Medien-Information

Wirtschaft hat klare Erwartungen an neuen OB

77/2026 vom 28. September 2026

Zum Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters am 1. November verbindet die Wirtschaft klare Erwartungen an die weitere Entwicklung Oldenburgs. Der IHK-Beirat Stadt Oldenburg hat auf Basis der aktuellen Standortumfrage konkrete Handlungsempfehlungen vorgelegt. „Oldenburg hat hervorragende Voraussetzungen. Aber wirtschaftlicher Erfolg ist kein Selbstläufer“, sagt Linda Heitmann, Vorsitzende des IHK-Beirats Stadt Oldenburg. „Die Stadt muss Wachstum ermöglichen und zugleich ihre hohe Lebensqualität sichern. Dafür braucht es vor allem mehr Tempo, Verlässlichkeit und eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und dem Umland.“

Besonders kritisch bewerten die Unternehmen Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Wirtschaftsnähe der Verwaltung sowie die Standortkosten. Gleichzeitig bleiben Fachkräfte, eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur und ausreichend Gewerbeflächen zentrale Voraussetzungen für Investitionen und Wachstum. Ein konkretes Infrastrukturthema hebt der IHK-Beirat besonders hervor: den schnellstmöglichen Neubau der Eisenbahnbrücke über die Hunte. Die marode Brücke ist zu einem Nadelöhr für den Schienenpersonen- und Güterverkehr im Nordwesten geworden. „Der Neubau muss auch für den neuen Oberbürgermeister Chefsache sein. Wir können nicht bis 2040 warten. Oldenburg braucht hier deutlich mehr Priorität und Tempo“, so Heitmann.

Auch bei der Verwaltung erwartet die Wirtschaft konkrete Verbesserungen: „Oldenburg muss eine schnelle Stadt werden.

Unternehmen erwarten keine Sonderrechte, sondern Verlässlichkeit. Genehmigungen und Planungsverfahren müssen transparent, digital und effizient organisiert sein. Die Geschwindigkeit öffentlicher Entscheidungen wird zunehmend zu einem entscheidenden Standortfaktor“, sagt die Beiratsvorsitzende.

Darüber hinaus fordert der IHK-Beirat, Fachkräftegewinnung und Standortattraktivität zusammenzudenken, Gewerbeflächen gemeinsam mit dem Umland zu entwickeln und regionale Lösungen bei Mobilität und Infrastruktur voranzutreiben. Auch die Innenstadt müsse als Arbeits-, Einkaufs- und Begegnungsort weiter gestärkt werden.

„Oldenburg ist als Oberzentrum auf eine starke Region angewiesen. Die Stadt sollte deshalb ihre Rolle als Partnerin des Umlands aktiv wahrnehmen und gemeinsam mit den Kommunen Lösungen entwickeln. Wirtschaftliche Stärke und Lebensqualität sind dabei keine Gegensätze – sie bedingen einander“, sagt Heitmann.

Die Handlungsempfehlungen des IHK-Beirats umfassen fünf Handlungsfelder: Planungs- und Genehmigungsprozesse, Fachkräfte und Standortattraktivität, Mobilität und Infrastruktur, Wettbewerbsfähigkeit und Flächen sowie Innenstadt und Lebensqualität.