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Validierung mit Gänsehaut
Nach dem Abbruch seiner Lehre als Elektriker Ende der 1970er Jahre hat Jan Sievers in verschiedenen Berufen gearbeitet, zuletzt seit mehr als fünf Jahren bei der Adolf Nissen Elektrobau in Tönning. Sievers' Motivation war klar: „Arbeitnehmer mit einem Facharbeiterbrief gelten als besser qualifiziert, obwohl ich gleiches Wissen mitbringe.“
Aus diesem Grund entschied er sich für ein Validierungsverfahren, das langjährige berufliche Praxis mit aktuellen Ausbildungsstandards abgleicht und bei Erfolg offiziell bescheinigt. „Eine Validierung macht vorhandene Kompetenzen verlässlich sichtbar und stellt einen wertvollen Qualifikationsnachweis dar“, erklärt Charlie Groth aus dem Fachbereich Ausbildungsberatung und Prüfungskoordination der IHK Flensburg.
Ein Prüfungsausschuss mit sogenannten Feststellern begleitet den Prozess, der typischerweise in die vier Phasen Identifikation, Dokumentation, Bewertung und Zertifizierung unterteilt ist. Mit der Übereinstimmung zwischen seiner Tätigkeit und dem Berufsbild des Industrieelektrikers Fachrichtung Betriebstechnik qualifizierte sich Jan Sievers für das Verfahren. Die Vorbereitung war intensiv: Innerhalb weniger Monate musste er theoretisches Wissen auffrischen, das andere in dreieinhalb Jahren Ausbildung erlernen. „Einige Dinge schlummerten noch im Hinterkopf, aber vieles musste ich neu lernen“, erzählt er.
Das war ein starkes Signal meines Arbeitgebers, eine Validierung stärkt das Selbstwertgefühl.Jan Sievers
Dank Internet, Kollegen und seinem Tabellenbuch meisterte er die Validierung – trotz anfänglicher Skepsis: „Ich war nie ein Prüfungsmensch.“ Umso größer war die Freude bei der Übergabe des Zertifikats durch den Feststeller Thorsten Weber. „Mir fällt ein Stein vom Herzen, ich bekomme eine Gänsehaut“, antwortet der 63-Jährige auf die Frage, wie er sich jetzt nach bestandener Prüfung am Ende der Validierung fühle.
Sein Arbeitgeber unterstützte ihn vollumfänglich, übernahm Gebühren und sicherte seine Weiterbeschäftigung zu. „Auch für Unternehmen ergeben sich durch eine Validierung Vorteile. Sie dient als objektiver Qualitätsnachweis, der nicht nur interne Prozesse optimiert, sondern auch extern – etwa bei Kunden – Vertrauen schafft“, sagt Bildungsexpertin Groth. „Zudem lassen sich Bewerber besser einschätzen und Fähigkeiten und Aufgaben passgenauer aufeinander abstimmen.“
„Das war ein starkes Signal meines Arbeitgebers“, betont Sievers. „Es lohnt sich! Selbst eine überwiegende Validierung stärkt das Selbstwertgefühl.“ Besonders für Berufstätige ohne Abschluss in Ausbildungsberufen ist das Verfahren eine Chance, formale Anerkennung zu erlangen. „Wer diese hat, sollte sie nutzen.“
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Autor: Ralf Czwalinna
Veröffentlicht: April 2026
Veröffentlicht: April 2026
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