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Eine Stadt hat den Plan
In der City von Enschede brummt das Geschäft und nicht der Verkehr. Die Handelsausschüsse der Handelskammer Bremen und der IHK Nord Westfalen besichtigten in Enschede zwei Stadtquartiere und informierten sich, wie diese Stadt ihr Zentrum auf Zukunftskurs gebracht hat.
Am Ende lief die Exkursion dem Zeitplan ein bisschen hinterher. Kein Wunder: Auf Schritt und Tritt bieten in Enschede Schaufenster Einblicke in eine quicklebendige Einzelhandels-Szene, die vor Ideen nur so sprudelt. Johann-Christoph Ottenjann, Inhaber des in Greven ansässigen Einrichtungshauses Möbel Ottenjann, hat den nächsten Besuch bereits geplant und wird dann wohl auch ein Keramikstudio in der Haverstraatpassage ansteuern. Dort können Objekte erworben und im Zuge eines Workshops bemalt werden – vorausgesetzt, es ist noch ein Platz frei im Atelier. „Haben Sie gesehen, welchen Zulauf dieses Ladenlokal hat?“, zeigte sich Ottenjann beeindruckt. Der Unternehmer zog das Fazit: Viele kreative Ideen „Made in Enschede“ seien am Einzelhandelsstandort Deutschland unbekannt. Also einfach einige importieren? Das allein werde die Situation vieler Innenstädte nicht zum Guten wenden, erwidert Ottenjann. „In Enschede wird ja nicht aus dem Stegreif, sondern auf Basis eines Masterplans entwickelt“, begründet er.
Autos runter, Aufenthaltsqualität rauf
Die Planer haben das Konzept der gemischten Nutzung – Wohnen, Arbeiten, Shoppen, Freizeit – auf die City übertragen. Um die Aufenthaltsqualität zu steigern, mussten allerdings die Autos von der Bildfläche verschwinden.
Beeindruckt von dem Konzept der Stadt Enschede: Christoph Berger, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses, und sein Stellvertreter Johann-Christoph Ottenjann.
Zwar sollten Gäste – bis zu 30 Prozent kommen aus Deutschland – einen Parkplatz in zentraler Lage finden, aber bitte nicht mehr auf dem Van-Heekplein. Dessen Potenzial wurde aktiviert: Auf dem weitläufigen Areal residiert heute zweimal in der Woche ganztägig ein großer Markt, zudem finden an vielen Sonntagen Themenmärkte statt. Der Platz ist zu einem Publikumsmagneten geworden. Und die Autos? Sie wurden tiefergelegt. Die Stadt hat unter dem Platz ein Parkhaus gebaut, das 2.000 Fahrzeuge aufnehmen kann. Von welcher Himmelsrichtung Enschede auch angesteuert wird: „Immer geradeaus“, empfiehlt Dezernent Malkis Jajan, der zurzeit für die Stadtplanung verantwortlich ist. Hier nämlich führen alle Hauptverkehrsadern letztlich in das Parkhaus, dessen Schranken sich täglich bis zu 6.000 mal öffnen. „Die Investition in ein neues Einkaufszentrum rund um den Van-Heekplein hat alle großen Ketten in die Stadt gelockt – Anziehungspunkte, die für ein großes Kundenaufkommen in der gesamten Innenstadt sorgen“, nennt Innenstadtmanagerin Laura Van de Pol einen Grund für den Andrang. Zuvor sei dieser Standort unattraktiv gewesen, erzählt Citymanager Duco Hoek im Zuge der Stadttour. „Gestalte ein solches Areal schön, dann kommen die großen Namen von selbst“, beschreibt er die Erfahrung der Enscheder Planungsteams. Allerdings haben die Verantwortlichen erkannt, dass sich die großen Innenstädte in ihrem Portfolio immer ähnlicher werden. Deshalb stärkt die Gemeinde mit eigenen Förderangeboten systematisch die kleineren Einkaufsstraßen mit ihren inhabergeführten Geschäften. Auch sie haben eine starke Anziehungskraft – dank Individualität, Kreativität und Flair.
Dezernent Malkis Jajan ist für die Stadtplanung verantwortlich.
