Wirtschaftsspiegel
Nr. 7159522
2 min Lesezeit
Standort & Politik

41,3 Millionen Euro für Wasserstofflabor in Gelsenkirchen

Das H2 Solution Lab an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen kommt einen Schritt voran. Wissenschaftsministerin Ina Brandes übergab am Campus den Förderbescheid für die Errichtungsphase. Insgesamt stehen für das Projekt rund 41,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Förderung für die Errichtungsphase

Der größte Teil der Förderung stammt aus dem „5-StandorteProgrammdes Bundes, das nachhaltige Strukturprojekte in Regionen unterstützt, die besonders vom Kohleausstieg betroffen sind. Zusätzlich fließen Landesmittel und Eigenmittel in das Projekt.
Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Wo früher die Steinkohle Energielieferant und Wohlstandsgarant war, arbeiten heute kluge Köpfe im ‘H2 Solution Lab‘ an der Energieversorgung der Zukunft. Gemeinsam sorgen Wissenschaft und Wirtschaft dafür, dass die Erkenntnisse aus dem Labor schnell bei den Menschen ankommen. Bund und Land fördern das Projekt an der Westfälischen Hochschule aus der Überzeugung, dass die Wasserstofftechnologie einen zentralen Beitrag sowohl für die Versorgung der Menschen mit sauberer Energie als auch für mehr Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Nordrhein-Westfalen leisten kann.“
Das neue Labor soll auf rund 2.000 Quadratmetern am Gelsenkirchener Campus entstehen. Es wird Forschung, Entwicklung, Demonstration und Transfer rund um grünen Wasserstoff bündeln. Geplant sind Arbeiten an Komponenten und Systemen wie Ventilen, Elektrolyseuren, Brennstoffzellen, Brennersystemen, Kompressoren, Speichern sowie vollständigen Wasserstofferzeugungs- und Nutzungssystemen.

Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen

Das Labor soll eine Brücke zwischen Forschung und Anwendung schlagen, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die häufig Wasserstoffsystemtechnik im mittleren Leistungsbereich benötigen. Dieser Bereich soll im H2 Solution Lab bis zu einer Leistungsgröße von etwa einem Megawatt bearbeitet werden.
Nach Abschluss der Planungsphase läuft seit Mai 2026 die Ausschreibung für die Errichtung. Der Baubeginn ist für Anfang 2028 geplant. Spätestens im Herbst 2029 soll das Labor in Betrieb gehen.
Thomas Wessel, Evonik-Vorstand und Vorsitzender des Hochschulrats der Westfälischen Hochschule, betont, dass das H2 Solution Lab helfen könne, Wasserstofftechnologien schneller in die Anwendung zu bringen und die Region als Innovations- und Industriestandort weiterzuentwickeln.