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Punk bringt die Veränderung
Wenn zentrale Projekte trotz hohem Einsatz ins Leere laufen, liegt das oft an diffuser Verantwortungsverteilung und unklaren Abläufen. Genau hier setzt Unternehmerin Miriam Gyamfi mit ihrer Arbeit an. Als Gründerin und Beraterin der Agentur Punk & Perspektiven GmbH steht sie für eine neue Art von Beratung, die Haltung und Handwerk zusammen denkt.
„Den Punk spüren Menschen in den Momenten, in denen es im Bauch kribbelt und klar wird: hier muss sich etwas ändern”, sagt Miriam Gyamfi. „Perspektiven“ hingegen bezeichnet das Handwerk dahinter. Die Strukturen, Prozesse und das Führungshandeln, das die Veränderung tragfähig und verantwortungsvoll machen.
Zwischen Chaos und Verantwortung
Viele Unternehmen scheitern nicht an zu wenig Innovation, sondern an dem Grundhandwerk, das sie befähigt, die gewünschten Veränderungen in ihre Führungs-, Zusammenarbeits- und Entscheidungsprozesse zu integrieren, so der erste Befund von Miriam Gyamfi, die sich im September 2025 mit ihrer Beratungsagentur für Organisationsentwicklung in der Kieler Innenstadt selbständig machte. Der aktuelle Veränderungsdruck durch KI, Fachkräftemangel und politischer Unsicherheit verstärke genau diese Schwächen, ist sie sich sicher.
„Viele Unternehmen scheitern nicht an zu wenig Innovation, sondern an dem Grundhandwerk, das sie befähigt, die gewünschten Veränderungen in ihre Führungs-, Zusammenarbeits- und Entscheidungsprozesse zu integrieren“Miriam Gyamfi
Mit ihrer Beratungsagentur steckt Miriam Gyamfi den Finger in die Wunde, fragt nach, prüft und klärt auf. Punk & Perspektiven arbeitet dabei bewusst im Team: ein Netzwerk aus Beraterinnen und Beratern mit unterschiedlichen Schwerpunkten begleiten Organisationen in Schleswig-Holstein, Deutschlandweit und international. Sie arbeiten projektbasiert und stellen sich je nach Fragestellung unterschiedlich zusammen. Zum Einsatz kommen Workshops, moderierte Gespräche, Mediationen und Coaching-Formate. Ziel ist es, Zusammenarbeit, Rollen und Entscheidungswege sichtbar zu machen und gemeinsam neu zu ordnen.
„Wir beginnen selten mit Lösungen“, erklärt Miriam Gyamfi. „Zuerst klären wir: Wer darf hier eigentlich was entscheiden? Wer muss beteiligt werden? Und woran merken alle, dass wir erfolgreich waren?“ Auf dieser Basis werden Prozesse entwickelt, vom Projekt-Setup über Führungsformate bis hin zur Konfliktklärung im Team. Besonders bei festgefahrenen Situationen arbeiten die Berater mit gruppendynamischen und psychodramatischen Methoden, um Spannungen, Machtfragen und Erwartungen offen zu legen und im Raum sichtbar zu machen.
Zeit für Veränderung
Veränderung versteht Miriam Gyamfi dabei nicht als Einzelmaßnahme, sondern als gemeinsame Reise. Manche Organisationen holen sich Unterstützung für eine einzige Moderation der Vorstandssitzung, andere buchen über mehrere Monate hinweg Teamentwicklung, Coaching und Supervision. Immer geht es darum, Orientierung zu schaffen, Verantwortung zu klären und Strukturen zu entwickeln, die auch unter Druck tragfähig bleiben.
Die Zielgruppe von Punk & Perspektiven ist bewusst breit angelegt. Im Mittelpunkt stehen Organisationen und Unternehmen, die sich im Wandel befinden und ihre Zusammenarbeit, Führung oder Entscheidungsstrukturen weiterentwickeln wollen. Dazu zählen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, Vereine, Stiftungen sowie Einrichtungen aus Verwaltung und dem gemeinnützigen Bereich. „Uns sprechen Organisationen an, die mit einer Haltung arbeiten und sich fragen, wie sie unter Druck handlungsfähig bleiben“, sagt Miriam Gyamfi. Im Fokus stehen Organisationen, in denen Veränderung konkret gestaltet und Verantwortung sichtbar gemacht werden kann.
Führung neu gedacht
Für Miriam Gyamfi hängen Führung und Fachkräftesicherung eng zusammen. In vielen Organisationen, so ihre Beobachtung, liegt das Problem nicht allein im Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern, sondern in fehlender Orientierung im Inneren. Mitarbeitende wüssten häufig nicht, wofür ihr Unternehmen steht, welches Ziel verfolgt wird und welchen Beitrag sie selbst leisten. „Wenn diese Klarheit fehlt, geht auch die Identifikation verloren“, sagt Miriam Gyamfi. Führung bekomme damit eine neue Bedeutung: weniger Kontrolle, mehr Orientierung. Gerade unter dem aktuellen Veränderungsdruck durch Digitalisierung, Fachkräftemangel und politische Unsicherheit reichten klassische Führungsmodelle nicht mehr aus. Unternehmen müssten Verantwortung, Entscheidungswege und Zusammenarbeit aktiv klären – nicht nur, um handlungsfähig zu bleiben, sondern um Mitarbeitende zu binden. Wer Sinn, Beteiligung und klare Strukturen bietet, erhöht nach Gyamfis Erfahrung die Belastbarkeit von Teams und schafft die Grundlage dafür, Fachkräfte langfristig im Unternehmen zu halten.
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Fabian Haushahn