Neue Perspektiven für Brandenburger Industrie

Die Chancen von CO₂-Technologien nutzen!

Die drei Industrie- und Handelskammern begrüßen den Vorstoß der Landtagsfraktionen von SPD und CDU, die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid (CCS) auch in Brandenburg per Landesgesetz zu ermöglichen. Aus Sicht der IHKs ist dies ein wichtiger Schritt, um Klimaschutz und den Erhalt industrieller Wertschöpfung miteinander zu verbinden. Wichtig dabei: verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen ebenso wie die Planung einer bedarfsgerechten CO₂-Infrastruktur und schnelle Genehmigungsverfahren.
„CCS und CCU sind für viele Unternehmen ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die Brandenburger Unternehmen arbeiten seit Jahren daran, ihre Emissionen zu senken und Produktionsprozesse klimafreundlicher zu gestalten. Wo CO₂-Emissionen technisch nicht vollständig vermeidbar sind, braucht es jedoch weitere Werkzeuge. CCS und CCU können hier einen wichtigen Beitrag leisten. Sie ersetzen weder erneuerbare Energien noch Elektrifizierung oder Wasserstoff, sondern ergänzen diese Technologien. Entscheidend ist, dass Unternehmen die Lösungen nutzen können, die für ihren Standort und ihre Produktionsprozesse technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind. Brandenburg kann dabei zugleich auf wertvolle Erfahrungen aus dem erfolgreichen Forschungsprojekt zur CO₂-Speicherung in Ketzin aufbauen“, erklärt André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus für die Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburger IHKs.
Vor allem bei industriellen Prozessen, deren CO₂-Emissionen technisch nicht oder nur schwer vermeidbar sind, können Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlendioxid eine wichtige Rolle spielen. Das betrifft beispielsweise die Zement- und Kalkindustrie oder die thermische Abfallbehandlung. Hinzu kommen mögliche neue Geschäftsfelder für Anlagenbauer, Technologieanbieter und Unternehmen, die abgeschiedenes Kohlendioxid als Rohstoff nutzen.
„Wir sollten nicht erneut Jahre in Grundsatzdebatten verlieren. Andere europäische Länder sind bei der Nutzung von CO2-Technologien bereits weiter. Brandenburg hat jetzt die Chance eine Vorreiterrolle einzunehmen und neue Perspektiven für seine Industriestandorte zu schaffen“, ergänzt André Fritsche.
Die IHKs appellieren daher an Landesregierung und Landtag, den Weg konsequent weiterzuverfolgen und mit Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Bevölkerung die Voraussetzungen für den Einsatz von CO₂-Technologien in Brandenburg zu schaffen.
Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ist eine Kooperation der drei Industrie- und Handelskammern im Land Brandenburg. Sie vertritt die Interessen von etwa 160.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.