Multifunktionale Mitte
Das Citymanagement informiert proaktiv über die Förderbedingungen – insbesondere, wenn neue Mieter einziehen oder Vermieter ohnehin Baumaßnahmen planen. „Wir machen keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Initiatoren, haben aber den Innenstadtbereich festgelegt, in dem die Regelung in Anspruch genommen werden kann“, erklärt Van de Pol. Kleine Straßenzüge, die sich stimmig und stimmungsvoll im Stil der guten alten Zeit präsentieren: Dieses Ideal hat die Stadt Enschede an vielen Stellen schon erreicht und strebt es, mit Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger, die am Aktionsplan mitwirken, weiterhin an. Anstrich oder Fassadenverkleidung sind nicht originalgemäß? Weg damit: Schon der Rückbau von Fassaden-Komponenten wird mit bis zu 5.000 Euro unterstützt. Die Sanierung wird danach mit maximal 20.000 Euro bezuschusst. Können historische Details wiederhergestellt werden, winken weitere Fördergelder. Zudem hat die Kommune eine Finanzspritze zur Vitalisierung im Förderprogramm: einen Zuschuss von bis zu 30.000 Euro für Aktivitäten, die den Erlebniswert der Innenstadt steigern. Unterstützt werden die Unternehmen auch beim Aufbau ihrer virtuellen Präsenz. Die Stadt organisiert und fördert Workshops, damit die Ladenlokale auch online glänzen.
Zwei Mal in der Woche findet auf dem zentralen Platz ein Markt statt, zusätzlich an vielen Sonntagen Themenmärkte.
Die City muss sich wandeln: Vom „Place to buy“ zum „Place to be”Malkis Jajan
Doch ist der Aktionsplan für die Innenstadt nur eine von vielen Facetten der Stadtplanung. Das Konzept der räumlichen Gebietsentwicklung greift weiter. So hat das Planungsteam sechs Distrikte mit unterschiedlichen Anforderungen definiert, darunter das Campus-Viertel, in dem unter anderem die Fachhochschule Saxion University ansässig ist. „Wir haben bei der Erstellung der Gebietsprofile die Interessengruppen einbezogen, sie haben mitgedacht”, berichtet Van de Pol. Die Distrikte werden gemäß ihren Themenschwerpunkten gezielt weiterentwickelt, brachliegende Industrieflächen systematisch genutzt. Roombeek etwa gilt heute als „kulturelles Herz“ von Enschede. Die Stadtteile ergänzen sich in ihren Angeboten, und die Synergien kommen der ganzen Gemeente zugute. Für die rund 24.000 Studierenden beispielsweise ist die attraktive City ein Top-Standortargument. Einzelhandel sowie die Gastronomie vor allem am Oude Markt profitieren im Gegenzug vom jungen Publikum. Die Ansprüche der Gesellschaft hätten sich verändert, sagt Malkis Jajan. Die City müsse sich entsprechend wandeln: von einem „Place to buy“ zu einem „Place to be“. Das Projekt „Centrumkwadraat“, ein Dreh- und Angelpunkt zischen den Vierteln, zeigt, in welcher Größenordnung in Enschede gedacht und gehandelt wird. Circa 800 Wohnungen sind bereits fertiggestellt, weitere 1.750 sollen in den kommenden Jahren folgen – ein Meilenstein auf dem Weg zum "dreidimensionalen" Stadtzentrum, das Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbindet. Als Teilprojekt wird das Gebiet rund um den Bahnhof neugestaltet. Ein neues Krankenhaus steht schon seit Jahren mitten in der Stadt. Einmal mehr wurde das Parkproblem pragmatisch gelöst: Ein Tunnel, ausgestattet mit Fördertechnik, verbindet die Van-Heekplein-Tiefgarage mit dem Gebäude.
Die eigentliche Währung der Innenstadt ist nicht der Umsatz, sondern ihre Relevanz im Leben der Menschen.
Christoph Berger, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses
- Christoph Berger über Erlebniswert, Aufenthaltsqualität und neue Gründe für den Besuch in der City
Das Thema Innenstadtentwicklung ist eine Herzensangelegenheit für Christoph Berger, Inhaber des Modehauses Ebbers in Warendorf und Vorsitzender im Handelsausschuss der IHK Nord Westfalen. Im Interview erklärt er, wie die City ihren „Fanclub“ wieder vergrößern kann.Wirtschaftsspiegel: Herr Berger, wie kann der Einzelhandel dazu beitragen, dass Erlebniswert und Aufenthaltsqualität einer Innenstadt besser werden?
