Deutsch lernen für den Beruf
Spracherwerb am Arbeitsplatz
Unternehmen können über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) berufsbegleitende Berufssprachkurse buchen, die für ausländische Auszubildende und Mitarbeitende von unmittelbarer beruflicher Relevanz sind. Ziel ist es, den Einstieg im Betrieb auch bei geringen Deutschkenntnissen zum Erfolg zu führen.
Die Berufssprachkurse werden für alle Berufe angeboten. Sie werden dabei von zugelassenen Kursträgern und Lehrkräften, entweder beim Träger oder direkt beim Arbeitgeber vor Ort, durchgeführt. Sie finden sowohl in Präsenz als auch virtuell statt und werden in Vollzeit- oder berufsbegleitend in Teilzeitkursen angeboten. Sie richten sich an Zugewanderte aus Drittstaaten, Bürgerinnen und Bürger aus der EU und Deutsche mit Migrationshintergrund.
Welche Sprachkurse werden angeboten?
Berufssprachkurse mit Zertifikatsprüfung (Basiskurse)
- Zielgruppe: Erwachsene mit Migrationshintergrund oder Geflüchtete, die ihre Deutschkenntnisse für den Beruf verbessern möchten.
- Voraussetzung: In der Regel abgeschlossener Integrationskurs oder ein Sprachniveau ab A2.
- Umfang: Meist 400–500 Unterrichtseinheiten, in Vollzeit oder Teilzeit.
- Inhalte: Allgemeine berufssprachliche Themen wie Bewerbung, Kommunikation am Arbeitsplatz, Arbeitsrecht, Arbeitssicherheit und Fachsprache.
- Durchführung: Über zugelassene Sprachkursträger, klassisch in Präsenz oder teilweise online.
- Abschluss: In der Regel mit einer Prüfung (z. B. telc B1–C1 Beruf).
- Kosten: Teilnahme grundsätzlich kostenlos; bei Einkommen über 20.000 € (40.000 € bei gemeinsamer Veranlagung) Eigenbeitrag von 2,56 € je Unterrichtseinheit. Arbeitgeber können diese Kosten übernehmen.
Arbeitsplatzbezogene Berufssprachkurse (Neue Job-BSK im Rahmen des Job-Turbos)
- Zielgruppe: Erwachsene mit mindestens Sprachniveau A2, die eine Arbeitsplatzzusage haben, sich auf eine konkrete Beschäftigung vorbereiten oder bereits arbeiten.
- Umfang: 100–150 Unterrichtseinheiten, kürzer und praxisnäher als klassische BSK.
- Inhalte: Sprachförderung direkt für den Arbeitsalltag – z. B. Fachsprache im Betrieb, Kommunikation mit Kolleginnen, Vorgesetzten oder Kundschaft.
- Durchführung: Direkt im Betrieb, online oder in kleineren Gruppen bei Sprachkursträgern. Start schon ab drei Teilnehmenden möglich, idealerweise aus derselben Berufsgruppe.
- Abschluss: Keine Prüfung; die Kurse sollen schnelle Einsatzfähigkeit im Betrieb ermöglichen.
- Kosten: Teilnahme ebenfalls kostenlos. Bei Überschreiten der Einkommensgrenze gilt der Eigenbeitrag von 2,56 € je Unterrichtseinheit.
| Merkmal | Berufssprachkurse (BSK) | Job-BSK (Job-Turbo) |
| Zielgruppe | Allgemein Beschäftigte / Arbeitssuchende mit Sprachförderbedarf | Personen mit Arbeitsplatzzusage oder bereits im Job |
| Umfang | 400–500 UE | 100–150 UE |
| Inhalte | Breite berufssprachliche Themen | Sprachförderung direkt am Arbeitsplatz |
| Durchführung | Sprachkursträger, Präsenz/online | Betrieb, online oder Sprachkursträger |
| Gruppengröße | Klassisch größere Kurse | Kleinere Gruppen, Start ab 3 Personen |
| Abschluss | Prüfung (z. B. telc Beruf) | Keine Prüfung |
| Kosten | Grundsätzlich kostenlos, ggf. Eigenbeitrag 2,56 €/UE | Gleiches Kostenmodell |
Wie beantragen Unternehmen das Angebot?
- Arbeitgeber identifiziert eine hinreichend große Gruppe an Teilnehmenden: ideal 7, mind. 3 Personen mit ähnlichen Arbeitsplatzanforderungen/Berufen
→ Kursteilnehmende können während der Unterrichtszeit durch den Arbeitgeber unter Lohnfortzahlung freigestellt werden
Benötigen nur einzelne Personen in Ihrem Unternehmen einen Sprachkurs? Sie können sich mit anderen Arbeitgebern zusammenschließen und gemeinsam einen Kurs initiieren. - Arbeitgeber meldet den Bedarf an die zuständige Regionalstelle des BAMF, für Brandenburger Unternehmen: bsk.berlin@bamf.bund.de
- BAMF unterstützt bei der Identifizierung des durchführenden Kursträgers
- Arbeitgeber stellt Anträge auf Teilnahmeberechtigung beim BAMF: möglichst gebündelte Einreichung der Anträge mit Postvollmacht
- BAMF prüft Anträge und stellt Teilnahmeberechtigungen aus
- Kurse werden individuell zugeschnitten: zusammen mit dem Arbeitgeber werden spezifische Situationen und Bedarfe am Arbeitsplatz ermittelt
- Flexible Möglichkeiten der Durchführung:
– im Blockunterricht, in Teilzeit oder als Nachmittags-/Abendkurse
– auch in den Räumen des Arbeitgebers
– bei Bedarf auch online oder in virtuellen Klassenzimmern bzw. hybrid
An wen können sich Unternehmen wenden?
Für Unternehmen aus Brandenburg ist der Hauptstandort Berlin zuständig. Stellen Sie Ihre Anfrage an bsk.berlin@bamf.bund.de.
Was für weitere Angebote zur Sprachförderung gibt es?
Das Goethe-Institut bietet sprachliche und interkulturelle Vorbereitung für Fachkräfte und zukünftige Auszubildende aus verschiedenen Ländern. Sie bieten außerdem einen Überblick über die Sprachniveaus des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens.
Nützliche Vokabelflyer und Broschüren stellt das "Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge" (NUIF) seinen Mitgliedsunternehmen nach kostenloser Registrierung zum Download zur Verfügung.
Es gibt eine Vielzahl weiterer Deutschkurse von diversen örtlichen Anbietern, die nicht vom BAMF unterstützt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, ganze Kurse online zu absolvieren, entweder mit einer Lehrkraft oder in Form von Selbstlernkursen. Aber auch das Trainieren der einzelnen Teilkompetenzen Hören, Lesen, Schreiben, Sprechen oder spezielles Wortschatztraining sind möglich, ergänzend zu einem Kurs oder als Selbstlernmaterial.