Interessen vertreten und Netzwerke stärken
Neue Rolle im sicherheitspolitischen Kontext
Im Fokus steht 2026 die Resilienz der Betriebe im Krisenfall, unter anderem durch eine stärkere Vernetzung von Wirtschaft und ziviler Verteidigung. Darüber hinaus geht es darum, wie Unternehmen und Region von Investitionen der Bundeswehr in Ausrüstung und Infrastruktur profitieren können. Ebenso wichtig bleiben der Schutz kritischer Infrastrukturen und die Sicherung einer verlässlichen Energieversorgung.
2025 ist das Thema Sicherheit deutlich stärker in den Mittelpunkt unserer IHK gerückt. Unter anderem durch:
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die Gründung eines Wehrclusters und die Initiierung eines Drohnenabwehrzentrums gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Wilhelmshaven, dem Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade sowie weiteren kommunalen Partnern,
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die Mitarbeit im sicherheitspolitischen Dialog der Niedersächsischen Staatskanzlei und in weiteren landespolitischen Initiativen über die IHK Niedersachsen,
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die Vertretung regionaler sicherheitspolitischer Interessen in entsprechenden Arbeitskreisen von IHK Nord und DIHK,
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die Veröffentlichung eines Krisenvorsorgeplans für Unternehmen gemeinsam mit IHK Niedersachsen und der Handelskammer Hamburg.
Europa stärker in den Fokus rücken
Die Politikkoordination EU ist ein neuer Schwerpunkt unserer Arbeit. Ziel ist eine verbesserte Zusammenarbeit bei EU-Themen zwischen IHK-Nord und den Mitgliedskammern. Dabei geht es auch um die Vermeidung von Doppelstrukturen sowie um eine bessere Platzierung europäischer Themen im Ehrenamt und im Oldenburger Land insgesamt.
Bürokratie abbauen – Wettbewerbsfähigkeit stärken
Die Jade Hochschule und der Landkreis Oldenburg haben 2025 ein Pilotprojekt zur Beschleunigung kommunaler Genehmigungsverfahren gestartet. Im Rahmen dieses Projekts, dessen Ergebnisse auch als Blaupause für andere niedersächsische Kommunalbehörden dienen sollen, wird untersucht, wie KI-Lösungen solche Verfahren nachhaltig effizienter machen können. Zwei Projektstellen an der Jade Hochschule wurden Anfang 2026 besetzt. Wir unterstützen das Projekt und haben hierfür unter anderem einen Unternehmensbeirat einberufen, der den Projektmitarbeitenden beratend zur Seite steht.
Im Rahmen der IHKN-Federführungen stellen wir den Sprecher für den Bereich Recht und Bürokratieabbau und verantworten diese Themen inhaltlich. Im vergangenen Jahr wurde eine Liste mit konkreten Vorschlägen zum Bürokratieabbau erarbeitet, die wir 2026 in die Bundes- und Landespolitik einbringen werden. Ziel ist es, weitere Schritte zur Entbürokratisierung anzustoßen. Außerdem führen wir einmal pro Quartal Gespräche mit der Staatskanzlei zum Thema Bürokratieabbau und Bürokratievermeidung.
Darüber hinaus unterstützen wir die von der IHK Niedersachsen getragene Clearingstelle des Landes Niedersachsen, damit diese künftig nicht nur neue Gesetzesvorhaben, sondern auch den Bestand landesrechtlicher Vorschriften prüfen kann. Zwar wird die Clearingstelle vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium bereits regelmäßig bei mittelstandsrelevanten Gesetzgebungsvorhaben eingebunden. Künftig sollten jedoch auch die anderen Landesministerien die Clearingstelle stärker nutzen, um neue Bürokratie möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. Dafür setzen wir uns ebenfalls ein.
Region sichtbar machen und vernetzen
Das Thema Netzwerken wird in der IHK in allen Bereichen groß geschrieben. Hier eine Auswahl:
Business Women
Auf Initiative aus Präsidium und Vollversammlung sowie mehrerer IHK-Referentinnen hat sich ein Kernteam zur Gründung eines neuen Netzwerks für weibliche Führungskräfte, den IHK Business Women zusammengeschlossen. Der offizielle Start erfolgte mit einem Kick-off-Event im Januar 2025, zu dem sich nahezu 100 Teilnehmerinnen anmeldeten. Nach zwei weiteren Netzwerktreffen hat sich die Mitgliederzahl mehr als verdoppelt.
Die Organisatorinnen (v. l.): Andrea Maria Waden (amw management GmbH & Co. KG), Monika Kretschmer (IHK), Nina Griepenburg (IHK), Sandra Zink (IHK), Anika Sager (IHK), Alexandra Deters (Purpose Partner), Anja Muhle (Erdbeerladen, Moderation), Melanie Philip (care pioneers GmbH)
Im Netzwerk engagieren sich Vorständinnen, Inhaberinnen, Geschäftsführerinnen, Einzelunternehmerinnen sowie Personal- und Marketingleiterinnen und weitere Multiplikatorinnen. Ziel ist es, die Vielfalt weiblicher Führung sichtbar zu machen und Frauen mit ihrer Expertise und in ihren Positionen stärker sichtbar und hörbar zu machen. Zudem soll der Anteil von Frauen auf Podien, in Gremien und in verantwortlichen Positionen steigen.