Christoph Berger engagiert sich für die lebendige Innenstadt. © Modehaus Ebbers Christoph Berger: Der Einzelhandel muss sich bewusst machen, dass er heute nicht mehr nur Produkte anbietet, sondern einen Beitrag dazu leistet, ob eine Innenstadt überhaupt noch als relevantes Ziel wahrgenommen wird – und genau diese Perspektive hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Der Besuch einer Innenstadt ist eine bewusste Entscheidung, die Menschen nur dann treffen, wenn sie erwarten, dass sich der Weg lohnt – emotional, sozial oder funktional. Wir haben das sehr eindrücklich bei unserem Besuch in Enschede gesehen: Dort wird die Innenstadt konsequent aus Sicht der Menschen gedacht, die sich dort bewegen – also nicht aus der Perspektive einzelner Nutzungen, sondern als Gesamterlebnis, das funktioniert oder eben nicht funktioniert. Das bedeutet im Umkehrschluss für den Handel: Es reicht nicht mehr, für sich genommen gut zu sein; entscheidend ist, ob man Teil eines Gesamtkontextes ist, der stimmig wirkt und in dem sich ein Besuch wie aus einem Guss anfühlt. Gerade Städte wie Warendorf bringen mit ihrer historischen Struktur und ihrer Atmosphäre eigentlich alles mit, was man dafür braucht – aber diese Qualität muss aktiv aufgeladen werden, sonst bleibt sie Kulisse.Wirtschaftsspiegel: Events bieten den Geschäften gute Gelegenheit, das eigene Profil zu zeigen, oder?Berger: Ja, das tun sie aber nur dann, wenn sie nicht als isolierte Aktionen verstanden werden, sondern als Ausdruck einer klaren Idee davon, wofür ein Unternehmen und letztlich auch eine Innenstadt stehen. Erlebnis entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch das Zusammenspiel vieler Faktoren, die gemeinsam ein Gefühl erzeugen – und dieses Gefühl entscheidet darüber, ob die Menschen wiederkommen. Events ersetzen dieses Fundament nicht. Sie sind Verstärker, keine Grundlage.Was man in Enschede sehr gut beobachten konnte, ist, dass Veranstaltungen dort nicht als Einzelereignisse organisiert werden, sondern eingebettet sind in ein übergeordnetes Konzept, das Gestaltung, Nutzung, Wegeführung und Aufenthaltsqualität miteinander verbindet. Dadurch entsteht eine andere Qualität: Events wirken nicht wie ein Fremdkörper im Alltag, sondern wie eine Verdichtung dessen, was ohnehin vorhanden ist. Für Städte wie Warendorf liegt genau darin eine Chance, denn sie sind überschaubar, nahbar und besitzen eine eigene Identität und haben damit die sind ideale Voraussetzungen für Formate, die einen echten Bezug zum Ort haben.Gleichzeitig muss man klar sagen: Wenn die Innenstadt im Alltag nicht trägt, wenn sie sich nicht als Aufenthaltsort etabliert, dann bleiben auch die besten Veranstaltungen punktuelle Impulse ohne nachhaltige Wirkung. Die eigentliche Aufgabe ist es deshalb, eine Kontinuität herzustellen – eine Qualität, die jeden Tag spürbar ist und auf die besondere Anlässe dann aufbauen können.Wirtschaftsspiegel: Welche Maßnahmen legen Sie jedem Einzelhandels-Unternehmen ans Herz, damit die Innenstadt insgesamt Erwartungen erfüllen kann und zugleich die eigenen Wettbewerbschancen steigen?Berger: Die Entscheidung für einen Besuch wird längst vor dem eigentlichen Aufenthalt getroffen– häufig digital und häufig innerhalb weniger Sekunden. Das bedeutet, dass jedes Unternehmen dafür sorgen muss, sichtbar zu sein, auffindbar und relevant, denn