Regionale Wirtschaft

Standortatlas Oldenburger Land

Die Unternehmen im Oldenburger Land stehen zu ihrem Standort – trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Das zeigt unsere aktuelle Standortumfrage. Insgesamt erhält der Wirtschaftsstandort die Schulnote 2,4 und wird damit weiterhin als gut bewertet. Gegenüber der vorherigen Umfrage aus dem Jahr 2022 (2,3) hat sich die Einschätzung allerdings leicht verschlechtert.
Die Ergebnisse spiegeln die derzeitige wirtschaftliche Lage wider: Die Unternehmen schätzen die grundsätzlichen Standortqualitäten der Region, gleichzeitig belasten hohe Kosten, langwierige Genehmigungsverfahren und die angespannte Konjunktur die Stimmung. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, anhaltend hohe Energiepreise sowie eine insgesamt verhaltene Investitionsbereitschaft vieler Betriebe.
Dennoch bleibt die Verbundenheit mit dem Standort bemerkenswert hoch. 81 Prozent der befragten Unternehmen würden sich erneut für das Oldenburger Land entscheiden. Mehr als die Hälfte (54,5 Prozent) plant, den eigenen Standort in den kommenden Jahren unverändert fortzuführen. Fast 29 Prozent wollen ihren Betrieb sogar ausbauen. Demgegenüber stehen 10,5 Prozent, die eine Verkleinerung oder Verlagerung planen, sowie 6,2 Prozent, die eine Schließung ihres Standorts in Betracht ziehen.
Als größte Stärken des Oldenburger Landes nennen die Unternehmen erneut die hohe Lebensqualität, die guten Straßenverbindungen sowie die Nähe zu Kunden und Absatzmärkten.
Auf der anderen Seite werden die Belastungen für Unternehmen immer deutlicher. Besonders kritisch beurteilen die Betriebe die Höhe der Steuern und Abgaben, die Energiekosten sowie die Dauer von Genehmigungsverfahren. Gerade diese Faktoren gehören gleichzeitig zu den wichtigsten Standortbedingungen für die Unternehmen und werden deshalb als zentraler Handlungsbedarf gesehen.
Methodik: Für die Standortumfrage haben zu Jahresbeginn 2026 1.337 Unternehmen aus dem Oldenburger Land ihre Einschätzung abgegeben. Bewertet wurden 32 Standortfaktoren aus den Bereichen Infrastruktur, Arbeitsmarkt, wirtschaftliches Umfeld, Standortkosten, Verwaltung und allgemeines Umfeld. An der Umfrage beteiligten sich Unternehmen aller Größenklassen. Knapp die Hälfte der Betriebe beschäftigt weniger als zehn Mitarbeitende. Die größten Teilnehmergruppen stammen aus dem Handel (33,6 Prozent), dem Dienstleistungssektor (26,0 Prozent) und dem Verarbeitenden Gewerbe (19,8 Prozent).