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Nr. 7202138

Arbeitsmarkt & Sozialsysteme stabilisieren: Reformen anstoßen

Position Arbeitsmarkt und Sozialsysteme stärken: Reformen anstoßen
Bezeichnung ENTWURF: DIHK-Position
Arbeitsmarkt stärken, Sozialsysteme stabilisieren: Reformen für Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit
Erläuterung
Überblick
Der deutsche Arbeitsmarkt steht vor großen Herausforderungen, die Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand maßgeblich beeinflussen. Konjunkturelle und geopolitische Belastungen treffen dabei auf tiefgreifende strukturelle Veränderungen durch Demografie, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
Vor diesem Hintergrund erarbeitet die DIHK eine neue arbeits- und sozialpolitische Position. Damit diese die betrieblichen Herausforderungen und den konkreten Reformbedarf möglichst praxisnah abbildet, ist die Rückmeldung der Unternehmen von zentraler Bedeutung.
Folgende Kernforderungen sind im Papier enthalten:
  • Arbeitskosten senken und Sozialsysteme stabilisieren: Sozialversicherungen stärker auf ihre Kernaufgaben ausrichten und betriebliche Belastungen reduzieren, etwa durch die Herausnahme von Wegeunfällen aus der gesetzlichen Unfallversicherung und eine zielgenauere Künstlersozialabgabe.
  • Mehr Arbeitsvolumen und stärkere Arbeitsanreize: Brückenteilzeit reformieren, Steuerklasse IV/IV mit Faktor zum Regelfall machen, Minijobs weiterentwickeln und die Grundsicherung stärker auf die Aufnahme und Ausweitung von Arbeit ausrichten.
  • Arbeitsrecht flexibilisieren: Sachgrundlose Befristungen bis zu vier Jahre ermöglichen, das Vorbeschäftigungsverbot lockern und den Schwellenwert beim Kündigungsschutz von mehr als zehn auf mehr als 15 Beschäftigte anheben.
  • Jobwechsel erleichtern: Kurzarbeitergeld wieder stärker auf vorübergehende konjunkturelle Krisen konzentrieren, schnelle Wechsel in neue Beschäftigung steuerlich unterstützen und Arbeitsmarktdrehscheiben unbürokratisch ausgestalten.
  • Fehlzeiten reduzieren und Beschäftigungspotenziale besser nutzen: Reformoptionen wie Teilkrankschreibungen und eine Begrenzung der Entgeltfortzahlung auf 80 Prozent prüfen sowie die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes grundsätzlich auf maximal zwölf Monate vereinheitlichen.
  • Arbeitsmarkt fit für Transformation und Demografie machen: Insgesamt sollen mehr Flexibilität, Mobilität und Erwerbsanreize Unternehmen und Beschäftigten helfen, den Strukturwandel durch Digitalisierung, KI und Dekarbonisierung sowie die Folgen des demografischen Wandels zu bewältigen.
Rückmeldung bis 2. November per E-Mail an Jonas van Rüschen