Landkreis Oldenburg: Günstiger Branchenmix

Der Landkreis Oldenburg verzeichnete in den letzten Jahren hohe Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts. Diese Entwicklung wurde merklich durch den Sog und die Ausstrahlung der benachbarten kreisfreien Städte Oldenburg, Delmenhorst und Bremen mitbestimmt. Sie ist aber auch das Resultat eines günstigen Branchenmixes aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.
Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Maschinenbau, der weitaus stärker vertreten ist als das Ernährungsgewerbe. Von Bedeutung sind ferner die Branchen Elektroindustrie, Feinmechanik und Optik sowie Verarbeitung von Steinen und Erden.
Viele unternehmensnahe Dienstleister haben sich in den vergangenen Jahren im Landkreis angesiedelt. Sowohl die Beschäftigung als auch die Bruttowertschöpfung dieser Branche stiegen kräftig an. Dieses Wachstum ist aber auch das Resultat eines gewerblichen Nachholbedarfs.

Industrieentwicklung im 1. Halbjahr 2026

Die Industrieunternehmen im Landkreis Oldenburg verzeichneten im ersten Halbjahr 2026 ein Umsatzminus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Umsatzvolumen betrug 1,2 Milliarden Euro.
Das Minus wurde vom Auslandsumsatz etwas abgefangen. Es nahm um 8,8 Prozent auf 274 Millionen Euro zu. Die Exportquote betrug 21,8 Prozent (Vorjahreszeitraum: 19,8 Prozent).
Das Ernährungsgewerbe verbuchte einen Umsatzrückgang von bis zu zehn Prozent. Im Metallbau gab einen Rückgang zwischen 30 und 50 Prozent. Maschinenbau/ Elektroindustrie meldeten ein Plus zwischen zehn und 20 Prozent.
Die Beschäftigung in den 42 Industrieunternehmen mit 50 und mehr Mitarbeitern stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht an (+0,9 Prozent). Im Halbjahresdurchschnitt waren rund 8.000 Beschäftigte tätig.
Die Bauindustrie erwirtschaftete einen Umsatz von rund 43 Millionen Euro, das bedeutet ein kräftiges Minus von fast 60 Prozent. Im Hochbau nahmen die Erlöse um 71,5 Prozent ab, im Tiefbau um 17,3 Prozent zu. Die Zahl der Beschäftigten in den 14 Unternehmen ab 20 Beschäftigte nahm deutlich (-34,7 Prozent) auf 478 Personen im Halbjahresdurchschnitt ab.

Industrieumsatz

Bruttoinlandsprodukt

Beschäftigung