Position

IHKs fordern Wiederaufbau der Berliner Nordbahn

Warum setzt sich die IHK Potsdam für den Wiederaufbau der Berliner Nordbahn ein?

Die Nordbahn ist die kürzeste und direkteste Bahnverbindung von Berlin nach Oranienburg, Rostock und Neubrandenburg/Stralsund. Weil sie fehlt, werden Fern- und Regionalzüge über Umwege durch das Karower Kreuz, den Berliner Außenring oder die Stettiner Bahn nach Berlin geführt. Das kostet Zeit, Kapazität und Zuverlässigkeit. Für Unternehmen bedeutet das: schlechtere Erreichbarkeit, längere Pendelwege und ein Schienennetz, das an seine Grenzen stößt. Der Wiederaufbau der Nordbahn ist deshalb kein Wunschprojekt, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit für die gesamte Hauptstadtregion und ganz Nordostdeutschland.

Was genau fordert die IHK Potsdam?

Kernforderungen der IHK Potsdam und der IHK Neubrandenburg:
  • Vollständiger, zweigleisiger und elektrifizierter Wiederaufbau der Berliner Nordbahn
  • Ausbau der Bahnknoten Hohen Neuendorf und Hennigsdorf mit den erforderlichen Verbindungskurven
  • Sofortige Einleitung und Vorfinanzierung der ersten Planungsstufen durch die Deutsche Bahn sowie die Länder Berlin und Brandenburg
  • Gemeinsames Eintreten von Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern beim Bund für die Aufnahme des Projektes als vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan und im Deutschlandtakt

Welchen Nutzen hätte die Nordbahn für Unternehmen?

Eine wiederaufgebaute Nordbahn verbessert die Erreichbarkeit von Wirtschaftsstandorten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern deutlich. Für Unternehmen bedeutet das: kürzere Wege zu Märkten, Kunden und Arbeitskräften. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist eine leistungsfähige Bahnanbindung ein echter Standortfaktor. Hinzu kommt die Entlastung des Straßennetzes durch mehr Güter- und Personenverkehr auf der Schiene.

Welchen Beitrag leistet die Nordbahn zur Entlastung des Schienennetzes?

Das bestehende Netz ist überlastet. Die Stettiner Bahn und der Berliner Außenring befinden sich am Kapazitätslimit. Jede Störung hat Auswirkungen auf das Gesamtsystem. Die Nordbahn würde eine zuverlässige Nord-Süd-Achse schaffen, das Netz resilienter machen und zusätzliche Verbindungen ermöglichen. Die Heidekrautbahn könnte ohne Umsteigen direkt nach Berlin-Gesundbrunnen fahren, der Prignitz-Express würde schneller und zuverlässiger ins Berliner Zentrum gelangen.

Warum ist das ein Thema für die Politik und nicht allein für die Deutsche Bahn?

Weil es ohne politische Priorität nicht geht. Große Infrastrukturprojekte werden nur dann im Bundesverkehrswegeplan platziert, wenn die zuständigen Länder sie aktiv einfordern. Die Länder Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern müssen gemeinsam und öffentlich sichtbar für dieses Projekt eintreten. Die Deutsche Bahn kann erst planen, wenn Finanzierung und politischer Auftrag gesichert sind.

Was hat die IHK Potsdam bisher unternommen?

Der Verkehrsausschuss der IHK Potsdam und der Arbeitskreis Verkehr der IHK Neubrandenburg haben sich in einer gemeinsamen Sitzung auf ein Positionspapier verständigt. Das Positionspapier wird den zuständigen Ministerien und Parlamenten in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, sowie dem Bundesministerium für Verkehr übermittelt.