wer dort nicht präsent ist, wird schlicht nicht berücksichtigt. Aber Sichtbarkeit allein reicht nicht aus, wenn sie nicht mit Inhalt gefüllt wird, der einen Unterschied macht und neugierig macht.Ein zweiter entscheidender Aspekt ist in Enschede besonders deutlich geworden: die Qualität des Zusammenspiels. Dort funktioniert die Innenstadt nicht deshalb so gut, weil einzelne Betriebe besonders stark sind, sondern weil das Gesamtsystem abgestimmt ist – von der Gestaltung des öffentlichen Raums über die Nutzungsstruktur bis hin zur Zusammenarbeit der Akteure.Am Ende bleibt die vielleicht wichtigste Frage: Was nimmt jemand mit, der die Innenstadt besucht hat? Wenn es nur der Einkauf ist, wird die Bindung schwach bleiben, aber wenn es ein Erlebnis, eine Emotion oder eine Geschichte ist, entsteht daraus Wiederkehr und Relevanz.Wirtschaftsspiegel: Wenn Sie ohne Rücksicht auf Restriktionen loslegen könnten, wie würden Sie die City umkrempeln, welche Ideen realisieren?Berger: Der erste Schritt wäre für mich, ein gemeinsames Zielbild zu entwickeln: Wie soll sich unsere Innenstadt anfühlen – für Besucher genauso wie für die Menschen, die dort leben? Genau das hat Enschede in beeindruckender Weise vorgemacht: eine klare, langfristige Vorstellung davon, was die Innenstadt leisten soll, verbunden mit der Bereitschaft, konsequent zu investieren und Entscheidungen mit einer Geschwindigkeit umzusetzen, die man in vielen deutschen Städten so nicht kennt. Auch das Thema Erreichbarkeit wurde in all seinen Facetten bedacht. Zentrale große Tiefgarage, einfache Wegeführung, Überplanung des Bahnhofs, Fahrradstraßen. Mobilität einfach machen, und den Raumüberwindungsaufwand senken.Auf dieser Grundlage würde ich drei Dinge priorisieren.Erstens die Aufenthaltsqualität, weil sie die Basis für alles andere ist – Gestaltung, Sauberkeit, Möblierung, Barrierefreiheit und das Angebot an Orten, an denen man sich gerne aufhält, sind keine Nebenthemen, sondern entscheidend dafür, ob ein Ort angenommen wird.Zweitens ein deutlich erweiterter Nutzungsmix, weil die Innenstadt nicht mehr allein vom Handel getragen werden kann; es braucht Kultur, Freizeit, soziale Angebote und auch bewusst nicht-kommerzielle Räume, die Aufenthaltsqualität erzeugen und Menschen miteinander in Kontakt bringen.Drittens eine konsequente Ausrichtung auf die Perspektive der Nutzer: Wie einfach, wie angenehm, wie selbstverständlich ist es, sich durch die Stadt zu bewegen, einzukaufen, zu verweilen?Gerade im Vergleich mit Enschede wird deutlich, dass viele dieser Fragen lösbar sind, wenn man sie konsequent aus Sicht der Menschen denkt und nicht aus der Logik einzelner Zuständigkeiten heraus.Für Warendorf liegt darin eine große Chance: Die Voraussetzungen sind da ob historische Qualität, Identität, Überschaubarkeit und kurze Wege, aber sie müssen in ein zeitgemäßes Erlebnis übersetzt werden. Und am Ende entscheidet sich alles an einer einfachen Frage: Gibt es für Menschen einen guten Grund, heute – ganz bewusst – in die Innenstadt zu kommen? Wenn wir diese Frage überzeugend beantworten können, wird vieles andere folgen. Wenn nicht, helfen auch die besten Einzelmaßnahmen nur begrenzt, denn die eigentliche Währung der Innenstadt ist nicht der Umsatz, sondern ihre Relevanz im Leben der Menschen.
Christoph Berger engagiert sich für die lebendige Innenstadt.
