Fachkräftesicherung im Fokus

EU analysiert wirtschaftspolitische Herausforderungen

Europas Wettbewerbsfähigkeit beginnt vor der eigenen Haustür. Mit dem Frühjahrspaket 2026 hat die Europäische Kommission deshalb erneut die wirtschaftspolitischen Herausforderungen der Mitgliedstaaten analysiert und konkrete Reformempfehlungen vorgelegt. Auch die Sicherung von Fachkräften wird betont.

Attraktiv für Fachkräfte sein

Mehr Erwerbsbeteiligung sowie bessere Qualifizierung, stärkere Bildungsleistungen und eine erleichterte Gewinnung internationaler Fachkräfte sollen dem zunehmenden Arbeits- und Fachkräftemangel entgegenwirken. Die Stoßrichtung deckt sich weitgehend mit den Herausforderungen, die Unternehmen seit Jahren benennen.
Entscheidend wird jedoch sein, Arbeitsmarktpolitik stärker auf die Vermittlung in reguläre Beschäftigung auszurichten, Anreize zur Arbeitsaufnahme zu stärken und die Rahmenbedingungen für qualifizierte Zuwanderung weiter zu verbessern. Denn ohne ausreichend Fachkräfte werden weder Digitalisierung noch Dekarbonisierung oder Innovation die notwendige Dynamik entfalten können.

Bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen

Im Zentrum der Vorschläge der Europäischen Kommission stehen zudem Investitionen, Innovationen und bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen. Gleichzeitig will Brüssel den Mitgliedstaaten fiskalischen Spielraum für Zukunftsinvestitionen in Verteidigung, Energieversorgung und Infrastruktur ermöglichen.
Für Deutschland zeichnet die Kommission dabei ein bekanntes Bild: Eine starke industrielle und technologische Basis trifft auf strukturelle Standortprobleme – von hohen Energiekosten über Fachkräftemangel bis hin zu Investitions- und Digitalisierungsdefiziten. Die daraus abgeleiteten Empfehlungen ergeben eine wirtschaftspolitische To-do-Liste für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

Investitionen ermöglichen statt Mittel binden

Ein Schwerpunkt der Kommissionsvorschläge liegt auf der Stärkung der Investitionsfähigkeit Deutschlands. Das neue Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität soll konsequent für produktive Investitionen eingesetzt werden, die den Kapitalstock des Landes modernisieren und Wachstum ermöglichen.
Gleichzeitig fordert Brüssel Reformen bei Rentensystem, Sozialstaat und der Steuerstruktur, um die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen zu sichern und stärkere Arbeitsanreize zu setzen.
Für die Unternehmen ist dabei aus Sicht der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) entscheidend, dass die zusätzlichen Mittel tatsächlich in Infrastruktur, Digitalisierung und Dekarbonisierung fließen und nicht lediglich bestehende Ausgaben ersetzen.
Geld allein wird jedoch nicht reichen: Ohne schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie effizientere Verwaltungsabläufe drohen Investitionen weiterhin an praktischen Umsetzungsproblemen zu scheitern.