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Lehrgang für die Wasserstoff-Zukunft
Die H2!Academy bereitet Betriebe auf den Einsatz von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft vor. Die ersten 16 Absolventen haben ihr IHK-Zertifikat in der Hand.
Nils Roenspiess von der Hydrogenics GmbH in Herten (Foto oben) brachte bereits fundierte praktische Kenntnisse mit, die er als Test-Techniker im Bereich Brennstoffzellen erlangt hatte. „Der tägliche Umgang mit Wasserstoff sowie das Testen von Brennstoffzellensystemen gehören zu meinem Arbeitsalltag, sodass mir das Element und seine sicherheitstechnische Handhabung bereits vertraut waren“, berichtet er. Neu waren für ihn umfassendere Einblicke in die Rolle von Wasserstoff als zukünftiger Energieträger und als mögliche Alternative zu Erdgas in industriellen Anwendungen. „Ich konnte mein technisches Verständnis der Brennstoffzelle vertiefen – insbesondere hinsichtlich Funktionsweise, Aufbau und Einsatzgebieten. Dieses zusätzliche Wissen unterstützt mich unmittelbar in meinem beruflichen Umfeld“, betont Roenspiess.
Berufliches Wissen für die Transformation
„Eine neue Erfahrung“ waren die Inhalte in der H2!Academy für Michael Stanik. Er fühlt sich gut auf kommende Aufgaben vorbereitet.
Der zweite Weiterbildungslehrgang zur Wasserstofftechnik startet am 9. April in Gelsenkirchen. Ansprechpartner bei der IHK ist Timothy Johnstone, Tel. 0209 388-389, timothy.johnstone@ihk-nw.de
Dabei war der Wissenstand anfangs sehr unterschiedlich. Für Michael Stanik etwa war der Kurs inhaltlich eine ganz neue Erfahrung: „Ich hatte so gut wie keine Kenntnisse zum Thema Wasserstoff. Es gab bislang keinerlei Berührungspunkte“, so der Rohrnetzmonteur von Gelsenwasser. Ihm ging es vor allem darum, für das Kommende vorbereitet zu sein.
Aktuell kann er das Gelernte im Unternehmen noch nicht umsetzen, „da es jedoch ein Zukunftsthema ist, gehe ich stark davon aus, dass sich dies bald ändern wird.“ Auf jedem Fall habe er viel aus dem Lehrgang mitgenommen. „Unterschiedliche Themen wie Mobilität, Versorgung der Industrie oder die Herstellung kamen zur Sprache. So habe ich einiges aus verschiedenen Bereichen gelernt“, zieht Stanik ein positives Fazit.
Roenspiess sagt, das erweiterte Fachwissen erleichtere es ihm, „die bei uns entwickelten Brennstoffzellensysteme noch besser zu verstehen und technische Zusammenhänge klarer zu vermitteln". Dadurch könne er neue Kolleginnen und Kollegen strukturierter und sicherer einarbeiten. „Mit Blick auf meine zukünftige Rolle als Ausbilder stärkt der Lehrgang meine Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten und fundiert weiterzugeben. Das trägt dazu bei, die Qualität der Ausbildung im Unternehmen nachhaltig zu sichern.“ Davon profitiert natürlich auch sein Arbeitgeber.
Roenspiess sagt, das erweiterte Fachwissen erleichtere es ihm, „die bei uns entwickelten Brennstoffzellensysteme noch besser zu verstehen und technische Zusammenhänge klarer zu vermitteln". Dadurch könne er neue Kolleginnen und Kollegen strukturierter und sicherer einarbeiten. „Mit Blick auf meine zukünftige Rolle als Ausbilder stärkt der Lehrgang meine Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten und fundiert weiterzugeben. Das trägt dazu bei, die Qualität der Ausbildung im Unternehmen nachhaltig zu sichern.“ Davon profitiert natürlich auch sein Arbeitgeber.
Beitrag zu stabilem Netzbetrieb
Ähnlich verhält es sich bei Marcel Heinke vom Energieversorger EVNG: „Als Netzmeister im Betrieb Gas bin ich nun in der Lage, bei einer Anbindung an ein Wasserstoffnetz mein erweitertes Fachwissen gezielt einzubringen und aktiv zu einem stabilen, sicheren und zukunftsfähigen Netzbetrieb beizutragen“, sagt er.
Vor dem Kursus beschränkten sich seine Kenntnisse zu Wasserstoff auf grundlegende schulische Inhalte sowie vereinzelte Bezüge aus der Erdgasversorgung. „Ein vertieftes Verständnis zu Eigenschaften, Sicherheit, Infrastruktur und energiewirtschaftlichen Zusammenhängen gab es nicht.“ In den drei Monaten konnte er sich fundierte Kenntnisse zu physikalisch-chemischen Eigenschaften, Erzeugungsverfahren sowie Anforderungen an Transport-, Speicher- und Anwendungssysteme aneignen. Das Ergebnis ist ein „systemisches Verständnis der Rolle von Wasserstoff in der Energieversorgung“, so Heinke.
Der Lehrgang habe ihm eindrucksvoll gezeigt, welche Potenziale Wasserstoff bietet. „Zugleich wird klar, dass noch viel Arbeit nötig ist, um aus Visionen eine funktionierende und etablierte Infrastruktur zu machen.“
Der Lehrgang habe ihm eindrucksvoll gezeigt, welche Potenziale Wasserstoff bietet. „Zugleich wird klar, dass noch viel Arbeit nötig ist, um aus Visionen eine funktionierende und etablierte Infrastruktur zu machen.“
„Relevantes Wissen für die Praxis“
Auch Techniker Roenspiess empfiehlt den Lehrgang weiter: „Er ist für alle wertvoll, die bereits mit Wasserstofftechnologie arbeiten oder sich in diesem Bereich weiterentwickeln möchten. Er vermittelt praxisrelevantes Wissen, schafft ein tieferes Verständnis für die Technologie und motiviert, sich weiter mit diesem zukunftsweisenden Thema zu beschäftigen.“
„Ein wichtiges Ziel des neuen Kurses, Fachkräfte aus kleinen und mittleren Unternehmen auf die Anforderungen einer sich wandelnden Industrie vorzubereiten, wurde erreicht“, freut sich Ulli Schmäing, IHK-Geschäftsbereichsleiter Weiterbildung und Qualifizierung. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden sollen nun in die Weiterentwicklung des Lehrgangs einfließen.
„Ein wichtiges Ziel des neuen Kurses, Fachkräfte aus kleinen und mittleren Unternehmen auf die Anforderungen einer sich wandelnden Industrie vorzubereiten, wurde erreicht“, freut sich Ulli Schmäing, IHK-Geschäftsbereichsleiter Weiterbildung und Qualifizierung. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden sollen nun in die Weiterentwicklung des Lehrgangs einfließen.
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Redaktion Wirtschaftsspiegel