Für 2026 sind unter anderem eine stärkere Vernetzung mit der Wissenschaft, ein Netzwerktreffen im OFFIS, die Veranstaltung „Next Generation – die Kraft weiblicher Führung“ am Abend des Girls’ Day sowie ein Delegationsbesuch im politischen Berlin geplant. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch die Einbindung in das bundesweite Netzwerk der Business Women IHK.
HAKO
Nach 21 Jahren kam 2025 die Hanseraumkonferenz, kurz HAKO, wieder nach Oldenburg. Unsere Wirtschaftsjunioren Oldenburg waren Ausrichter und konnten knapp 500 Teilnehmende in die Region holen. Mit mehr als 100 Programmpunkten am Tag sowie drei großen Abendveranstaltungen setzte die Konferenz positive Impulse und bot zugleich die Gelegenheit, unsere Region von ihrer besten Seite zu präsentieren.
Ausbildernetzwerktreffen
Zweimal jährlich veranstalten wir seitens der Berufsbildung unser Ausbildernetzwerktreffen. 2025 nahmen mehr als 100 Personen an den Veranstaltungen zum Thema „Voneinander lernen“ in Kooperation mit der Zerhusen Kartonagen GmbH und zum Thema „Drogen“ in der IHK teil. Das Interesse war so groß, dass die Nachfrage die Zahl der verfügbaren Plätze überstieg.
Die Termine 2026:
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21. April: „Von der Schule in den Beruf – Berufsorientierung im Dialog“, bei der Runden Group in Osterfeine bei Damme
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8. August: „Leando Roadshow presented by BIBB“, in Hallig Hanken, Oldenburg
Weitere Netzwerke
Und auch in unserem Bereich der Außenwirtschaft wird genetzwerkt: Mit hochkarätigen Experten- und Netzwerkveranstaltungen sowie in Zusammenarbeit mit unserem Netzwerk der Deutschen Auslandshandelskammern in den USA unterstützen wir unsere Unternehmen. Für den 14. bis 21. November 2026 plant das Team des Bereichs Geschäfte weltweit eine Delegationsreise nach Brasilien und Argentinien geplant. Mit dem IHK-Netzwerk Außenwirtschaft bieten wir darüber hinaus die regionale Plattform für Entscheiderinnen und Entscheider im Auslandsgeschäft.
2026 konstituiert sich unser Tourismusausschuss neu und bietet Unternehmen die Möglichkeit, sich aktiv in Branchenthemen einzubringen. Neben der inhaltlichen Arbeit – etwa zu aktuellen Themen wie der Verpackungssteuer – stehen Austausch und Networking im Mittelpunkt. Wir werden den Bürokratieabbau in der Branche weiter vorantreiben. Ziel ist es, praxisnahe Verbesserungsvorschläge zu identifizieren und gemeinsam mit Gremien, Netzwerken und anderen niedersächsischen IHKs konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln.
In diesem Jahr werden wir auch im Bereich Nachhaltigkeit erneut Netzwerktreffen zum Thema nachhaltige Wirtschaft anbieten.
Das IHK-Netzwerk Logistik bleibt die regionale Plattform für Entscheiderinnen und Entscheider in der Logistik.
Demokratische Stimme der Wirtschaft
Im September 2025 ist eine neue Vollversammlung gewählt worden. Wahlberechtigt waren insgesamt rund 71.500 Unternehmen. In zehn Wahlgruppen und 41 Wahlbezirken wurden 76 Mitglieder der Vollversammlung gewählt. 39 Mitglieder wurden wiedergewählt, 37 gehören dem Gremium erstmals an. Dabei hat sich die Netzwerkarbeit der IHK Business Women bereits ausgezahlt: Bei der Wahl zur IHK-Vollversammlung im Herbst bewarben sich deutlich mehr Frauen um ein Mandat als zuvor.
In der neuen Vollversammlung, die sich am 20. Januar 2026 konstituiert hat, sitzen nun 22 statt bisher 14 Frauen. Das entspricht einem Anteil von knapp 30 Prozent aller Mitglieder und bildet den Anteil von Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft nahezu punktgenau ab. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp über 9 Prozent und damit leicht über dem Durchschnitt vergleichbarer IHK-Wahlen.
125 Jahre Engagement für die Wirtschaft
Ein Credo, das seit 125 Jahren gilt und das wir im Sommer 2025 gefeiert haben: gemeinsam, beharrlich und auch mal unbequem für die Interessen der regionalen Wirtschaft eintreten. Als Stimme für das Unternehmertum im Oldenburger Land setzt wir als IHK uns seit mehr als einem Jahrhundert dafür ein die Interessen der vielfältigen Branchen und Mitgliedsbetriebe unter einen gemeinsamen Hut zu bringen und geschlossen gegenüber Dritten zu vertreten. Und weil wir damit nicht allein sind, konnten wir unser Jubiläum gemeinsam mit der Handwerkskammer feiern. Im Park der Gärten würdigen sowohl der Präsident der HWK, Eckhard Stein, als auch IHK-Präsident Jan Müller das Geleistete und blicken zuversichtlich nach vorne.
Und weil 125 Jahre Kammerarbeit kein Grund sind, sich darauf auszuruhen, arbeiten wir auch im 126. Jahr weiter daran, mit Nachdruck die Interessen unserer Unternehmen in den Fokus zu rücken, wir machen auf Probleme aufmerksam, benennen Problemfelder und leben zugleich vor, was möglich ist, wenn mutig vorangegangen wird.