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IHK-Konjunkturumfrage: Stimmung hellt sich leicht auf

Exporterwartungen der Industrie steigen merklich – EU-Binnenmarkt vollenden

79/2026 vom 9. Oktober 2026
Die Konjunktur im Oldenburger Land zeigt sich im Herbst 2026 etwas stabiler als noch im Sommer. Der Lagesaldo der Gesamtwirtschaft verbessert sich leicht von 0,9 auf 1,1 Punkte. Die Geschäftserwartungen hellen sich um fast sieben Punkte auf, bleiben mit -14,8 Punkten jedoch klar im negativen Bereich. Das zeigt eine Umfrage der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) unter 244 Mitgliedsunternehmen. Der IHK-Konjunkturklimaindex steigt von 89,0 auf 92,8 Punkte.
„Die leichte Stimmungsaufhellung ist in erster Linie auf die verbesserten Erwartungen der Industrieunternehmen zurückzuführen“, sagt Björn Schaeper, IHK-Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik. Die Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit einem merklichen Anstieg des Exportgeschäfts. Dadurch bewegen sich auch die Umsatzerwartungen wieder im positiven Bereich. Weniger exportorientierte Unternehmen bleiben hingegen skeptischer.
Auch das Dienstleistungsgewerbe blickt optimistischer in die Zukunft als im Vorquartal. Als einzige Branche verzeichnet es mehr Optimisten als Pessimisten. Zwar rechnen auch viele Großhändler mit anziehenden Geschäften, insgesamt bleibt die Stimmung jedoch pessimistisch.
„Mit Blick auf die aktuelle Lage berichten das Verkehrs- und Logistikgewerbe, das Baugewerbe und die Industrie von einem überwiegend zufriedenstellenden Geschäftsverlauf“, so Schaeper. Dienstleister sowie Einzel- und Großhändler seien dagegen mit dem dritten Quartal nicht zufrieden.
„Die regionale Wirtschaft gewinnt zwar wieder etwas an Boden, der Aufschwung wird jedoch weiterhin durch strukturelle Standortprobleme gebremst“, sagt Schaeper. Die Unternehmen spüren nach wie vor die schwache Inlandsnachfrage und die hohen Kosten. Als größte Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung nennen die regionalen Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise mit 75,3 Prozent, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 67,9 Prozent sowie die Arbeitskosten mit 63,8 Prozent.
„Angekündigte Reformen müssen umgesetzt werden und für die Unternehmen spürbar sein“, fordert Schaeper. Zudem müsse die Vollendung des EU-Binnenmarktes stärker in den Fokus rücken. Derzeit stütze das EU-Geschäft die deutsche Exportwirtschaft. Da Exporte nach China für deutsche Unternehmen schwieriger würden und Zölle das Geschäft mit den USA belasteten, liege im EU-Binnenmarkt noch erhebliches Potenzial.
Branchenergebnisse
In der Industrie haben sich die Auftragseingänge etwas abgeschwächt, vor allem aufgrund der schwächeren Inlandsnachfrage. Ein deutlich anziehendes Exportgeschäft erwarten die Kunststoffindustrie, die Hersteller von Metallerzeugnissen und elektrischen Ausrüstungen sowie der Maschinenbau.
Angesichts des nahenden Winters rechnet die Bauindustrie mit nachlassenden Geschäften. Die aktuelle Lage bewertet die Mehrheit der Befragten als befriedigend. Mehr als die Hälfte berichtet von einer Auftragsreichweite von mindestens vier Monaten, nur drei Prozent von lediglich einem Monat.
Die Lage im Einzelhandel bleibt angespannt. Zwar hat sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage gegenüber dem Vorquartal leicht verbessert, insgesamt überwiegen jedoch weiterhin die negativen Einschätzungen. Die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich weiter eingetrübt. Als größte Belastung erweist sich nach wie vor die schwache Konsumneigung.
Die Großhändler melden für das dritte Quartal schlechtere Geschäfte als im Vorquartal. Ursache ist das schwächere Inlandsgeschäft. Für die kommenden Monate blicken zwar weniger Großhändler pessimistisch in die Zukunft als zuvor, insgesamt bleibt die Stimmung jedoch deutlich getrübt. Gründe dafür sind steigende Energie- und Rohstoffpreise sowie die nachlassende Inlandsnachfrage.
Die Geschäftslage im Verkehrs- und Logistikgewerbe hat sich im dritten Quartal weiter verbessert. Das Beförderungsvolumen entwickelte sich leicht positiv und liegt erstmals seit längerer Zeit wieder im Plus. Die Ertragslage bleibt jedoch angespannt, und die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate sind weiterhin pessimistisch. Die Preise für Beförderungs- und Logistikleistungen steigen weiter.
Das Dienstleistungsgewerbe bewertet die aktuelle Geschäftslage überwiegend als befriedigend. Umsatz und Auftragseingänge sind per Saldo leicht gestiegen, während die Ertragslage angespannt bleibt. Für die kommenden Monate überwiegt vorsichtiger Optimismus. Besonders zuversichtlich sind Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung. Auch Medien- und IT-Unternehmen erwarten eine deutliche Belebung.
Details unter www.ihk.de/oldenburg/konjunkturumfrage.