Jahresbericht 2025

Unternehmensverantworliche Nachhaltigkeit

Das Jahr 2025 war geprägt von einer weiteren strukturellen Verankerung der unternehmensverantwortlichen Nachhaltigkeit innerhalb der IHK Nord Westfalen. Aufbauend auf den Entwicklungen der Vorjahre wurden strategische Prozesse vertieft, neue Netzwerke etabliert und die interne Zusammenarbeit weiter gestärkt. Die Stabsstelle Nachhaltigkeit hat dabei ihre Rolle als querschnittlich arbeitende, koordinierende Einheit innerhalb der Organisation weiter geschärft.

Organisatorische Weiterentwicklung

Etablierung des Key-Account-Modells

Im Jahr 2025 wurde das organisationsweite Key-Account-Modell für Nachhaltigkeit in der IHK Nord Westfalen eingeführt. In allen Geschäftsbereichen wurden feste Ansprechpersonen benannt, die als erste Schnittstelle für Nachhaltigkeitsthemen fungieren, relevante Schnittstellen identifizieren und die Verbindung zur Stabsstelle herstellen. Die fachliche Bearbeitung der Themen erfolgt dabei bewusst weiterhin in den Geschäftsbereichen. Nachhaltigkeit wird damit nicht isoliert betrachtet, sondern konsequent mit fachlichen Fragestellungen der jeweiligen Geschäftsbereiche verknüpft.

Mitwirkung im EU-Omnibus-Verfahren

Über die DIHK beteiligte sich die IHK Nord Westfalen aktiv am EU-Omnibus-Verfahren. Ziel war es, die Perspektiven der regionalen Wirtschaft – insbesondere des Mittelstands – in die bundesweiten Abstimmungsprozesse einzubringen und praktikable, wirtschaftsnahe Lösungen zu unterstützen.

Biodiversitätsbündnis Westfalen

Am 1. Oktober 2025 wurde gemeinsam mit den IHKs Dortmund und Arnsberg sowie der DIHK Service GmbH im Rahmen der Initiative „Unternehmen Biologische Vielfalt (UBi)“ das Biodiversitätsbündnis Westfalen gegründet. Rund 45 Unternehmen beteiligen sich bereits an dem Netzwerk. Ziel des Bündnisses ist es, Unternehmen praxisnah dabei zu unterstützen, Biodiversität in ihre nachhaltige Unternehmensführung einzubinden, Wissen zu bündeln und gute Beispiele sichtbar zu machen.
Die IHK Nord Westfalen versteht Biodiversität nicht ausschließlich als Bündnisthema. Auch über die Arbeit im Bündnis hinaus wird biologische Vielfalt als relevanter Bestandteil zukunftsfähigen Wirtschaftens aufgegriffen und gezielt in einen wirtschaftlichen Wirkungskontext gestellt.
Weitere Informationen zur Gründung des Biodiversitätsbündnisses Westfalen sind in der Pressemeldung im Wirtschaftsspiegel veröffentlicht.

Ausschussarbeit Unternehmensverantwortliche Nachhaltigkeit

Der IHK-Ausschuss für Unternehmensverantwortliche Nachhaltigkeit trat im Jahr 2025 zu drei Sitzungen zusammen, davon zwei in gemeinsamer Form mit anderen IHK-Fachusschüssen. Der Ausschuss diente damit erneut als zentrales Forum für Austausch, Praxisimpulse und strategische Orientierung.
Die gemeinsame Sitzung mit dem Industrieausschuss am 20. Januar 2025 in Münster widmete sich der kommunalen Wärmeplanung sowie einem Praxisbericht zu einem industriellen Wärmeverbund. Ergänzt wurde die Sitzung durch Berichte aus den Unternehmen und Informationen aus der Hauptgeschäftsführung.
In der Sitzung am 12. Mai 2025 standen aktuelle politische Entwicklungen sowie die Ausrichtung des Ausschusses in 2025/2026 im Mittelpunkt. Die Ausschussmitglieder reflektierten den bisherigen Fortschritt und diskutierten zukünftige thematische Schwerpunkte der Ausschussarbeit.
Die gemeinsame Sitzung mit dem Handelsausschuss am 17. September 2025 in Gelsenkirchen befasste sich mit dem Thema Nachhaltigkeit im Lebensmitteleinzelhandel. Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Handelsunternehmen gaben Einblicke in ihre Nachhaltigkeitsstrategien und diskutierten Herausforderungen entlang der Lieferketten.

Fachliche Angebote und Aktivitäten

Zur Unterstützung der Unternehmen wurden 2025 mehrere praxisorientierte Formate angeboten. Das Webinar „CSRD & Biodiversität“ (März 2025) vermittelte einen kompakten Überblick über die Anforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung und zeigte auf, wie Biodiversität systematisch in die Wesentlichkeitsanalyse integriert werden kann.
Am 21. Mai 2025 fand bei der Kuchenmeister GmbH in Soest eine kurze Fachaktivität statt. Die Teilnehmenden führten einen Signifikanzcheck zur Bedeutung biologischer Vielfalt für ihr Unternehmen durch und erhielten im Rahmen eines Rundgangs Einblicke in konkrete biodiversitätsfördernde Maßnahmen auf dem Firmengelände.
Darüber hinaus wurde am 2. April 2025 gemeinsam mit der INA ein Webinar zur sozialen Nachhaltigkeit durchgeführt. Prof. Dr. Klein vom Bundesfachverband Betriebliche Soziale Arbeit e. V. und Frau Geldmacher von ZINQ GmbH & Co. KG gaben praxisnahe Impulse, wie soziale Aspekte systematisch in unternehmerische Nachhaltigkeitsstrategien integriert werden können.

Nachhaltigkeit in der IHK-Organisation

Die IHK Nord Westfalen führte 2025 ihre Klimabilanz für den Standort Münster fort und erfüllte damit ihre Selbstverpflichtung im Rahmen der „Münsters Allianz für Klimaschutz“. Die Klimabilanz dient weiterhin als Grundlage für die Ableitung und Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Emissionsreduktion.
Parallel wurde das Energiemanagementsystem nach DIN 50005 Stufe 2 weiter aufgebaut und strukturell verankert. Ein bereichsübergreifendes Klimateam wurde etabliert, das im Geschäftsbereich Organisation & Service koordiniert und fachlich durch den Energie-Referenten begleitet wird.