KOFA-Studie
Fachkräftesituation in den Bundesländern
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) tragen den Großteil des Fachkräftemangels – wie stark die Engpässe ausfallen, unterscheidet sich jedoch je nach Bundesland: In Bayern bleibt etwa jede zweite Stelle im Mittelstand unbesetzt, in Berlin nur rund jede fünfte.
Situation unterscheidet sich je nach Bundesland
In Rheinland-Pfalz stieg die Fachkräftelücke als Jahresdurchschnitt von 13.123 (2016) auf 20.861 – ein Plus von 59 Prozent. Den höchsten Anstieg verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern (+236 Prozent), wohingegen die Fachkräftelücke in Baden-Württemberg um fast 25 Prozent fiel, denn die Nachfrage nach Fachkräften sank die letzten Jahre erheblich. Durch die unterschiedlichen Entwicklungen der Engpässe in den letzten zehn Jahren folgt nun hinter dem Spitzenreiter Bayern, das weiterhin die höchste Fachkräftelücke aufweist, nicht mehr Baden-Württemberg, sondern Nordrhein-Westfalen. Bremen bleibt mit Berlin und dem Saarland das Bundesland mit dem niedrigsten absoluten Engpass.
In ländlich geprägten Bundesländern entfallen bis zu 80 Prozent der offenen Stellen in Engpassberufen auf KMU, während in den Stadtstaaten der Wettbewerb mit Großunternehmen stärker ausgeprägt ist. Besonders häufig fehlen KMU beruflich qualifizierte Fachkräfte, vor allem in Produktion und Fertigung, im Handwerk sowie in Gesundheits- und Sozialberufen.
Viele Stellen bleiben unbesetzt
In Deutschland konnten im Jahresdurchschnitt rund 393.000 von insgesamt 1,1 Millionen offenen Stellen rechnerisch nicht besetzt werden. Davon entfielen 71,7 Prozent auf KMU. Damit liegt der größte Teil der Engpässe im Mittelstand. Die hohe Fachkräftenachfrage von KMU hängt auch damit zusammen, dass sie den deutschen Arbeitsmarkt durch ihre große Zahl an Unternehmen und Beschäftigten maßgeblich prägen.
Besonders häufig fehlen KMU beruflich qualifizierte Fachkräfte in Produktion und Fertigung, im Handwerk sowie in Gesundheits- und Sozialberufen. Besonders stark betroffen sind Berufe in:
- Produktion und Fertigung
- Handwerk
- Gesundheits- und Sozialberufen
Zu den häufigsten Engpassberufen zählen unter anderem Bauelektriker:innen, Kfz-Techniker:innen und Altenpfleger:innen. Auch fehlen nicht überall die gleichen Fachkräfte. Erzieher:innen gehören nur in 5 von 16 Bundesländern zu den Top-3-Engpassberufen, stellen dort aber jeweils den größten Engpass dar. In Berlin und Sachsen besteht in diesem Beruf hingegen rechnerisch kein Fachkräftemangel.
Empfehlungen für KMU
KMU können verschiedene Ansätze nutzen, um den Fachkräfteengpässen zu begegnen:
- Mit Employer Branding die Arbeitgeberattraktivität gezielt stärken, um sich im Wettbewerb um Fachkräfte besser und sichtbarer zu positionieren.
- Weiterbildung systematisch einsetzen, um vorhandene Beschäftigte gezielt zu qualifizieren.
- Ausbildung im eigenen Betrieb ausbauen, um langfristig Fachkräfte bedarfsorientiert zu sichern und Engpässe in zentralen Berufsbereichen zu reduzieren.
- Bestehende Beschäftigte nachhaltig binden, insbesondere in Bundesländern mit steigenden Engpässen.
Quelle: KOFA
