Wirtschaftsspiegel
Nr. 7087408
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Standort & Politik

800.000 Euro stärken Mobilität im Kreis Coesfeld

Coesfeld, Nordkirchen und Olfen erhalten in den kommenden drei Jahren knapp 800.000 Euro Landesförderung für neue On-Demand-Angebote. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer übergab die Förderbescheide für zwei Projekte aus dem Kreis Coesfeld.
Mit dem Geld wollen die Kommunen den öffentlichen Nahverkehr vor Ort flexibler machen. Die Angebote sollen dort ansetzen, wo klassische Linienverkehre oft an Grenzen stoßen: im ländlichen Raum, zu Randzeiten und auf der letzten Meile.
In Coesfeld soll ein digitales On-Demand-Angebot die Stadt und die Ortsteile besser erschließen. Zwei Fahrzeuge ergänzen künftig den Regionalverkehr und das Angebot des BürgerBus-Vereins. Das Projekt gehört zum Mobilitätskonzept der Stadt. Die Bedienzeiten sollen sich an den Alltagswegen der Menschen orientieren. Buchen können Fahrgäste das Angebot ausschließlich digital.
Bürgermeisterin Eliza Diekmann-Cloppenburg sieht darin einen wichtigen Schritt für die Stadt: „Mit der Förderung erhält Coesfeld die Chance unseren Stadtbus in die Praxis zu bringen. Endlich können die Coesfelderinnen und Coesfelder öffentlich unterwegs sein; das bedeutet auch eine dicke Portion soziale Teilhabe.“
Nordkirchen und Olfen setzen gemeinsam mit Selm auf das sogenannte Südkreiskonzept. Es soll die Kommunen besser an den Bahnhof Selm anbinden und die Bahnstrecke Richtung Dortmund attraktiver machen. Eine veränderte Taktlage soll künftig schnellere Umstiege ermöglichen – sowohl in Richtung Ruhrgebiet als auch in Richtung Enschede. Fahrgäste sollen dann beispielsweise in 44 Minuten den Dortmunder Hauptbahnhof erreichen können.
Wenn die Fahrzeuge nicht zwischen den Kommunen und dem Bahnhof unterwegs sind, sollen sie auch hier die Fläche vor Ort erschließen. „Wir freuen uns, mit dem neuen Angebot eine Anbindung an den Selmer Bahnhof zu schaffen, mit der wir die Verbindung Richtung Ruhrgebiet stärken und verkürzen“, sagt Nordkirchens Bürgermeisterin Stefanie Holz. Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann ergänzt: „Wir machen hier mit, weil wir damit eine bessere Anbindung zum Oberzentrum Dortmund schaffen und der Ortsteil Vinnum endlich auch eine feste Anbindung bekommt.“
Die Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) begleitet die Entwicklung und Umsetzung des Südkreiskonzepts. Das Verkehrsunternehmen bringt seine Erfahrungen in Planung, Technik und Betrieb von On-Demand-Verkehren ein. RVM-Geschäftsführer Julian Hericks erklärt: „Das Projekt verbindet die Stärken des öffentlichen Nahverkehrs mit den neuen digitalen Möglichkeiten. Gerade im ländlichen Raum können On-Demand-Verkehre das bestehende Bus- und Bahnangebot sinnvoll ergänzen. Wir freuen uns, dass wir unsere Erfahrungen in dieses Projekt einbringen dürfen.“
Auch der Kreis Coesfeld unterstützt die Projekte. Kreisdirektor Dr. Linus Tepe sieht darin ein starkes Signal für eine nutzerorientierte Mobilität im ländlichen Raum: „Es ist schön, dass wir im Kreis so innovative Kommunen haben, die die Bedarfe vor Ort verbessern wollen und so die Attraktivität des Kreises Coesfeld ausbauen. Nach unseren Erfahrungen aus dem Bürgerlabor Mobilität Münsterland sind genau das die hieraus resultierenden Impulse, Mobilität aus Nutzersicht zu entwickeln. Wir alle partizipieren von diesem Engagement und stehen daher auch aus Überzeugung an der Seite der drei Kommunen.“
Landesweit fördert Nordrhein-Westfalen zwölf On-Demand-Projekte. Dazu gehören bestehende Angebote, die verstetigt werden, ebenso wie neue Projekte. Die Förderung soll vor allem Betriebskostendefizite ausgleichen. Alle zwölf Projekte nutzen künftig die landesweite Plattform „rufmobil.nrw“.