Medien-Information

Schlagabtausch vor der Wesermarscher Wirtschaft

Landratskandidaten diskutieren mit Unternehmen und Handwerk

72/2026 vom 7. September 2026
Duell vor der Wirtschaft in der Wesermarsch: Am Donnerstagnachmittag trafen der amtierende Landrat Stephan Siefken (parteilos) und sein Herausforderer von der SPD, Nils Humboldt, aufeinander. Der Beirat Wesermarsch der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer hatte zusammen mit der Kreishandwerkerschaft Wesermarsch dazu eingeladen. Die Unternehmer erlebten einen interessanten Schlagabtausch der beiden Kontrahenten – vor der Kulisse der alten Kaskade des OOWV, der die Räumlichkeiten für die Diskussionsrunde zur Verfügung gestellt hatte.

Wie digital die Verwaltung künftig werden soll, wie die Infrastruktur verbessert werden kann und was gegen den Fachkräftemangel hilft, darüber diskutierten die beiden Kandidaten besonders intensiv. Dabei kamen nicht nur von den beiden Kandidaten interessante Überlegungen und Ideen zum Vorschein, auch die Wirtschaftsakteure lieferten Impulse, die eine Vision für den Standort sein könnten. „Das ist ein gutes Format, damit die Wirtschaft ihre Fragen und Themen direkt adressieren kann“, sagte Jürgen Eilers, Vorsitzender des IHK-Beirats Wesermarsch. Gemeinsam mit Elisabeth Ahrends, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der IHK, führte er thematisch durch die Diskussion.

„Für uns war das heute eine gute Möglichkeit, um einen Eindruck davon zu bekommen, was die beiden Kandidaten für die Wesermarsch planen, und auch, wie sie es umsetzen wollen. Zudem konnten alle Wirtschaftsbeteiligten ihre Fragen loswerden“, sagte der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wesermarsch, Sven Jochims. Eine wichtige Frage, die die Kreishandwerkerschaft und die IHK gleichermaßen umtreibt, ist eine zukunftsfähige Lösung für die Berufsschulen. „Wir brauchen eine verlässliche, wohnortnahe Berufsschulbildung für alle Gewerke“, betonten Jochims und der IHK-Abteilungsleiter für den Bereich Bildung, Stefan Bünting.

Siefken und Humboldt diskutierten stellenweise durchaus kontrovers. Das zeigte sich etwa bei der Umsetzbarkeit von digitalen Prozessen, bei Fragen der Finanzierung und des KI-Einsatzes. Aber auch bei Themen wie der Arbeitskräftezuwanderung, der Arbeitskräftegewinnung in Zeiten des demografischen Wandels oder der Ansiedlung neuer Unternehmen lagen die Positionen der beiden teilweise deutlich auseinander. Am Ende lobten sie aber gleichermaßen den „tollen Austausch“ mit den Unternehmern. „Für mich gab es gute Impulse für eine neue Amtszeit“, resümierte Siefken. Humboldt lobte die „konstruktiven Ideen der IHK und des Handwerks“.