Service & Beratung
Konjunkturumfrage
Die IHK Potsdam befragt dreimal im Jahr die regionale Wirtschaft zur aktuellen konjunkturellen Lage und zu den Einschätzungen der Unternehmen hinsichtlich der weiteren Entwicklung. Die Ergebnisse werden sowohl für die Gesamtwirtschaft als auch für einzelne Branchen ausgewertet.
Die Stimmung bricht deutlich ein
Zum Frühsommer 2026 zeigt sich: Die vorsichtige Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung ist vorerst beendet. Die Stimmung der Unternehmen im Kammerbezirk der IHK Potsdam hat sich deutlich verschlechtert. Der IHK- Konjunkturklimaindex* fällt von 102 Punkten zu Jahresbeginn auf 86 Punkte. Damit folgt die regionale Wirtschaft dem negativen Bundestrend.
„Das ist kein Warnsignal mehr! Die Unternehmen in Westbrandenburg stehen mit dem Rücken zur Wand. Explodierende Energiepreise, unsichere Rahmenbedingungen, anhaltend hohe Arbeitskosten und lähmende Bürokratie: Viele dieser Probleme sind politisch hausgemacht und werden seit Jahren verschleppt. Wer jetzt noch zögert, handelt fahrlässig. Uns droht kein gradueller Abschwung, sondern uns droht eine Deindustrialisierung auf Raten“, sagt Dr. Christian Herzog, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Verschlechterung gegenüber der Befragung zu Jahresbeginn. Der Konjunkturklimaindex fällt zum Frühsommer um 16 Punkte auf 86. Die regionale Wirtschaft folgt damit dem negativen Bundestrend. Nach mehreren Jahren wirtschaftlicher Seitwärtsbewegung ist der Abwärtstrend nun unübersehbar. Auch die aktuelle Geschäftslage wird schwächer bewertet. Der Lageindikator sinkt von 14 auf 3 Punkte. Damit bewerten die Unternehmen ihre laufenden Geschäfte zwar im Durchschnitt noch leicht positiv, der Abstand zur neutralen Marke ist jedoch deutlich kleiner geworden. Besonders stark verschlechtern sich die Erwartungen für die kommenden Monate. Der Erwartungsindikator fällt auf minus 28 Punkte. So pessimistisch waren die Unternehmen zuletzt während der Energiekrise 2022.
Deutlich verändert hat sich auch die Risikoeinschätzung. Energie- und Rohstoffpreise werden wieder mit Abstand am häufigsten als Geschäftsrisiko genannt. 75 Prozent der Unternehmen sehen darin eine zentrale Belastung. Das sind 31 Prozentpunkte mehr als noch zu Jahresbeginn. Für viele Unternehmen geht es um konkrete Auswirkungen auf Produktion, Preisgestaltung, Lieferketten und Investitionsentscheidungen. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bleiben ebenfalls ein bedeutender Unsicherheitsfaktor. Bürokratie, lange Verfahren, hohe Kosten und fehlende Planungssicherheit erschweren weiterhin unternehmerische Entscheidungen. Der Fachkräftemangel wird im Vergleich zu früheren Befragungen seltener genannt, bleibt für viele Betriebe aber relevant.
Die Beschäftigungserwartungen zeigen sich trotz der verschlechterten Gesamtlage vergleichsweise stabil. Zwei Drittel der Unternehmen rechnen weiterhin mit einer gleichbleibenden Beschäftigtenzahl. Der regionale Arbeitsmarkt bleibt damit belastet, aber bislang robust. Deutlich eingetrübt haben sich dagegen die Umsatzerwartungen, ein Drittel geht inzwischen von sinkenden Umsätzen aus, 10 Prozentpunkte mehr als zu Jahresbeginn.
Insgesamt zeigt die Konjunkturumfrage Frühsommer 2026 eine spürbare Eintrübung der wirtschaftlichen Stimmung im Kammerbezirk der IHK Potsdam. Die aktuelle Lage wird schwächer bewertet, die Erwartungen haben sich deutlich verschlechtert, und Energie- sowie Rohstoffpreise prägen wie vor vier Jahren die Risikowahrnehmung der Unternehmen. Die weitere Entwicklung hängt damit wesentlich davon ab, ob Kostenbelastungen begrenzt, Planungssicherheit verbessert und Investitionen erleichtert werden können.
*Konjunkturklimaindex: Geometrisches Mittel der Salden aus positiven & negativen Einschätzungen der aktuellen & der erwarteten Geschäftslage (neutral = 100).
Wir brauchen Ihre Meinung!
Die Konjunkturumfrage liefert die Argumente, mit denen die IHK Potsdam die Interessen der Unternehmen in unserer Region vertreten kann. Dafür sind wir auf wir Ihre Mitwirkung angewiesen.
Je mehr Rückmeldungen, desto stärker ist die Stimme der Wirtschaft.
Eine hohe Beteiligung verleiht der Aussagen der Unternehmerschaft Gewicht.
Branchen und Regionen müssen sichtbar sein.
Viele Teilnehmende ermöglichen gezielte Aussagen nach Branchen und Regionen.
Die Zahlen stützen konkrete Forderungen an die Politik.
Die Ergebnisse helfen uns, gegenüber Politik und Verwaltung klar zu benennen, wo Unternehmen Entlastung brauchen.
Beteiligen Sie sich deshalb an den kommenden Konjunkturumfragen der IHK Potsdam.
Nächste Umfrage: September 2026
Wenn Sie das letzte Mal keine Einladung bekommen haben: Kurze Mail an marek.ludwig@ihk-potsdam.de und wir nehmen Sie mit in den Konjunkturverteiler auf.
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Kontakt
Marek Almar Ludwig
Referent Wirtschaftspolitik und Konjunktur
Fachbereich Interessenvertretung