IHKs begrüßen kürzere Ausbildungswege für Werkfeuerwehrleute

Betriebe auf der Suche nach verantwortungsvollen Problemlösern

Schönefeld, 31. März 2022. Eine Unternehmenskooperation verhilft angehenden Werkfeuerwehrleuten jetzt zu kürzeren Wegen in der theoretischen Ausbildung: Großunternehmen wie die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Tesla, Arcelor Mittal und BASF zogen mit Ministerien und IHKs an einem Strang, sodass ab Sommer die Lehre an der Europaschule Oberstufenzentrum Oder-Spree in Eisenhüttenstadt stattfinden kann. Bislang mussten brandenburgische Azubis alle drei Wochen nach Wolfsburg pendeln.
„Werkfeuerwehren sind unverzichtbar im Sicherheitsnetz“, sagt Jens Warnken, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. „Ich bin daher froh, dass es uns gemeinsam mit den betreffenden Brandenburger Ministerien und Großunternehmen in Süd- und Ostbrandenburg gelungen ist, die Ausbildungsorganisation zu vereinfachen und die notwendigen Schülerzahlen für eine erste landesweite Brandenburger Klasse an der Europaschule Oberstufenzentrum Oder-Spree in Eisenhüttenstadt zu stellen.“
Dort lernen die Auszubildenden ab Sommer in der Theorie wie man mit gefährlichen Stoffen umgeht, wie Bränden vorgebeugt werden kann und wie Gefahren an der Einsatzstelle erkannt werden. Auch naturwissenschaftliche Grundlagen wie die Eigenschaften von Werkstoffen werden gelehrt.
Carsten Christ, Präsident der IHK Ostbrandenburg, ergänzt: „Das ist ein erfolgreiches Beispiel für das Zusammenwirken von unternehmerischen und verwaltungstechnischen Interessen. Kurze Wege zwischen den Lernorten stärken die Attraktivität des regionalen Ausbildungsplatzangebotes. Azubis und Ausbildungsbetriebe profitieren gleichermaßen von dem neuen Schulstandort für Werkfeuerwehrleute in Eisenhüttenstadt. Vielen Dank an alle Beteiligten.“ 
Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz bereits auf das Ausbildungsangebot ihrer Werkfeuerwehr aufmerksam gemacht. „Interessierte Schulabgänger sollten sich jetzt bewerben“, ruft Jens Warnken auf.
Auch die Werkfeuerwehr der BASF Schwarzheide GmbH bildet zukünftig Werkfeuerwehrmänner und Werkfeuerwehrfrauen aus und bietet gute Beschäftigungsperspektiven im Anschluss.  Anne Francken, Kaufmännische Geschäftsführerin der BASF Schwarzheide GmbH : „Unser Produktionsstandort wächst. Mittel- und langfristig haben wir auch auf Grund des demografischen Wandels Bedarf an gut ausgebildeten Werkfeuerwehrmännern und -frauen. Mit unserer gemeinsamen Initiative können wir Schulabgängern in der Region, die wir vorher nicht erreicht haben, ein attraktives Ausbildungsangebot für diesen schönen und verantwortungsvollen Beruf unterbreiten. Schon in diesem Jahr treten bei uns voraussichtlich sechs Bewerber ihre Ausbildung an.“
Hintergrund zum Berufsbild
In Brandenburg gibt es insgesamt sieben Werkfeuerwehren. Die Anforderungskriterien an Auszubildende, die die dreijährige Ausbildung durchlaufen wollen, werden von den Unternehmen festgelegt. Verantwortungsbewusstsein und Team- und Entscheidungsfähigkeit verbunden mit einem kühlen Kopf in Stresssituationen zeichnen Werkfeuerwehrleute aus. Interessenten sollten daher eine ausgeprägte physische und psychische Belastbarkeit mitbringen. Darüber hinaus sind handwerkliches Geschick, technisches Verständnis sowie grundlegende Kenntnisse in Chemie unabdingbar. Werkfeuerwehrmänner und -frauen arbeiten in Unternehmen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, zum Beispiel in Industriebetrieben der chemischen Industrie und der Metall- und Elektroindustrie, bei Automobilherstellern, in Kraftwerken, an Häfen, Flughäfen und in Krankenhäusern. Dort sind sie für den Brand- und Gefahrenschutz zuständig. In der Praxis leisten sie medizinische Notfallversorgung, technische Hilfe und verantworten die Wartung und Instandhaltung ihrer Einsatzgeräte.

Informationen und Ausbildungsplätze: www.ihk-lehrstellenboerse.de