Wasserstofftankstelle

Den Sprit der Zukunft tanken

Die Mobilität der Zukunft speist sich aus erneuerbaren Energien. Eine neue Wasserstofftankstelle in Niebüll soll ab 2017 ihren Beitrag zur Akzeptanz und Verbreitung der Technik leisten.
"Wir sollten uns nicht nur auf den Stromverbrauch und -export konzentrieren", sagt Reinhard Christiansen, Geschäftsführer von Energie des Nordens, "sondern auch den Mobilitäts- und Wärmemarkt bedienen. Die Energiewende zu 100 Prozent sorgt für Klimaschutz und Wertschöpfung vor Ort." Die Firma plant in Niebüll eine Wasserstofftankstelle. Standort soll das Umspannwerk I - Gasthafen Niebüll sein. "Die Tankstelle wäre günstig an zwei Bundesstraßen und zwischen den vier großen Ortschaften Niebüll, Risum-Lindholm, Leck und Klixbüll gelegen", erklärt Christiansen.
Überschussenergie
Das Gas wird mittels Elektrolyse aus überschüssiger Windenergie gewonnen. "Da wir das öffentliche Netz nicht nutzen müssen, fallen auch keine Netzentgelte an und die rechtlichen Fragen minimieren sich", so der Geschäftsführer. Als Reserve solle ein Wasserstoffspeicher dienen, der bei Netzabschaltungen befüllt werde. Bislang stünden viele Windräder während einer Abschaltung still. Eine Überproduktion könne in das örtliche Gasnetz eingespeist werden. Die Abwärme des Elektrolyseurs könne zudem in einer nahen Gärtnerei verwendet werden.
Um die Tankstelle zu einem Erfolg zu machen, hoffen Christiansen und seine Mitstreiter, dass Privatpersonen und örtliche Unternehmer verstärkt auf Elektroautos mit Brennstoffzelle setzen. "26 Personen haben bereits Interesse gezeigt, ein Auto mit Brennstoffzellenantrieb zu kaufen", so der Energieunternehmer. Von der Effizienz der Technik ist er überzeugt. "Die Betankung erfolgt in drei Minuten und die Reichweite beträgt 300 bis 600 Kilometer." Geplant ist, auch weitere Tankstellen mit dem Wasserstoff zu versorgen und Industriewasserstoff nach Hamburg und Dänemark zu liefern.
Das Projekt ist Teil des Förderprogramms "Norddeutsche Energiewende (NEW) 4.0". Der Detailantrag wurde im Januar gestellt. Die Investition beträgt sieben Millionen Euro, bestehend aus Eigenkapital und Fördergeldern.
Daniel Kappmeyer
Veröffentlicht am 5. Februar 2016