„Europa muss wirtschaftlich handlungsfähig bleiben“

Mehrere tausend Gäste bei „Jahresempfang der Wirtschaft“ in Mainz – Jean-Claude Juncker als Hauptredner, Podiumsdiskussion mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer
2. Februar 2026 – Der größte Jahresempfang der regionalen Wirtschaft in Deutschland hat auch in diesem Jahr seine herausragende Rolle als Plattform für den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik unter Beweis gestellt. Mehrere tausend Gäste kamen am Montagabend in der ausgebuchten Rheingoldhalle in Mainz zusammen. Der Jahresempfang der Wirtschaft, getragen von 15 Kammern und Institutionen des Mittelstands, des Handwerks, der freien Berufe und der Landwirtschaft aus Rheinland-Pfalz, bot Raum für Austausch über die wirtschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart – und über die Rolle Europas in einer sich wandelnden Welt.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Keynote von Jean-Claude Juncker, ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission. In seiner Rede warb er eindringlich für ein starkes, geeintes und wirtschaftlich wettbewerbsfähiges Europa. Europa müsse entschlossener handeln, um seine industrielle Basis, den Mittelstand und den sozialen Zusammenhalt zu sichern. Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen brauche es mehr europäische Geschlossenheit, weniger nationale Alleingänge und verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen.
In seiner Begrüßung im Namen der Veranstalter machte IHK-Präsident Dr. Marcus Walden klar, dass das Jahr 2026 ein Jahr der Bewährungsproben für Politik, Verwaltung und für die Wirtschaft sei. Trotz zahlreicher Ankündigungen zum Bürokratieabbau erlebten viele Unternehmen weiterhin das Gegenteil: neue Vorgaben, wachsende Dokumentationspflichten und immer komplexere Auslegungen bestehender Regeln – auf nationaler wie europäischer Ebene: „Beim Bürokratieabbau gibt es Bewegung – das erkennen wir ausdrücklich an. Doch Bewegung allein reicht nicht, wenn sie in den Betrieben nicht ankommt. 2026 entscheidet sich, ob Politik und Verwaltung den Mut haben, aus guten Absichten spürbare Entlastung zu machen. Entweder es gelingt jetzt, Regelungen spürbar zu vereinfachen – oder wir verlieren weiter Zeit, Geld und Vertrauen. Europa und Deutschland brauchen weniger Detailsteuerung und mehr Mut zur Entscheidung.“
Auch bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer, dem Präsidenten der Handwerkskammer Rheinhessen und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz, Hans-Jörg Friese, dem Präsident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz, Dr.-Ing. Horst Lenz sowie Sabine Maur als Präsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz stand neben der Wirtschaftslage und der Frage der Resilienz von Menschen und Unternehmen die Frage im Fokus, wie die Menge an Regulierungen verringert werden kann.
In der Podiumsdiskussion machte Ministerpräsident Alexander Schweitzer deutlich: „Rheinland-Pfalz ist ein starker Wirtschaftsstandort. Getragen von einem innovativen Mittelstand und einer leistungsfähigen Industrie. Damit das so bleibt, gilt es unsere Wettbewerbsfähigkeit in unsicheren Zeiten aktiv zu sichern: mit verlässlichen Rahmenbedingungen, schnelleren Verfahren und deutlich mehr Investitionen in Infrastruktur. Für unsere Unternehmen, gerade in der energieintensiven Industrie gibt es seit Januar einen abgesenkten Industriestrompreis. Wir werden zukünftig ein noch größeres Energieangebot benötigen und dürfen daher nicht nachlassen, den Strompreis weiter abzusenken, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Rheinland-Pfalz mit seinen starken Unternehmen ist ein Innovationsland, deswegen investieren wir in der Landesregierung auch in neue Wachstumsfelder wie Wasserstoff, Künstliche Intelligenz und Biotechnologie. Wir unterstützen Unternehmen und Beschäftigte dabei, Chancen zu nutzen und gute Arbeit zu sichern. Und klar ist auch: Viele Antworten können wir nur europäisch geben: Mit einem starken Binnenmarkt, fairen Regeln im globalen Wettbewerb und einer Europäischen Union, die wirtschaftliche Stärke, Innovation und Zusammenhalt zusammenbringt.“
Weitere Informationen und Pressebilder finden Sie unter:
www.ihk.de/rheinhessen/presse-jahresempfang
Hinter dem Jahresempfang der Wirtschaft stehen folgende 15 Kammern und Institutionen der Wirtschaft, des Handwerks, der Freien Berufe und der Landwirtschaft:
  • Architektenkammer Rheinland-Pfalz
  • Handwerkskammer Rheinhessen
  • Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen
  • Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz
  • Landesärztekammer Rheinland-Pfalz
  • Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz
  • Landespflegekammer Rheinland-Pfalz
  • Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz
  • Landestierärztekammer Rheinland-Pfalz
  • Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz
  • Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz
  • Pfälzische Rechtsanwaltskammer Zweibrücken
  • Rechtsanwaltskammer Koblenz
  • Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz
  • Wirtschaftsprüferkammer in Rheinland-Pfalz