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Nr. 3183944
Exportwirtschaft hoffnungsvoll
Stimmung hellt sich leicht auf
Die Konjunktur im Oldenburger Land zeigt sich zum Herbst 2026 etwas stabiler als noch im Sommer. Der Lagesaldo der Gesamtwirtschaft verbessert sich leicht von 0,9 auf 1,1 Punkte. Die Geschäftserwartungen hellen sich fast um sieben Punkte auf, bleiben mit -14,8 Punkten jedoch klar im negativen Bereich. Der IHK-Konjunkturklimaindex steigt von 89,0 auf 92,8 Punkte. Das hat unsere Umfrage unter 244 Mitgliedsunternehmen ergeben.
„Zurückzuführen ist die leichte Stimmungsaufhellung in erster Linie auf die verbesserte Erwartungshaltung der Industrieunternehmen“, sagt Björn Schaeper, IHK-Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik. Sie rechnen mit einem merklichen Anstieg des Exportgeschäftes in den kommenden Monaten. Dieser sorge dafür, dass die Umsatzerwartungen sich wieder im positiven Bereich bewegen. Weniger stark exportorientierte Unternehmen bleiben hingegen skeptischer.
Ebenso blickt das Dienstleistungsgewerbe optimistischer in die Zukunft als im Vorquartal. Als einzige Branche gibt es hier mehr Optimisten als Pessimisten. Zwar rechnen viele Großhändler ebenfalls mit anziehenden Geschäften, die Stimmung insgesamt bleibt aber pessimistisch.
„Was die aktuelle Lage angeht, berichten Verkehr- und Logistikgewerbe, Baugewerbe und Industrie von einem überwiegend zufriedenen Verlauf“, so Schaper. Dienstleister, Einzelhändler sowie Großhändler seien im dem 3. Quartal nicht zufrieden.
„Die regionale Wirtschaft gewinnt zwar wieder etwas an Boden, der Aufschwung bleibt aber durch strukturelle Standortprobleme belastet“, sagt Schaeper. Die Unternehmen spüren weiterhin eine schwache Inlandsnachfrage und hohe Kosten. Größte Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung sind aus Sicht der regionalen Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise mit 75,3 Prozent, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 67,9 Prozent sowie die Arbeitskosten mit 63,8 Prozent, so der IHK-Geschäftsführer.
„Angekündigte Reformen müssen umgesetzt werden und spürbar bei den Unternehmen ankommen“, fordert Schaeper. Zudem solle der Fokus verstärkt auf die Vollendung des EU-Binnenmarktes gelegt werden. Derzeit rette das EU-Geschäft die deutsche Exportwirtschaft. Da es schwieriger für deutsche Unternehmen werde, nach China zu exportieren und Zölle den Export in die USA belasten, ergebe sich hier noch viel Potential, so Schaeper.
Branchenergebnisse
Die Konjunkturentwicklung verläuft nicht einheitlich, sondern wird von den verschiedenen Branchen zum Teil deutlich unterschiedlich beurteilt. Hier die Konjunkturbewertung wichtiger Branchen aus unserer Region.
In der Industrie haben sich die Auftragseingänge etwas abgeschwächt, was vor allem auf die Inlandsnachfrage zurückzuführen ist. Ein deutliches Anziehen des Exportgeschäftes erwarten Kunststoffindustrie, Hersteller von Metallerzeugnissen, Hersteller von elektrischen Ausrüstungen sowie Maschinenbau.
Angesichts des nahenden Winters rechnet die Bauindustrie mit nachlassenden Geschäften. Die aktuelle Lage wird vom Gros der Befragten als befriedigend bewertet. Mehr als die Hälfte berichtet von einer Auftragsreichweite von vier und mehr Monaten, nur drei Prozent von einem Monat.
Die Lage im Einzelhandel bleibt angespannt. Zwar hat sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage gegenüber dem Vorquartal leicht verbessert, insgesamt überwiegen jedoch weiterhin die negativen Einschätzungen. Die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich weiter eingetrübt. Als größte Belastung erweist sich nach wie vor die schwache Konsumneigung.
Die Großhändler melden für das dritte Quartal schlechtere Geschäfte als im Vorquartal. Grund ist ein abschwächendes Inlandsgeschäft. Für die kommenden Monate sind weniger Großhändler pessimistischer als noch zuvor, die Stimmung insgesamt bleibt aber deutlich getrübt. Steigenden Energie- und Rohstoffpreise sowie die abnehmende Inlandsnachfrage sind Gründe hierfür.
Die Geschäftslage im Verkehrs- und Logistikgewerbe hat sich im dritten Quartal weiter verbessert. Das Beförderungsvolumen entwickelte sich leicht positiv und liegt erstmals seit längerer Zeit im Plus. Die Ertragslage bleibt jedoch angespannt. Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate bleiben pessimistisch. Die Preise für Beförderungs- und Logistikleistungen steigen weiter.
Das Dienstleistungsgewerbe bewertet die aktuelle Geschäftslage überwiegend als befriedigend. Umsatz und Auftragseingänge sind per Saldo leicht gestiegen, während die Ertragslage angespannt bleibt. Für die kommenden Monate überwiegt vorsichtiger Optimismus. Besonders zuversichtlich sind Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung. Auch Medien- und IT-Unternehmen erwarten eine deutliche Belebung.