Landkreis Oldenburg: Günstiger Branchenmix

Der Landkreis Oldenburg verzeichnete in den letzten Jahren hohe Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts. Diese Entwicklung wurde merklich durch den Sog und die Ausstrahlung der benachbarten kreisfreien Städte Oldenburg, Delmenhorst und Bremen mitbestimmt. Sie ist aber auch das Resultat eines günstigen Branchenmixes aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.
Die Schwerpunkte der gewerblichen Wirtschaft finden sich an den Standorten Wildeshausen, Ganderkesee, Hude und Wardenburg. In den übrigen Gebieten spielt dagegen noch immer die Landwirtschaft eine große Rolle.
Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Maschinenbau, der weitaus stärker vertreten ist als das Ernährungsgewerbe. Von Bedeutung sind ferner die Branchen Elektroindustrie, Feinmechanik und Optik sowie Verarbeitung von Steinen und Erden.
Viele unternehmensnahe Dienstleister haben sich in den vergangenen Jahren im Landkreis angesiedelt. Sowohl die Beschäftigung als auch die Bruttowertschöpfung dieser Branche stiegen kräftig an. Dieses Wachstum ist aber auch das Resultat eines gewerblichen Nachholbedarfs.

Industrieentwicklung im Jahr 2021

Die Industrieunternehmen im Landkreis Oldenburg haben im Jahr 2021 ein Umsatzplus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Das Umsatzvolumen betrug 2,1 Milliarden Euro, ein Zuwachs von rund 105 Millionen Euro.
 
Das Plus ist auch auf das Exportgeschäft zurückzuführen. Es nahm mit 9,3 Prozent deutlich zu. 605 Millionen Euro wurden im Ausland erzielt. Die Exportquote stieg auf 28,9 Prozent (Vorjahreszeitraum: 27,8 Prozent).
Das Umsatzplus ist auf die Branchen Maschinenbau/ Elektroindustrie sowie Kunststoffindustrie zurückzuführen. Hier stiegen die Erlöse jeweils zwischen zehn und 30 Prozent. Das Ernährungsgewerbe meldete hingegen einen Rückgang von bis zu zehn Prozent.
Die Beschäftigung in den 37 Industrieunternehmen mit 50 und mehr Mitarbeitern stieg um fast 39 Prozent. Der starke Anstieg ist in erster Linie auf das Ernährungsgewerbe zurückzuführen, das mit dem Wegfall der Werksverträge Anfang des Jahres viele Beschäftigten nun selbst eingestellt hat. Im Jahresdurchschnitt waren über 7.700 Beschäftigte tätig.
Die Bauindustrie erwirtschaftete einen Umsatz von 105 Millionen Euro, das bedeutet ein Minus von über sieben Prozent. Der Umsatz fiel im Tiefbau um über 53 Prozent . Im Hochbau gab es einen Umsatzzuwachs von fast 33 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten fiel um 14 Prozent auf 623 Personen im Jahresdurchschnitt.

Industrieumsatz

Bruttoinlandsprodukt

Beschäftigung