Forderungen der Wirtschaft
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Architekten begutachten Baustelle
Infrastruktur und Digitale Wirtschaft

Wirtschaft braucht Fläche

Wir schaffen Raum für wirtschaftliche Entwicklung

Fläche stellt einen harten Standortfaktor für die meisten Unternehmen dar. Zugleich ist Fläche eine endliche Ressource, die für unterschiedliche und oftmals konkurrierende Nutzungen benötigt wird. So werden die zur Verfügung stehenden Gewerbe- und Industrieflächen auch in der Pfalz knapp. Dies erschwert es den Unternehmen zunehmend, geeignete Flächen für eine Erweiterung, Verlagerung oder Neuansiedlung zu finden. Oft stehen Flächen, die in den regionalen Raumordnungs- und Flächennutzungsplänen als gewerbliche Fläche geplant sind, aufgrund von Restriktionen oder Eigentumsverhältnissen nicht zur Verfügung. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Pfalz zu sichern, müssen daher Gewerbe- und Industrieflächen bedarfsgerecht erweitert werden.
Aufgrund des bundesweiten Ziels, den Flächenverbrauch bis 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, kann die Neuausweisung von Industrie- und Gewerbeflächen allein den Bedarf der Wirtschaft nicht decken. Daher gewinnt die Nachverdichtung und Qualifizierung bestehender Gewerbegebiete an Bedeutung, um bisher nicht genutzte Potenziale auszuschöpfen. In vielen bestehenden Gewerbegebieten Deutschlands hat sich aktives Quartiersmanagement bewährt, um die Attraktivität des Standorts für die Wirtschaft zu steigern und die individuellen Bedarfe der Betriebe vor Ort zu erfüllen.
Darüber hinaus gehen immer noch wertvolle Industrie- und Gewerbeflächen teilweise oder gänzlich verloren durch konkurrierende Nutzungen. Durch das Heranrücken von Wohnbebauung oder anderen sensiblen Nutzungen unterliegen Gewerbetreibende zunehmendem Druck, strenge Immissionsrichtwerte einzuhalten. Gerade für emissionsintensive Betriebe sinken folglich die Potenziale an geeigneten Flächen. Daher ist es unumgänglich, Gewerbe- und Wohngebiete klar zu trennen, um nicht nur das Bestandsgewerbe zu schützen, sondern auch eine zukünftige wirtschaftliche Entwicklung in Gewerbe- und Industriegebieten weitgehend uneingeschränkt zu ermöglichen.
Für die wachsende Dienstleistungsbranche hingegen haben sich die Anforderungen an Standortbedingungen stark verändert. New Work, mobiles Arbeiten und zunehmende Flexibilität erfordern nicht nur neue Raum-, sondern auch moderne Stadtkonzepte. Die Dienstleistungsbranche profitiert zunehmend von der Nähe zu kommunalen Strukturen und Naherholungsmöglichkeiten und lässt sich aufgrund ihrer geringen Emissionen räumlich in städtische, sensiblere Nutzungen integrieren.
Kommunen sollten gemeinsam mit den Unternehmen Strategien und Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung der Gewerbegebiete entwickeln. Auch sollte, gerade im ländlichen Raum, die Anbindung der Gewerbegebiete an Bahn und ÖPNV sowie Fuß- und Radwege optimiert und bei Neuausweisungen von Beginn an mit eingeplant werden.
Jutta Metzler, Vizepräsidentin der IHK Pfalz
Außerdem sorgen steigende Vorgaben des Natur- und Klimaschutzes und die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels für einen zunehmenden Anpassungsdruck. Hitze- und Dürreperioden und zunehmend knappe Wasserressourcen stellen die oftmals hochgradig versiegelten Gewerbe- und Industriegebiete vor Herausforderungen. Vor allem für die energieintensive Industrie in der Pfalz ist es notwendig, regenerative Energiequellen weiter zu erschließen und zu nutzen, und die Ressourcen- und Energieeffizienz zu steigern. Wo möglich, sollten zudem Treibhausgasemissionen reduziert werden. Dies schließt eine leistungsfähige und multimodale Anbindung an die Gewerbegebiete sowie den Ausbau der Tank- und Ladeinfrastruktur (inkl. Wasserstoff) mit ein.
„Kommunen sollten gemeinsam mit den Unternehmen Strategien und Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung der Gewerbegebiete entwickeln. Auch sollte, gerade im ländlichen Raum, die Anbindung der Gewerbegebiete an Bahn und ÖPNV sowie Fuß- und Radwege optimiert und bei Neuausweisungen von Beginn an mit eingeplant werden“, sagt Jutta Metzler, Vizepräsidentin der IHK Pfalz. Um die Unternehmen nicht unverhältnismäßig zu belasten, braucht es außerdem den regulatorischen Rahmen (z.B. über die Ausgestaltung der Bebauungspläne sowie zügige Planungs- und Genehmigungsverfahren) sowie finanzielle Anreize, um innovative und nachhaltige Maßnahmen umzusetzen.

Unsere Forderungen

  • Gewerbeflächenkonzepte auf Ebene der Planungsregionen bzw. Kreise erstellen
  • Bei der Flächenentwicklung interkommunal zusammenarbeiten
  • Wohn- und Gewerbegebiete klar trennen und bestehendes Gewerbe vor konkurrierenden Nutzungen schützen
  • Bestehende Gewerbegebiete qualifizieren und modernisieren sowie ein aktives Quartiersmanagement fördern
  • Gewerbliche Folgenutzung bei Gewerbebrachen anstreben oder umgenutzte Gewerbefläche an geeigneter Stelle kompensieren
  • Flächensparende und nachhaltige Bauweisen durch entsprechende Ausgestaltung der Bebauungspläne ermöglichen und durch finanzielle Anreize unterstützen
  • Vorhandene Logistikflächen langfristig sichern und Standorte für Erweiterungen und Neuansiedlungen in verkehrsgünstiger Lage ausweisen
  • Häfen und Kombiterminals als bedeutsame Gewerbeflächen oder Vorranggebiet ausweisen

Unsere Angebote und Aktivitäten

  • Stellungnahmen als Träger der öffentlichen Belange im Rahmen von Bauleitplanung, Raumordnung, Regional- und Landesplanung schreiben
  • Unternehmen über ein digitales Beteiligungsportal die Möglichkeit geben, ihre Bedenken zu Planverfahren und Gesetzesänderungen zu äußern
  • Interessen gegenüber Kommunal- und Landespolitik vertreten
  • Umfragen und Studien zur Ermittlung des Flächenbedarfs sowie der Flächenpotenziale durchführen
  • Webinare zu flächenbezogenen Themen veranstalten
  • Unternehmen bei ansiedlungsorientierten Fragen zu Immissionsrichtwerten, Abstandsregelungen, Bauleitplanung etc. beraten


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