Standort und Infrastruktur zukunftsfähig gestalten
Infrastruktur als Standortfaktor stärken
Waren in den vergangenen Jahren die Unterfinanzierung der Verkehrsinfrastruktur und die Beschleunigung von Planungsverfahren die zentralen Herausforderungen, so konzentriert sich unsere Arbeit nun – auch aufgrund der Sondervermögen des Bundes und einer veränderten sicherheitspolitischen Lage – darauf, die Planung unserer wichtigsten Infrastrukturprojekte zu beschleunigen und Mittel aus den Sondervermögen für Infrastruktur und militärische Mobilität in den Nordwesten zu lenken.
Wir begrüßen daher den Baustart der A 20 im ersten Abschnitt zwischen Westerstede und Jaderberg und setzen uns gemeinsam mit den norddeutschen IHKs für die Realisierung der weiteren Teilabschnitte ein.
Ein weiterer Teilerfolg, den wir als Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft gemeinsam mit der Stadt Oldenburg und weiteren Partnern erreicht haben, ist der Neubau der Eisenbahnbrücke über die Hunte in Oldenburg. Gleichzeitig bleibt die Generalsanierung der bestehenden Brücke wichtig, um bis zur Fertigstellung des Ersatzneubaus eine zuverlässige Bahnanbindung des gesamten Nordwestens zu gewährleisten und die Erreichbarkeit des Oldenburger Hafens für Binnenschiffe wieder zu verbessern. Ein Best-Practice-Beispiel für die Umsetzung eines Neubaus im Schulterschluss aller Beteiligten ist die Eisenbahnbrücke in Elsfleth. Auch dieses Projekt begleiten wir – ebenso wie weitere wichtige Schienenprojekte – weiterhin eng.
Die infrastrukturelle Bedeutung des Nordwestens
Vor dem Hintergrund aktueller sicherheitspolitischer Herausforderungen gilt es, die Resilienz unserer Verkehrsnetze über alle Verkehrsträger hinweg zu erhöhen. Ziel ist es, neben einem funktionierenden Personen- und Güterverkehr auch im Spannungs- und Verteidigungsfall die erforderliche militärische Mobilität sicherzustellen. Dabei nehmen die oldenburgischen Seehäfen mit ihren Hinterlandanbindungen eine Schlüsselrolle ein.
Die oldenburgischen Seehäfen sind von zentraler Bedeutung für
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die Energieversorgung Deutschlands,
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den Import von Agrargütern,
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die Funktion als logistische Schnittstellen im internationalen Güterverkehr,
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den Umschlag militärischer Güter und Truppen verbündeter Streitkräfte im Spannungs- und Verteidigungsfall.
Sie erfüllen damit eine zentrale Rolle für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland. Rund drei Viertel des niedersächsischen Seegüterumschlags werden jährlich über die oldenburgischen Seehäfen abgewickelt. Damit diese ihre logistische Funktion auch künftig erfüllen können, sind höhere Investitionen in die Seehafeninfrastruktur erforderlich. Insbesondere der Bund ist gefordert, den bedarfsgerechten Ausbau und Erhalt der Hafeninfrastruktur – auch mit Blick auf Energiewende und militärische Mobilität – deutlich stärker zu unterstützen als bisher. Gleichzeitig muss die Anbindung per Schiene, Straße und Wasserstraße gewährleistet und bedarfsgerecht ausgebaut werden. Im Bereich der Wasserstraße setzen wir uns für eine zügige Umsetzung der bedarfsgerechten Fahrrinnenanpassung von Außen- und Unterweser (Nord) bis Brake ein.
Innenstädte und Zentren aktiv gestalten
2025 haben wir 65 Stellungnahmen zu Bauleitplanungen mit Einzelhandelsbezug abgegeben. In fünf Kommunen – Cloppenburg, Wildeshausen, Westerstede, Wilhelmshaven und Zetel – haben wir an Einzelhandelskonzepten mitgewirkt. Zudem wurden vier Ladenchecks bei stationären Einzelhändlern durchgeführt. Wir werden Bauleitplanungen im Einzelhandel und städtebauliche Konzepte in der Region weiterhin begleiten – etwa das regionale Einzelhandelskonzept für Wilhelmshaven und das ISEK 2035/2050 in Oldenburg. Im Oktober bieten wir zudem eine Veranstaltung für Politik und Verwaltung zum Sinn und Zweck von Einzelhandelskonzepten an.
Planungskapazitäten für die Zukunft sichern
Ein weiterer großer Erfolg ist der neue Bachelorstudiengang „Raumplanung“ an der Jade Hochschule in Oldenburg. Bereits zum Start im Wintersemester 2025/26 haben sich 50 Studierende eingeschrieben. Die Einrichtung des Studiengangs wurde von der IHK angestoßen und fand schnell Unterstützung in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen rund zwei Jahre. Da der Studiengang in Niedersachsen sonst nur in Hannover angeboten wird und auch bundesweit selten ist, stellt er eine wichtige Ergänzung dar. Der Bedarf an Raumplanerinnen und Raumplanern in Behörden und Unternehmen ist groß. Ziel ist es, dass die Absolventinnen und Absolventen nach ihrem Abschluss in der Region den Fachkräftemangel in den Kommunen mindern und zur Planungsbeschleunigung beitragen. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, den Studiengang perspektivisch um einen Master zu ergänzen.
Moderne Infrastruktur für eine moderne IHK
2025 ist die Entscheidung für einen Teilneubau der IHK gefallen. Die Vollversammlung gab im September mit einstimmigem Votum die Mittel in Höhe von 18,3 Millionen Euro frei. Der Neubau entsteht in der Raiffeisenstraße 38. Auf sechs Etagen plus Keller entstehen moderne und repräsentative Räume, insbesondere für Besucherinnen und Besucher, darunter ein Foyer und Sitzungszimmer, Gemeinschaftsräume mit Mehrzwecknutzung, moderne Kommunikationsbereiche, eine Innenhofterrasse sowie eine begrünte Giebelterrasse. Der Neubau wird mit Photovoltaik ausgestattet.
Teilneubau der Oldenburgischen IHK
Gründe für den Teilneubau sind ein zeitgemäßer und repräsentativer Außenauftritt, Effizienzverluste durch die zergliederte Gebäudestruktur, fehlende Barrierefreiheit, nicht mehr erfüllte Sicherheitsstandards sowie ein hoher Sanierungsbedarf, der kaum realisierbar und wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre.
Baubeginn und Abriss des Gebäudes in der Raiffeisenstraße 38 sind ab den Sommerferien geplant; die Prüfungsplanungen bleiben davon unberührt. Nach aktueller Planung soll der Neubau 2029 bezugsfertig sein. Die Begleitung durch kbg architekten und die Projektsteuerung durch das Oldenburger Ingenieurbüro Zoeke werden fortgesetzt. Während der Bauphase wird die IHK ein nahegelegenes Ausweichquartier nutzen.