Entwickler, Investoren, Bauunternehmen, die Provinz, die Bundesregierung und Wohnungsbaugesellschaften: Wie schafft es die Verwaltung, alle Akteure, die an dieser komplexen Stadtentwicklung arbeiten, an einen Tisch und in einen Workflow zu bringen? Timo Kemerink op Schiphorst, Gebietsentwickler und Projektmanager bei der Gemeente, gibt Auskunft: Demnach läuft die Zusammenarbeit mit externen Akteuren im Rahmen fester Formate, etwa Plattformen. Diese Büros werden aber nur bei fehlender interner Kapazität eingebunden. Innerhalb der Stadtverwaltung werden projektbezogen Teams gebildet. Die Gruppe „Neue Initiativen“ etwa bewertet Projekte auf Machbarkeit, nachdem sie Informationen aus den Fachbereichen eingeholt hat. Soll ein Vorhaben angeschoben werden, geht ein anderes Team an die Arbeit. Es besteht unter anderem aus Stadtplanern, Verkehrsplanern, Landschaftsarchitekten, Juristen, Stadtökonomen sowie Finanzexperten und wird von einem Projektmanager geleitet. Auch zur Umsetzung des Aktionsplans Innenstadt werden Teams gebildet. Neben dem Programm-Manager sind unter anderem Politikberater für Einzelhandel und Stadtentwicklung, der Projektleiter des Förderfonds, zwei Kundenbetreuer, ein Genehmigungsmanager und ein Stadtteilkoordinator mit von der Partie. „Wohnen in der Innenstadt zuzulassen, dort auch ein Krankenhaus anzusiedeln, zudem Gastronomie und Events in der City zu fördern – das sind nur einige von vielen Impulsen, die wir mitnehmen können”, zog Johann-Christoph Ottenjann Bilanz aus dem Besuch und fügte an: „Leerstand habe ich hier jedenfalls so gut wie nicht gesehen.“
Hinweis: Auch die Vollversammlung der IHK Nord Westfalen hat sich mit dem Thema Innenstadtentwicklung mehrfach auseinandergesetzt und im Juni 2024 eigene Positionen dazu formuliert.
Eine City, viele Comebacks
Mehrfach in seiner Geschichte hat sich Enschede quasi neu erfunden, weil der Stadtkern von Bränden verwüstet worden war:
Nach der Katastrophe von 1517 stehen nur noch die beiden Stadttore und die Kirche.
Beim Feuer von 1750 wird ein Viertel des Häuserbestandes vernichtet.
1862 bricht ein Brand in der Kalanderstraat aus. Er wird von der Dekoration beschleunigt, die anlässlich eines Besuchs des Königs platziert worden war. Sämtliche öffentliche Gebäude, acht Fabriken, 633 Häuser und somit fast die gesamte Altstadt werden zerstört. Die meisten Einwohner sind obdachlos.
Schwer getroffen wird Enschede im 2. Weltkrieg: Nach Luftangriffen liegen City und umliegende Stadteile in Trümmern. Die Piloten gingen offenbar irrtümlich davon aus, ein Ziel in Deutschland zu bombardieren.
Im Jahr 2000 schließlich bricht in einem Lagerhaus im Stadtteil Roombeek ein Brand mit verheerenden Folgen für ein Wohngebiet aus: 900 kg Feuerwerk explodieren, viele Opfer sind zu beklagen. Von einer „Geschichte aus Verlust und Schmerz“ spricht die Stadt auf ihrer Website und fügt an: „Aber Enschede ist widerstandsfähig, entwickelt sich weiter und schaut hoffnungsvoll in die Zukunft“.
Mehrfach in seiner Geschichte hat sich Enschede quasi neu erfunden, weil der Stadtkern von Bränden verwüstet worden war:
Nach der Katastrophe von 1517 stehen nur noch die beiden Stadttore und die Kirche.
Beim Feuer von 1750 wird ein Viertel des Häuserbestandes vernichtet.
1862 bricht ein Brand in der Kalanderstraat aus. Er wird von der Dekoration beschleunigt, die anlässlich eines Besuchs des Königs platziert worden war. Sämtliche öffentliche Gebäude, acht Fabriken, 633 Häuser und somit fast die gesamte Altstadt werden zerstört. Die meisten Einwohner sind obdachlos.
Schwer getroffen wird Enschede im 2. Weltkrieg: Nach Luftangriffen liegen City und umliegende Stadteile in Trümmern. Die Piloten gingen offenbar irrtümlich davon aus, ein Ziel in Deutschland zu bombardieren.
Im Jahr 2000 schließlich bricht in einem Lagerhaus im Stadtteil Roombeek ein Brand mit verheerenden Folgen für ein Wohngebiet aus: 900 kg Feuerwerk explodieren, viele Opfer sind zu beklagen. Von einer „Geschichte aus Verlust und Schmerz“ spricht die Stadt auf ihrer Website und fügt an: „Aber Enschede ist widerstandsfähig, entwickelt sich weiter und schaut hoffnungsvoll in die Zukunft“.
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