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Ein Dorf shoppt smart
Seit diesem Jahr hat der Gescheraner Ortsteil Hochmoor einen „Tante-Enso“-Laden. Nach jahrelanger Durststrecke ist die Nahversorgung für die 2000 Einwohner über den Smart Store 24/7 gesichert.
Geschers Bürgermeisterin Anne Kortüm freut sich, dass die Bewohner des Dorfs Hochmoor endlich eine Nahversorgung haben: Seit Januar 2026 gibt es hier einen Smart Store.
Martha Dönnebrink strahlt über das ganze Gesicht, als sie den Tante-Enso-Markt in Hochmoor betritt. Als älteste Bürgerin des Gescheraner Stadtteils durfte die 100-Jährige als erste Kundin dort einkaufen. Mit der Eröffnung des Markts Mitte Januar 2026 endeten knapp 13 Jahre ohne Nahversorgung im Ort. Einkaufen ist nun sogar rund um die Uhr möglich. Tante Enso ist ein Smart Store 24/7 – das heißt, hier können die Dorfbewohner rund um die Uhr einkaufen. Außerhalb der personalbesetzten Zeiten erfolgt der Zutritt per Kundenkarte, bezahlt wird digital. „Für Hochmoor war das ein wirklich großer Moment“, sagt Geschers Bürgermeisterin Anne Kortüm. „Jetzt hat der Ort nicht nur endlich wieder einen Vollsortimenter mit über 3000 Artikeln, sondern darüber hinaus einen neuen Treffpunkt im Ort.“
In Hochmoor leben viele Senioren, durch ein Neubaugebiet aber auch zunehmend junge Familien. Der nächste größere Supermarkt ist rund sieben Kilometer entfernt. Trotz des Bedarfs winkten große Ketten jedoch ab – der Standort sei für eine klassische Filiale zu unrentabel.
Vor etwa vier Jahren kam der Kontakt zur ENSO eCommerce GmbH zustande, die mit ihren Tante-Enso-Läden die Nahversorgung im ländlichen Raum sichern will. „Auch dieses Unternehmen mussten die Bürger jedoch erst überzeugen“, erinnert sich die Bürgermeisterin.
Anteile kosten 100 Euro
Mit der Zusage von ENSO eCommerce begannen die Vorbereitungen: Die Stadt wies ein Grundstück im Neubaugebiet als Sondergebiet für einen Supermarkt aus und suchte einen Investor, der den Markt bauen sollte. Auch dieser fand sich in Hochmoor. „Es haben wirklich alle an einem Strang gezogen“, sagt Kortüm. Geholfen habe dabei, dass der Supermarktbetreiber einen sehr klaren Fahrplan vorgegeben hat. „Das Konzept hat zudem ein echtes Wir-Gefühl erzeugt. Wir haben unseren eigenen Laden gebaut.“
Mittlerweile gibt es 660 Teilhaber und knapp 2180 ausgegebene Tante-Enso-Karten. Im letzten Quartal habe die Filiale das Umsatzziel übertroffen, erklärt die Pressesprecherin. „Wenn es so weitergeht, können wir demnächst über einen Tante-Enso-Lieferdienst nachdenken“, sagt die Bürgermeisterin mit einem Lachen.
Wir brauchen auch in Nordrhein-Westfalen dringend einen klaren rechtlichen Rahmen für Smart Stores – damit sich Investitionen in innovative Nahversorgung im ländlichen Raum lohnen.Jens von Lengerke, IHK-Abteilungsleiter Handel und Dienstleistungen
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Redaktion Wirtschaftsspiegel
