagt sie. Mölln und die Umgebung mit den vielen Seen und Wäldern seien ihr schon früh ans Herz gewachsen. „Hier kann ich mich aufs Wesentliche konzentrieren. Das gefällt mir.“
Für die kommende Saison hat Fabienne Lahary schon genaue Pläne: „Ich möchte die Terrasse für Gäste öffnen sowie alkoholische wie nicht-alkoholische Teecocktails servieren.“ Außerdem plant sie, verschiedene Teezeremonien mit exquisiten Teesorten anzubieten. „Meine Gäste sollen die Vielfalt und Besonderheiten des Tees kennenlernen – und dabei gern ins Plaudern kommen.“
Autor: Benjamin Tietjen
Veröffentlicht: 2. März 2026