Forderungen der Wirtschaft
Nr. 5722402
3 min Lesezeit
Straße in Hambach in der Pfalz
Infrastruktur und Digitale Wirtschaft

Wirtschaft braucht lebenswerte Standorte

Wir gestalten unseren Lebensraum mit

Die Pfalz zeichnet sich in vielen Regionen durch ihre hohe Lebensqualität aus. Maßgeblich dafür sind weiche Standortfaktoren wie die Attraktivität der Innenstädte und Ortszentren, Nahversorgung, Betreuungsangebote, aber auch Gesundheitsversorgung und Freizeitangebote. Zugleich sind viele Angebote heterogen in der Region verteilt. Während die Vorder- und Südpfalz einen eher verdichteten Raum darstellt, finden sich in der Nordwest- und Südwestpfalz vor allem ländliche Strukturen vor. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Herausforderungen für die verschiedenen Regionen in der Pfalz.
Die Innenstädte und Ortszentren in der Pfalz befinden sich im Wandel. Nicht nur die Rahmenbedingungen für das Wirtschaften in der Innenstadt, sondern auch die Konsumgewohnheiten von Kundinnen und Kunden ändern sich. Zweifellos müssen sich die Innenstädte anpassen. Die Innenstadt von morgen ist ein multifunktionaler Ort mit einem Mix aus Handel, Gastronomie, Kultur, Dienstleistungen, Wohnen, Bildung und Erlebnissen in einem grünen Umfeld. Zur Vermeidung von Hitzeinseln und Steigerung der Aufenthaltsqualität in unseren Innenstädten braucht es entsprechende Bepflanzungen und Gestaltungen.
Ein wichtiges Element der Standortentwicklung sind Business Improvement Districts (BID). Das Ziel ist hierbei, die Attraktivität von Quartieren zu steigern, Kundenfrequenzen zu erhöhen und zusätzliche Kaufkraft zu binden. Das grundlegende Engagement kommt dabei – anders als bei Stadtmarketinginitiativen – von Grundeigentümern, Einzelhändlern, Gastronomen sowie Dienstleistern. In Rheinland-Pfalz wurde dafür das Landesgesetz über lokale Entwicklungs- und Aufwertungsprojekte (LEAPG) verabschiedet, das die Gründung von BIDs bzw. LEAPs ermöglicht und finanziell unterstützt. Informationen zum LEAPG müssen weiterhin niedrigschwellig zur Verfügung stehen. Auch sollten Kommunen partnerschaftlich mit der Wirtschaft zusammenarbeiten und Projekte im Rahmen des LEAPG unterstützen.
Freiwillige Aufgaben prägen die gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen und dürfen nicht aufgrund von Sparzwängen vernachlässigt werden, da bereits jetzt die Attraktivität ländlicher Standorte für Fachkräfte und Jugendliche zunehmend gefährdet ist.
Marco Feig, Vizepräsident der IHK Pfalz
Zugleich muss die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst werden. Hierfür ist bereits im Landesentwicklungsprogramm Rheinland-Pfalz verankert, dass in allen Regionen die Daseinsvorsorge in Gemeinden mit zentralörtlicher Funktion sichergestellt wird. Dabei müssen die Entwicklungen des demografischen Wandels berücksichtigt werden, durch die unsere Gesellschaft zunehmend altert und die Bevölkerungszahlen im ländlichen Raum sinken. Daher bedarf es vom Land Rheinland-Pfalz zusätzlich zu den vorhandenen Förderungen für die Innenstädte auch bedarfsgerechte Förderprogramme für den ländlichen Raum. Ein wichtiges Thema ist hierbei die Gesundheitsversorgung und Pflege, die besonders im ländlichen Raum, teilweise aber auch in Städten zukunftsorientiert aufgestellt werden muss. Für arbeitende Eltern kommt der Verfügbarkeit von Kinderärzten eine besondere Rolle zu.
Auch sollten sich gerade in der Fläche Kommunen zusammenschließen, um die vorhandenen Kapazitäten effizient einzusetzen. „Freiwillige Aufgaben prägen die gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen und dürfen nicht aufgrund von Sparzwängen vernachlässigt werden, da bereits jetzt die Attraktivität ländlicher Standorte für Fachkräfte und Jugendliche zunehmend gefährdet ist“, sagt Marco Feig, Vizepräsident der IHK Pfalz.
Darüber hinaus müssen die Innenstädte und (Orts-)Gemeinden auf allen Verkehrswegen erreichbar sein. Dafür müssen nicht nur die innerörtlichen Straßen leistungsfähig sein, sondern auch ÖPNV-Angebote ausgeweitet werden. Auch der Ausbau von Radwegen und entsprechenden Abstellmöglichkeiten für Fahrräder spielt eine bedeutende Rolle für die multimodale Erreichbarkeit der Innenstädte und (Orts-)Gemeinden.

Unsere Forderungen

  • Gleichwertige Lebensbedingungen in allen Regionen der Pfalz forcieren
  • Nutzungsmix in den Innenstädten und Ortszentren anstreben, Aufenthaltsqualität erhöhen
  • WLAN-Hotspots in Innenstädten und Ortszentren einrichten
  • Rahmenbedingungen für Smart-City-Strategien schaffen und finanzielle Anreize setzen
  • Bedarfsgerechte und niederschwellige Förderprogramme für den ländlichen Raum entwickeln
  • Zusammenarbeit zwischen Kommunen stärken
  • Erreichbarkeit der Standorte auf allen Verkehrswegen sicherstellen
  • Unternehmen und Bevölkerung in Stadt- und Regionalentwicklungsprozesse einbinden

Unsere Angebote und Aktivitäten

  • Bei LEAP-Gründungen (Lokale Entwicklungs- und Aufwertungsprojekte) unterstützen
  • Zu Innenstadtkonzepten und Stadtmarketing beraten
  • Kampagnenbezogene Projekte zur Belebung der Innenstadt durchführen, wie bspw. Heimat shoppen
  • Zu staatlichen Förderprogrammen beraten
  • Netzwerkveranstaltungen, Vorträge und Webinare durchführen
  • Unternehmen mit Best-Practice- und Leuchtturm-Projekten unterstützen
  • Interessen gegenüber der Kommunal- und Landespolitik vertreten



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