Hafenforum stellt Potenzialstudie zur Binnenschifffahrt vor

Die beiden rheinhessischen Wirtschaftshäfen übernehmen im Verbund wertschöpfende Hub-Funktionen. Sie sind Teil eines Ökosystems, das weit über die Grenzen Rheinhessens hinausgeht – linksrheinisch bis ins Saarland und in den südlichen Teil von Rheinland-Pfalz, rechts des Rheins bis zum Westerwald, nach Hessen und in die Rhein-Neckar-Region.
Die zentrale Lage seiner Häfen im Schnittpunkt europäischer Verkehrsachsen, die von den beiden größten Häfen Europas Rotterdam und Antwerpen-Zeebrügge nach Süden zum italienischen Hafen Genua und über den Main, den Rhein-Main-Donau-Kanal und die Donau bis nach Constanta am Schwarzen Meer reichen, kommen der Industrie – und hier vor allem den klein- und mittelständischen Betrieben – zugute und helfen ihnen, auch international wettbewerbsfähig zu sein. Insgesamt profitiert Rheinhessen vor allem von einer effizienten Versorgung der Industrie mit großen Rohstoffmengen.

Was geschieht in Rheinland-Pfalz?

Mit Rhein und Neckar sowie den leistungsstarken Binnenhäfen Mannheim und Ludwigshafen verfügt die Region über eine ausgezeichnete Anbindung an die Wasserstraßen – ein echter Standortvorteil, den es weiter zu stärken und auszubauen gilt. Die IHK Pfalz und die IHK Rhein-Neckar haben daher eine Potenzialstudie zur Zukunft der Binnenschifffahrt in der Region in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse Ihnen gerne im Rahmen des Hafenforums 2026 vorgestellt werden:
Freitag, 24. April 2026, 10:00 – 13:30 Uhr
Rosengarten, Johann Wenzel Stamitz Saal,
Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim
Die IHK Pfalz und die IHK Rhein-Neckar laden Sie herzlich ein und freuen sich auf Ihre Teilnahme.
Anmeldung bis zum 17. April 2026 auf der Veranstaltungs-Webseite der IHK Rhein-Neckar mit dem Code ihkhf26

Was geschieht in Brüssel?

Die Europäische Kommission hat eine EU-Strategie für die industrielle Seeschifffahrt und eine Hafenstrategie angenommen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Sicherheit und Resilienz des EU-Wassersektors voranzutreiben.
Die EU-Strategie für die industrielle Seeschifffahrt soll die maritime Führungsrolle Europas durch eine Reihe von Maßnahmen stärken, unter anderem durch eine EU-Allianz für industrielle maritime Wertschöpfungsketten. Ziel ist die Förderung des Hightech-Schiffbaus, des Baus von Offshore-Versorgungsschiffen, Unterwasserdrohnen und Spitzentechnologie zur Ausrüstung der Häfen.
Mit ihrer Hafenstrategie will die EU-Kommission diesen Wandel beschleunigen und die Wettbewerbsposition der EU-Häfen sichern. Geplant sind unter anderem die Förderung von Innovation, Digitalisierung und Integration in andere Verkehrsinfrastrukturen. Die Kommission will Leitlinien für ausländisches Eigentum an EU-Häfen und für EU-Finanzierungen und -Investitionen in Häfen in Drittstaaten ausarbeiten. Um die Energiewende in den EU-Häfen voranzutreiben, umfasst die Strategie Maßnahmen zur Förderung der Elektrifizierung und Verbesserung der Netzanbindung.

5 Prioritäten der EU-Hafenstrategie

Wettbewerbsfähigkeit & Innovation stärken

  • Entwicklung von Kriterien und Leitprinzipien für die Finanzierung und Investitionen der EU in Häfen von Drittländern
  • Entwicklung von Kriterien und Leitlinien für ausländisches Eigentum und ausländische Kontrolle (Fokus auf strategische Infrastruktur mit doppeltem Verwendungszweck)
  • Förderung von Innovation sowie den Ausbau und die Einführung innovativer Technologien ("digitaler und grüner Wandel").

Energiewende & Nachhaltigkeit fördern

  • Genehmigungserteilung beschleunigen
  • schnellere Bewertungsverfahren für strategische Energie- und Umwelthafenprojekte
  • EU‑Aktionsplan zur Hafen‑Elektrifizierung
  • Energiepartnerschaften, inkl. Wasserstoffprojekte in und um Hafengebiete

Sicherheit & Schutz erhöhen

  • Stärkung der Hafensicherheit durch aktualisierte und überarbeitet Leitlinien
  • Maßnahmen gegen Drogenhandel
    • Rahmen für Hafenbewertungen in Drittländern schaffen,
    • Rahmen für Hintergrundüberprüfungen von Hafenarbeitern schaffen
    • Verbesserung der Angleichung der Zollkontrollen in den EU-Häfen
    • Verbesserung der Sicherheitsprotokolle weltweit
  • Gründung eines “Forum für Cybersicherheits- und Hafenbehörden der Mitgliedstaaten”
  • EU-weite Sicherheitsrisikobewertung

Zugang zu Finanzierung verbessern

  • Unterstützung mit klaren und gezielten Finanzierungsgrundsätzen, mit denen die Koordinierung und Effizienz der EU-Finanzierung verbessert werden soll
  • Unterstützung beim Zugang zu Beratungsdiensten und Instrumenten zur Risikominderung – Fokus auf kleine/mittlere Häfen

Soziale Aspekte, Kompetenzen & Arbeitsqualität

  • Unterstützung kleiner/mittlerer Häfen durch Initiativen zu Innovation, sauberen Energien, Sicherheit und Konnektivität
  • Kompetenzpakt für den Hafensektor (Weiterqualifizierung, Umschulung und Inklusion von Arbeitnehmern)
  • Leitlinien zu Arbeitssicherheit & Umgang mit alternativen Kraftstoffen