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„Mut ist das Wichtigste“
Unternehmer sein bedeutet mutig sein. Das unterstreicht Christopher Höning in Worten und Taten. Zwei Mal bereits hat er ein Unternehmen übernommen und damit den Fortbestand gesichert.
Der 46-jährige Höning aus Greven ist Unternehmer durch und durch. Den Grundstein für das Unternehmen legte sein Vater im Jahr 1997. 2003 stieg Christopher Höning nach seiner kaufmännischen Ausbildung und dem Wirtschaftsfachabitur in den Betrieb ein und entwickelte ihn über viele Jahre aktiv mit. Bereits früh übernahm er eigene Verantwortung und war unternehmerisch beteiligt. Nach dem Rückzug seines Vaters in den Ruhestand übernahm er schließlich die Anteile vollständig und führt das Unternehmen heute als alleiniger Gesellschafter weiter.
„…und Weitsicht entscheidet“
Schon als Kind und Jugendlicher analysierte Höning gemeinsam mit seinem Vater Verkaufszahlen und bekam die Herausforderungen des Unternehmertums am Abendbrottisch mit. Entsprechend entschied er sich früh für den praktischen Weg und wuchs Schritt für Schritt in die unternehmerische Verantwortung hinein. „Mut ist das Wichtigste“, sagt Höning, „aber ohne Weitsicht und Vorbereitung funktioniert es nicht.“
Wachstum durch Nachfolge
Die entscheidende Frage lautete für Höning: Wie weiterwachsen? Gemeinsam mit IHK-Nachfolgeexperte Michael Meese wurde schnell klar, dass Unternehmenszukäufe ein sinnvoller Weg sind – insbesondere dort, wo Nachfolgelösungen fehlen.
„Viele Betriebe finden keinen Nachfolger – das war eine Chance für mich“, so Höning. Mit klar definierten Kriterien suchte er gezielt nach passenden Unternehmen, die sowohl fachlich als auch geografisch zur Höning-Gruppe passen.
Nach mehreren Jahren ergab sich über den IHK-Nachfolge-Club die passende Gelegenheit. Nach rund einem Jahr Verhandlungen wurde die erste externe Übernahme im März 2022 abgeschlossen. „Damit haben wir uns bundesweit neue Kundenzugänge erschlossen und unsere Marktposition deutlich gestärkt“, erklärt Höning.
Auch die zweite externe Übernahme entstand aus unternehmerischer Weitsicht: Ursprünglich wollte Höning einen Emsdettener Großhandel für Dämmstoffe als Kunden gewinnen. Im Gespräch zeigte sich jedoch, dass es keinen Nachfolger gab, obwohl die geschäftsführenden Gesellschafter bereits über 60 Jahre alt waren. Höning erkannte die Chance und handelte. Nach über einem Jahr Gesprächen und Verhandlungen gehört das Unternehmen seit Dezember 2025 zur Höning Gruppe.
Appell an Seniorchefs
Aus seinen Erfahrungen richtet Höning einen klaren Appell an Seniorunternehmer: Wer sein Unternehmen übergeben möchte, sollte sich frühzeitig mit dem Thema Nachfolge befassen.
Ist der Entschluss zur Übergabe einmal gefasst, kommt es auf eine strukturierte Vorbereitung an. Dazu gehört insbesondere die Aufbereitung aller relevanten Unterlagen sowie die Einrichtung eines professionellen Datenraums. So können potenzielle Interessenten nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung fundiert prüfen und sich ein klares Bild vom zu verkaufenden Unternehmen machen. „Eine strukturierte Vorbereitung schafft dabei Vertrauen und erhöht die Erfolgschancen erheblich“, unterstreicht Höning.
„Ein Unternehmenskauf ist ein anspruchsvoller und vielschichtiger Prozess“, betont der Grevener. „Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass die bisherigen Eigentümer über viele Jahre hinweg viel Arbeit, Herzblut und unternehmerischen Einsatz in ihr Lebenswerk investiert haben. Dieses Engagement verdient in jeder Phase des Nachfolgeprozesses höchste Wertschätzung.“
- Die Unternehmen von Christopher Höning
1997 von Christopher Hönings Vater gegründet. Der Sohn stieg 2003 nach kaufmännischer Ausbildung und dem Wirtschaftsfachabitur in den Betrieb ein. Nach dem Rückzug des Vaters in den Ruhestand übernahm Christopher Höning schließlich die Anteile vollständig und führt das Unternehmen heute als alleiniger Gesellschafter weiter.
Eine klassische Nachfolge innerhalb der Familie.Der Alt-Inhaber wandte sich auf der Suche nach einem Nachfolger im Jahr 2021 an die IHK und hier an den IHK-Nachfolgeclub. IHK-Nachfolgeexperte stellte den Kontakt zu Christopher Höning her, der das Unternehmen nach einem Jahr Verhandlungen endgültig übernehmen konnte, und zwar mit der gesamten Belegschaft.
Dieses Unternehmen wollte Christopher Höning als Kunden gewinnen. Bei den Gesprächen stellte er fest, dass die Nachfolge des Unternehmens mit zwei über 60-jährigen Geschäftsführern noch nicht geregelt war. Er erkannte die Chance - Seit Dezember 2025 gehört auch dieses Unternehmen zur Höning-Gruppe.
Vorerst plant Höning keine weiteren Zukäufe – doch er sagt selbst: „Sag niemals nie.“ Sein Fokus liegt nun darauf, die Unternehmen der Höning Gruppe weiter zu integrieren und gemeinsam weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sucht er zusätzliche Fachkräfte im Bereich Großhandel für Dämmstoffe, innovative Bauprodukte und Abdichtungssysteme. „Hier haben Mitarbeiter jetzt gute Chancen, die Geschichte des Unternehmens weiter mitzuschreiben“, ermuntert Höning Vertriebsinnen- und -außendienstler. Und auch die nächste Generation steht schon in den Startlöchern: Sein ältester Sohn hat bereits gefragt, wo sein PC und Büro seien. Noch musste Höning ihn vertrösten – der Nachwuchs ist erst drei Jahre alt.
Mut ist das Wichtigste - und Weitsicht entscheidet.Christopher Höning
- IHK hilft bei Nachfolge
In 41.000 eigentümergeführten Familienunternehme aus der Region Nord-Westfalen ist der Inhaber oder die Inhaberin 55 Jahre und älter. Wer wird diese Unternehmen weiterführen und die Wirtschaftskraft erhalten?
Die IHK Nord Westfalen unterstützt diese Unternehmen mit zahlreichen Angeboten.
Ganz neu ist ein zwölfmonatiger Coachingprozess NachfolgeKompass, in dem potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger strukturiert auf die Betriebsübernahme vorbereitet werden.
Austausch mit vielen anderen Unternehmen im Nachfolgeprozess und Expertentipps bietet das 10. IHK-Nachfolgeforum am 5. Mai.
Alle Angebote und die Ansprechpartner finden Sie auf der Fachseite der IHK Nord Westfalen.
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